Sprungziele
Seiteninhalt

Schierke

In einer Nationalparkregion im Oberharz und vom Brocken gekrönt, liegt Schierke. Der Luftkurort auf zirka 600 Metern Höhe, war bis in die vierziger Jahre hinein als »Sankt Moritz des Nordens« berühmt. 1950 fanden hier die ersten DDR Meisterschaften im Wintersport statt. Kurze Zeit darauf, im Jahre 1951, wurde Schierke zur Sperrzone erklärt und Grenztruppen­standort. Erst 1989 kehrten Tourismus und das touristische Leben wieder zurück. Heute ist Schierke für seine natürliche Schönheit mit seinem weitläufigen und gut ausgeschilderten Wander- und Loipennetz bekannt. Zudem laden traditionsreiche Veranstaltungen wie die Schierker Wintersportwochen, das Kurpark-Fest oder der ›Schierker Kuhball‹ ein. Im Ort selbst kann man die Schierker Bergkirche, das Rathaus mit dem sich Handwerker ein Denkmal setzten und die Apotheke ›Zum Roten Fingerhut‹, in welcher der berühmte Schierker Feuerstein gemixt wird, entdecken. In der Verbesserung seiner Infrastruktur wird Schierke durch die Landesförderung unterstützt.

© Matthias Bein

Möchten Sie Inhalte von webcam-profi.de laden?

Der Ortschaftsrat von Schierke

Die Mitglieder des Ortschaftsrates Schierke finden Sie im Ratsinformationssystem der Stadt Wernigerode.

Geografische Lage

Der Wintersport- und Luftkurort Schierke liegt im Hochharz, südöstlich des Brocken. Er grenzt an den Nationalpark Harz. 600 bis 650 m ü. NN im Tal der Kalten Bode gelegen, ist Schierke 40,1 km² groß.

Klima

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Schierke beträgt 5,3 °C, der jährliche Niederschlag 1275 Millimeter.

Geschichte

Von dichten Wäldern und im engen Tal der Bode liegt der Ort Schierke. Im Jahre 1588-1591 wurde Schierke als Schiriken erstmals im Zusammenhang mit der Errichtung einer Sägemühle an der Kalten Bode im Sterbetal urkundlich erwähnt. Als Hüttenstandort trug Schierke zur wirtschaftlichen Entwicklung der Grafschaft Wernigerode bei. Am Büchenberg ließ im Jahre 1672 Graf Heinrich Ernst von Stolberg-Wernigerode eine Hochofenhütte mit Frischfeier zur Verarbeitung der Wernigeröder Gruben anlegen. 1789 richtete der Fabrikant Röhrig aus Wernigerode eine Glashütte ein, die bis 1842 bestand. Mit dem Ausblasen des Hochofens im Jahre 1834 und dem Erlöschen des letzten Frischfeuers 1857 endete die Erzverhüttung in Schierke.

Nach dem Ende als Industriestandort setzte in Schierke der Fremdenverkehr ein. Am 20. Juni 1898 bekam der Ort durch die Harzquerbahn bzw. die Brockenbahn einen Eisenbahnanschluss nach Wernigerode. Am 4. Oktober des Jahres 1898 wurde die Fortsetzung zum Brocken abgenommen.Ende des 19. Jahrhunderts musste sich neu orientieren, da durch die Industrialisierung die Verhüttung von Eisenerz stark zurückging. Im Wirtschaftszweig Tourismus fand Schierke letztendlich den Zweig, der es berühmt machte. Am 20. Juni 1898, bekam Schierke von Wernigerode aus Anschluss an die Harzquerbahn. Knapp ein Jahr später am 27. März des Jahres 1899 wurde die Fortsetzung zum Brocken eröffnet. Von nun an nahm der Fremdenverkehr eine völlig neue Dimension an. Hotels wurden gegründet, der Wohlstand wuchs, der Ort blühte auf.

Durch die Nähe zum Brocken ist der Ort einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Brockenbesucher, die hier letztmalig, vor dem Gipfel, in die Brockenbahn zusteigen können.Anfang des 20. Jahrhunderts kamen jährlich rund 225.000 Menschen auf den Brocken, der von Schierke aus über zahlreiche Wanderwege in etwa zwei Stunden gut zu erreichen ist. 

