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AMO - Archivalie des Monats

Herzlich Willkommen in unserer neuen Rubrik „Archivalie des Monats“, kurz AMO.

Wir möchten an dieser Stelle monatlich historisch wertvolle Archivalien aus dem Stadtarchiv Wernigerode vorstellen.

Im Fundus des Stadtarchivs befinden sich momentan rund 34.000 Einheiten an Archiv- und Sammlungsgut aus über 750 Jahren Stadtgeschichte.

AMO September 2019

In diesem Monat möchten wir unsere AMO, eines der 6 Bürgerbücher, vorstellen, die lückenlos sämtliche Bürgerrechtseintragungen der Jahre 1563 bis 1840 beinhalten.

Im Band 6 (1830 bis 1840) finden wir neben den Bürgerrechtseintragungen selbst auch den Wortlaut des Bürgereids und eine sich darauf beziehende „Verwarnung“.

Im Objekt des Monats des Harzmuseums wird ein Feuereimer gezeigt, der dem Kürschner Gottlob Bartusch gehörte.  Er hat am 13. Januar 1831 in Wernigerode das Bürgerrecht erworben. Die Verleihung kostete Gottlob Bartusch insgesamt 13 Reichsthaler, 16 Silbergroschen und 3 Pfennige. Er verstarb am 28. Dezember 1890 im Alter von 87 Jahren in Wernigerode.

In den vorangegangenen Jahrhunderten wurde von der städtischen Verwaltung oftmals gefordert, einen Feuerlöscheimer in jedem Haushalt nachzuweisen, wenn die Verleihung des Bürgerrechts erfolgte. Dieses war unabdingbar, denn durch die überwiegend mit Stroh und Holzschindeln gedeckten Häuser brannten mehrfach ganze Stadtviertel nieder.

Nähere Informationen zum Bürgerrecht in Wernigerode finden Sie hier.

Untenstehend finden Sie den Bürgereid, die dazugehörige Verwarnung und die Bürgerrechtsverleihung des Gottlob Bartusch.

AMO August 2019

Pünktlich zum „Internationalen Tag des Bieres“, der an jedem 1. Freitag im August gefeiert wird, möchten wir Ihnen unsere Archivalie des Monats August vorstellen und sagen Prost!

Bei unserer AMO handelt es sich um eine mehrseitige Pergamentkunde vom 30.09.1719 mit sechs Hängesiegeln, in welcher Christian Ernst Graf zu Stolberg (1691-1771) bekundet, dass er das Recht quartalsweise ein Weißbier zu brauen dem Magistrat überlassen hat. Der Magistrat hat im Gegenzug die Knickwiese bei Ilsenburg an die Grafschaft abgetreten sowie 1000 Thaler an den Grafen gezahlt.

Die sechs angebrachten Hängesiegel beziehen sich auf die Personen, welche das Dokument unterschrieben haben:

Christian Ernst Graf zu Stolberg (1691-1771)

Friedrich Carl Graf zu Stolberg (1693-1767)

Christina zu Mecklenburg-Güstrow (1663-1749), sie war die Witwe des Grafen Ludwig Christian zu Stolberg-Gedern (1652-1710)

Heinrich August Graf zu Stolberg (1697-1748)

Christian Friedrich Graf zu Stolberg (1672-1738)

Jost Christian zu Stolberg (1676-1739)

Die Braugerechtigkeiten in Wernigerode oblagen dem herrschenden Grafen zu Stolberg-Wernigerode und wurden durch ihn an den Magistrat der Stadt übertragen. Dieser konnte die Rechte an Privatpersonen übertragen, welche unter gewissen Voraussetzungen (sie mussten beispielsweise das Bürgerrecht besitzen), ein Brauhaus betreiben durften. In Wernigerode existierten insgesamt 148 Brauhäuser, welche das Braurecht ausüben durften. Ab 1810 wurde dieses aufgehoben, so dass sich industrielle Unternehmen, wie im Jahre 1848 die Hasseröder Brauerei, in Wernigerode ansiedeln konnten. In diesem Zusammenhang möchten wir auf unser Pendant des OMO im Harzmuseum aufmerksam machen. Es handelt sich um eine Bierflasche der Hasseröder Brauerei aus den 30er Jahren.

Die Archivalie hat die Signatur WRI/I/A/10

AMO Juli 2019

Die Archivalie des Monats Juli hat direkten Bezug zum Objekt des Monats im Harzmuseum.

Der Brief des Grafen Christian Ernst zu Stolberg Wernigerode an Bürgermeister und Rat beider Städte Wernigerode wurde am 09.01.1769 verfasst und beinhaltet die Ernennung des neuen Stadtvogtes Siegmann anstelle des verstorbenen Stadtvogtes Bodin. Die Bezeichnung „beider Städte Wernigerode“ bezieht sich auf die seit dem 16. Jahrhundert kommunal vereinigte Altstadt und Neustadt Wernigerode.

Dem Amt des Stadtvogtes als einen vom Grafen bestelltem Beamten oblag u.a. auch die Hochgerichtsbarkeit innerhalb der sonst eigenständigen Stadt Wernigerode, also auch die Gerichtsbarkeit, die zum Tode eines Angeklagten führen konnte.

Die verwendete Archivalie hat die Signatur Stadtarchiv Wernigerode WR I/II/G/21

  • Ernennung Stadtvogt Siegmann © Stadtarchiv Wernigerode

    Ernennung Stadtvogt Siegmann

  • Transkription Ernennung Stadtvogt Siegmann © Hans-Peter Mahrenholz

    Transkription Ernennung Stadtvogt Siegmann

  • Briefumschlag mit Siegel der Grafen Stolberg-Wernigerode © Stadtarchiv Wernigerode

    Briefumschlag mit Siegel der Grafen Stolberg-Wernigerode

  • Transkription Ernennung Stadtvogt Siegmann Briefumschlag © Hans-Peter Mahrenholz

    Transkription Ernennung Stadtvogt Siegmann Briefumschlag