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Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wernigerode

Im Grundgesetz Artikel 3, Absatz 2 ist verankert: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin".

Die Gleichstellungsbeauftragte fördert die Chancengleichheit von Frauen und Männern. Sie steht für die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Sinne des Grundgesetzes, der Landesverfassung Sachsen-Anhalts und des Frauenfördergesetzes. Als Stabsstelle ist sie direkt der Behördenleitung, dem Oberbürgermeister, nachgeordnet. Die Gleichstellungsbeauftragte ist bei allen personellen, sozialen und organisatorischen Maßnahmen umfassend und rechtzeitig zu informieren und auf Verlangen zu beteiligen (§15, Abs. 2 FrFG).
Zusätzlich ist die Gleichstellungsbeauftragte innerhalb der Verwaltung als Beauftragte für Antidiskriminierungsfragen im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) tätig.

Die internen und externen Handlungsfelder der Gleichstellungsarbeit sind:
• Strategisch-konzeptionelle Ausrichtung und Weiterentwicklung der Gleichstellungsarbeit
• Beteiligung an personalwirtschaftlichen und organisatorischen Maßnahmen wie Personalauswahlverfahren, Personalentwicklung und Frauenfördermaßnahmen
• Steuerung, Konzeption und Koordination
• Gremienarbeit und Netzwerke
• Öffentlichkeitsarbeit
• Beratungsangebote


Handlungsfelder
Die Gleichstellungsbeauftragte ist gemäß dem Frauenfördergesetz des Landes (§15 FrFG) aktiv in die Personalarbeit eingebunden. Das beinhaltet u.a. die Teilnahme und fachliche Begleitung in der Personalauswahl in allen Bereichen der Verwaltung. Gleichwohl steht die Gleichstellungs- beauftragte bezüglich der unterschiedlichen Gemengelage in einem ständigen Austausch mit dem Personalrat und der Schwerbehindertenvertretung. Zudem ist sie Ansprechpartnerin bei internen Konflikten, besonderen persönlichen Problemlagen und bei sonstigen Anfragen. Soziale Beratung, Deeskalation und Konfliktcoaching sind vorrangige Aufgaben.
Intern arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte in der Steuergruppe „Qualitätsmanagement in den Kindereinrichtungen“ und zudem ist sie Mitglied der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ in der Stadtverwaltung und nimmt an den Beratungen der Ausbildungsbeauftragten teil.


Netzwerk und Gremienarbeit
Überregional vertritt die Gleichstellungsbeauftragte die Stadt bei der fachlichen Landeskonferenz und der Landesarbeitsgemeinschaft sowie beim Landkreis Harz.


Ausgewählte Veranstaltungen
Frauentag
Der Internationale Frauentag am 8. März macht auf die Gleichberechtigung der Frau aufmerksam. Im Jahr 2022 fand ein Workshop von und mit Frauen aus Wernigerode statt. Grundlage war eine Befragung, die in 2021 durchgeführt worden war. Das Thema behandelte die Lebensqualität in Wernigerode für Frauen. Beleuchtet wurden ganz verschiedene Aspekte:

• Vereinbarkeit von Wohnen und Tourismus
• Vereinbarkeit von Barrierefreiheit und historischer Altstadt
• Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ehrenamtlichem Engagement

Verwaltungsangestellte sprachen mit Stadträtinnen und Einwohnerinnen über die Themen, die Runde war sich einig, dass ein solches Format regelmäßig etabliert werden sollte. Diese Planung wurde von der Gleichstellungsbeauftragten zum Tag gegen Gewalt gegen Frauen direkt übernommen.


Tag gegen Gewalt gegen Frauen
Jährlich am 25. November gibt es den Internationalen Aktions- und Gedenktag gegen Gewalt an Frauen & Kindern. Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt an Frauen & Kindern. Sie wurde im Zuge der von den Vereinten Nationen initiierten Orange The World – Kampagne festgelegt. Die Stadt Wernigerode beteiligte sich mit einer Gemeinschaftsaktion des Frauenzentrums Wernigerode, der Gleichstellungsbeauftragten, der Sozialen Dienste und der Stadtjugendpflege an der Kampagne. Am Rathaus und am Frauenzentrum wurden in 2022 die Flaggen gegen Gewalt an Frauen und Kindern gehisst.
Im Vorfeld des Tages gab es am 17. November eine Fortsetzung des Workshops aus dem März. Im Senioren- und Familienhaus, Steingrube 8, widmeten sich die geladenen Gäste aus der Stadtgesellschaft dem Thema Gewalt. Die Hilfe für Frauen ist in Wernigerode sehr gut organisiert. Um diese wichtige städtische Institution näher vorzustellen, waren zwei Referentinnen eingeladen: Doreen Köhler, Amtsleiterin Jugend, Gesundheit und Soziales und Caroline Otto, Sachgebietsleiterin Soziale Dienste. Frau Köhler und Frau Otto stellten ihre Fachbereiche vor und gingen im Besonderen auf die Thematik Frauenschutz in Wernigerode ein. Vor welchen Herausforderungen stehen Frauen, die sich Hilfe suchen? Wie arbeitet das Team, welche Probleme und aktuelle Entwicklungen gibt es, wie gestaltet sich die Nachsorge? Den Blick auf diese Thematik zu lenken und die Arbeit der Kolleginnen in diesem sensiblen Bereich zu würdigen, ist essentiell wichtig und eine Kernaufgabe der Gleichstellungsbeauftragten.


Frauenort
„Gräfin Anna bittet zum Tee“, diese Veranstaltung wurde an die Frauensalonkultur des 19. Jahrhunderts angelehnt. In dieser Tradition laden das Schloss Wernigerode, das Frauenzentrum Wernigerode und die Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Stadt zu dieser Veranstaltungsreihe ein. Der Frauenort Schloss Wernigerode, einem Ort von über 40 Frauenorten in Sachsen-Anhalt, wird erlebbar.
In 2022 wurde die Veranstaltung ausgesetzt, dafür finden in 2023 gleich zwei Termine statt. Die Karten sind immer schnell vergriffen, die Frauen erleben einen besonderen Abend auf dem Schloss Wernigerode.