Am 13. Januar 2009 unterzeichneten der Bürgermeister von Schierke, Hans-Jochen Ermisch und der Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, Peter Gaffert, den Vertrag zur Eingemeindung nach Wernigerode. Die Eingemeindung wurde am 1. Juli 2009 vollzogen.

Wappen

Das Wappen wurde am 5. Mai 1939 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.
Blasonierung: "In Gold ein schwarzer Hirsch-Schädel mit Geweih im Visier."
Das Hirschgeweih versinnbildlicht den "König des Harzwaldes", die in den Bergwäldern Schierkes vorherrschende Wildart. Wie das Geweih die Krone des Hirsches ist, stellt Schierke am Brocken durch seine Naturschönheit und sein Heilklima gleichsam eine Krönung der Harzlandschaft dar. Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Sehenswürdigkeiten

Die natürlichen Schönheiten seiner Umgebung - Brocken, Wurmberg, Feuersteinklippen und Schnarcherklippen - sind bei Touristen die beste Empfehlung. Aber auch im Ort selbst gibt es Sehenswertes zu entdecken: die Schierker Bergkirche, das Rathaus, mit dem sich die Handwerker ein Denkmal setzten, und die Apotheke "Zum Roten Fingerhut", in der Apotheker Dube den berühmten "Schierker Feuerstein" mixte, den er 1924 zum Patent anmeldete.

Die Bergkirche Schierke ist die evangelische Kirche des Ortes. Im Auftrag des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode wurde das heutige Gebäude im neogotischen Stil aus Granit zwischen 1876 und 1881 errichtet.Die ursprünglich eingebaute mechanische Orgel im Inneren der Kirche wurde 1922 durch die Firma Ladegast auf eine pneumatische Funktionsweise umgebaut. 1938 erhielt Sie bei einem weiteren Umbau ihr heutiges barockes Aussehen. Der Altar der Bergkirche in Schierke besteht aus rotem Granit. Kanzel, Kruzifix und Taufständer wurden aus Eichenholz im Stil der Neogotik gefertigt. Die Gemeinde der Bergkirche in Schierke gehört heute zu der Ev. Christusgemeinde Wernigerode-Hasserode.

Das Rathaus Schierke ist ein denkmalgeschütztes Rathaus im zur Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt gehörenden Dorf Schierke. Es befindet sich im Ortszentrum Schierkes auf der Nordseite der Brockenstraße an der Adresse Brockenstraße 5.
Nach dem Schierke Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund des aufkommenden Tourismus an Bedeutung gewonnen hatte, wurde Schierke, bis 1923 noch Gutsbezirk, selbständige Gemeinde. Es wurde daher von 1926 bis 1928 das Rathaus errichtet. Die Finanzierung des recht großen Baus wurde durch Handwerker, Pensionsbesitzer und Hoteliers unterstützt.
Das Gebäude entstand im oberen Teil als Fachwerkbau und ruht auf einem Sockel aus Granit. Am Fachwerk befinden sich goldene Verzierungen und aufwändige, regionale Berufe wie Fuhrmann, Holzfäller aber auch das Tourismusgewerbe darstellende Schnitzereien.

Im Inneren des Rathauses befindet sich als Inschrift ein Zitat von Hermann Löns Im Harz ist die Wetterfrage eine Kleiderfrage.
2007 erfolgte eine Restaurierung des Rathauses. Das Rathaus wird vom Ortschaftsrat, der Ortsbürgermeisterin und für kulturelle Zwecke genutzt. So finden Konzerte und Lesungen aber auch Hochzeiten statt.

Der bekannteste Kräuterlikör im Harz ist wahrscheinlich der Schierker Feuerstein. In der Apotheke "Zum Roten Fingerhut" wurde von Willy Dube der Likör entwickelt, um die Gäste von ihren Magenschmerzen zu befreien. Das Patent wurde im Jahre 1924 angemeldet und nach den Feuersteinklippen in Schierke benannt. Der wohlschmeckende wird sehr gerne deutschlandweit getrunken und heiß geliebt.

