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17.06.2020

20 Jahre FrauenOrt Schloß Wernigerode

Schloß Wernigerode ist ein FrauenOrt durch das Wirken Anna zu Stolberg-Wernigerodes (1837-1907).

20 Jahre FrauenOrt Schloß Wernigerode
20 Jahre FrauenOrt Schloß Wernigerode

Auf den Tag genau vor 20 Jahren, am 15.6.2000, wurde Schloß Wernigerode als einer der ersten historischen Plätze in ganz Deutschland zu einem FrauenOrt ernannt. Und gehört seitdem zu jenem beispielhaften Netzwerk, das hier in Sachsen-Anhalt erfunden wurde, dem mittlerweile 51 FrauenOrte (in 37 Städten und Gemeinden) angehören und dessen Idee über die Landesgrenzen hinaus weitergetragen wurde.

Schloß Wernigerode ist ein FrauenOrt durch das Wirken Anna zu Stolberg-Wernigerodes (1837-1907). Die Gräfin, später Fürstin, hat durch ihre soziale Tätigkeit und Salonkultur dauerhaft Spuren hinterlassen. An der Seite ihres Mannes, Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837-1896), der in höchste politische Kreise eingebunden war, hatte Anna z. T. die repräsentative Verpflichtung, aber auch die Möglichkeiten für ihr Wirken.

Anna hat dabei sowohl die „einfache“ Bevölkerung in konkreten Projekten wie Heilanstalten oder Geschenken zur Weihnachtszeit unterstützt, als auch durch ihren Zugang zur Salonkultur in Berlin einen solchen in kleinerem Umfang in Wernigerode gepflegt. Und hatte somit einen Ort des Austauschs jenseits der politischen Zusammenkünfte ihres Mannes etabliert.
Ganz persönlich zeichnete sie ein liebevoller und für ihre Zeit durchaus ungewöhnlich umfassender Umgang mit ihren Kindern aus als auch ihre künstlerischen Neigungen, die sie aber z. T. erst nach dem Tod ihres Mannes vertiefen konnte.

„Ich danke allen Beteiligten dafür, dass gerade an diesem im In- und Ausland bekannten touristischen Ort der beabsichtigte Perspektiv-Wechsel so gut gelingt. Denn unsere Landesgeschichte ist nicht nur die Geschichte von berühmten Männern, sondern wurde auch durch starke, engagierte Frauen geprägt“, hebt Anke Triller, Koordinatorin der FrauenOrte Sachsen-Anhalt, das vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Projektziel hervor. In einem nächsten Schritt wird ein Audio-Archiv erstellt. Damit sollen die oftmals weniger bekannten Frauengeschichte(n) der FrauenOrte u.a. in einem Podcast für ein größeres Publikum hörbar gemacht werden.

„Gräfin Anna zu Stolberg-Wernigerode, alias Schlosskustodin Katrin Dziekan, ist dabei eine meiner ersten Interviewpartnerinnen“, freut sich Anke Triller. Weitere geladene Gäste der „Geburtstagsfeier“ sind Irmtraud Blume, Leiterin des Frauenzentrums Wernigerode, Jana Diesener ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wernigerode und Susann Spiegel, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harz.

Mit Unterstützung des Landkreises Harz, der Stadt Wernigerode und des Frauenzentrums gelingt es jährlich immer wieder beim beliebten Format „Gräfin Anna bittet zum Tee“ das Andenken an Anna und die Salonkultur lebendig zu halten.

Bildunterschrift:  

Personen von links nach rechts: „Anna zu Stolberg-Wernigerode“/Katrin Dziekan und Anke Triller im Festsaal von Schloß Wernigerode