Bürgerpreis 2006 für Thomas Richardt
Text von 2006: Hoffmann, Carstens-Kant
Die Wernigeröder Hospitälerstiftung verlieh am 22. Juni 2006 nach entsprechender Ausschreibung zum 3. Mal den Wernigeröder Bürgerpreis. Aus mehreren eingereichten Vorschlägen hat der Vorstand Thomas Richardt aus Wernigerode ausgewählt.
Ralf Mattern, langjähriger Freund von Thomas Richardt hielt die Laudatio und würdigte das 20-jährige Engagement für Jugendliche und Behinderte des Diplomsozialpädagogen. Richardt ist seit der 2. Hälfte der 80er Jahre in hohem Maße ehrenamtlich für eine tolerante, solidarische und weltoffene Gesellschaft engagiert. Im Zentrum seiner Tätigkeit stehen ganz praktische Hilfen für Kinder und Jugendliche. Ende der 80iger Jahre engagierte sich Thomas Richardt auf verschiedene Weise für die Öffnung der starren gesellschaftlichen Strukturen. Er gehörte zu den Erstunterzeichnern des Aufrufs zur Gründung des „Neuen Forums“ in Wernigerode. Nach der Wende engagierte er sich auch politisch und war über eine Wahlperiode parteiloses Mitglied des Stadtrates Wernigerode.
Sehr bald nach der Wende sah Thomas Richardt die Notwendigkeit, Angebote für Jugendliche zu organisieren und zu schaffen, insbesondere für Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen wenig Zuwendung erhielten. 1994 war er maßgeblich an der Einrichtung eines Jugendtreffs beteiligt, das – noch nicht fertiggestellt – Opfer eines von rechtsradikaler Seite ausgeübten Brandanschlages wurde. Später gehörte er zu den Initiatoren und Sozialarbeitern im Jugendnetzwerk e. V. bzw. dessen Jugendzentrum an der Zaunwiese. Bei allem Engagement für Jugendliche und junge Erwachsene wusste Richardt aber immer die Grenze zu Entwicklungen zu setzen, die mit einer fördernden Jugendarbeit nicht vereinbar waren. Anfang dieses Jahrzehnts initiierte Herr Richardt die ersten Jugendaustausche mit Rumänien, insbesondere in Wernigerodes Partnerstadt Cisnadie/Heltau.
Auch der heutige Verein „Kinderhilfe Siebenbürgen e. V.“ geht entscheidend auf seine Initiative zurück. Seit einigen Jahren hat Thomas Richardt sein Engagement für Kinder und Jugendliche auch zum Beruf gemacht und ist als Erzieher im Kinderheim „Waldmühle“ des Deutschen Roten Kreuzes tätig. Aber weiterhin ist es ihm ein Anliegen, zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche zu initiieren. Richardt war und ist immer der Sache der Kinder und Jugendlichen verpflichtet. Vor allem galten sein Augenmerk und sein Engagement denen, die es aus den unterschiedlichsten Gründen schwer haben, ihren Weg ins Leben zu gehen. Er tut das unauffällig, bescheiden, aber effektiv.