Der Kurpark Schierke befindet sich im Ortszentrum auf der Südseite der Brockenstraße. Das Gelände fällt hier von der Brockenstraße nach Süden zur Kalten Bode hin ab. Südöstlich des Parks liegt die Feuerstein-Arena. Der Kurpark ist naturnah gestaltet. Markant sind große Granitblöcke, Wasserspiele und der Heilige See. Auf Initiative des Schierker Einwohners Roman Warnicke wurden auf verschiedene Granitblöcke im Park Zitate aus Johann Wolfgang von GoethesFaust II eingemeißelt. Im 5. Akt des Werks beschreibt Goethe die Gegend, in die er auch selbst gereist war.

Im südwestlichen Bereich des Kurparks bestand die denkmalgeschützte Freilichtbühne Schierke, die jedoch Anfang des 21. Jahrhunderts zerstört wurde und nur noch in Resten vorhanden ist. Als Ersatz wurde an anderer Stelle im Park eine neue Freilichtbühne errichtet.

Im Kurpark finden verschiedene Veranstaltungen statt. Dazu gehören die Schierker Wintersportwochen, die Walpurgisfeier, der Schierker Musiksommer und das Festival Fantasia.

Ortsentwicklungskonzept

Mit der Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages am 13. Januar 2009 zur Eingemeindung Schierkes nach Wernigerode mit Wirkung vom 01.07.2009 war die Grundlage für die planerische Zuständigkeit und die Verantwortung für die Entwicklung des neuen Ortsteiles Schierke durch die Stadt gegeben.

Umgehend aufgenommene Gespräche mit den Landesministerien für Wirtschaft sowie Verkehr/Landesentwicklung machten deutlich, dass als Grundlage für eine Förderung aus den verschiedenen Programmen ein integriertes Ortsentwicklungskonzept zu erstellen ist, das sowohl eine umfassende Analyse und Situationserfassung als auch vor allem plausible, begründete und abgestimmte, nachhaltige Entwicklungsziele in ihrer Komplexität aufzeichnet.

Nach entsprechender Vorbereitung, Antragstellung und Bewilligung von Fördermitteln als öffentliche Finanzierungshilfen der wirtschaftsnahen Infrastruktur im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) konnte die Planungsleistung an das Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut, Architekt BDA in Berlin beauftragt werden.

Mehrere Beratungen im Rahmen einer Lenkungsrunde sowie fachthematische Besprechungen mit Vertretern von Behörden und Einrichtungen haben zu dem vorliegenden Gesamtkonzept geführt. Weiterhin wurden zahlreiche Gespräche mit Investoren, Eigentümern, Fachverbänden, Hotelbetreibern und örtlichen Akteuren geführt. Erste Ergebnisse wurden am 26.11.2009 in einer öffentlichen Veranstaltung in Schierke vorgestellt.

Das weiter vervollständigte Konzept wurde dann am 23.02.2010 im Ortschaftsrat Schierke und am 09.03.2010 im Wirtschafts- und Liegenschaftsausschuss des Stadtrates öffentlich vom Planverfasser vorgestellt und diskutiert. Nunmehr liegt die beschlussreife Endfassung des Konzeptes vor. Erstmalig wurde für Schierke ein umfassendes alle Entwicklungsbereiche integrierendes Gesamtkonzept zusammengefasst und ein anspruchsvolles, konsequentes, der Spezifik des Ortes entsprechendes, und zukunftsweisendes Maßnahmepaket aufgezeigt.

Es ist somit sowohl die Grundlage für eine zuverlässige Aussage gegenüber Investoren und Projektentwicklern als auch für die Beantragung von Fördermitteln gegeben.

Mit dem Beschluss des Stadtrates vom 06.05.2010 wird die Selbstbindung der Stadt an das Ortsentwicklungskonzept dokumentiert und der Wille bekundet, die Inhalte des Dokumentes als abgestimmten Handlungsrahmen zu beachten und entsprechend der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stadt zielgerichtet umzusetzen.

Ortsentwicklungskonzept - Fortschreibung