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11.05.2020

Sonderausstellung über den Maler Albert Schöpwinkel im Harzmuseum

Endlich ist es soweit: Ab dem 11. Mai zeigt das Harzmuseum die neue Sonderausstellung über den Maler Albert Schöpwinkel (1830-1910). Ursprünglich sollte die Ausstellung bereits Ende März eröffnet werden.

Selbstporträt Albert Schöpwinkel von 1883
Selbstporträt Albert Schöpwinkel von 1883


Zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Fotos und Handschriften wurden vom Harzmuseum in den letzten Monaten zusammengetragen. Darunter befinden sich unter anderem Landschaftsdarstellungen aus Wernigerode und Umgebung, aus der rheinischen Heimat Schöpwinkels, aber auch Motive seiner Reisen nach Südfrankreich und in die Schweiz. Hinzu kommen zwei Porträts, ein Selbstporträt des Künstlers und eines seiner ersten Frau Albertine.

Ergänzt wird die Sonderausstellung durch Familienfotos, Zeichnungen, ein Skizzenbuch, sowie weitere Materialien und Quellen. Damit bietet sich zum ersten die Gelegenheit den Künstler Albert Schöpwinkel mit einem Querschnitt seines künstlerischen Werks umfassend kennenzulernen. Da die Kunstwerke überwiegend aus Privatbesitz stammen, waren viele davon noch nie öffentlich zu sehen. Mit Abstand wichtigster Leihgeber der Ausstellung ist ein Urenkel Schöpwinkels, der in Wernigerode lebt. Ohne diese Leihgaben wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen. Mit fachlicher Beratung unterstützte der Regionalhistoriker Dr. Steffen Wendlik das Projekt.

Olaf Ahrens, Leiter des Harzmuseums, sieht für Schöpwinkel einen Platz neben den bekannteren Künstlern wie Georg Heinrich und Elise Crola oder Ernst Helbig: „Wenn wir sehen, welches Niveau Schöpwinkel in seinem Werk teilweise erreicht hat, sollten wir ihn durchaus neben die Meister seiner Zeit in der Harzregion stellen. Neben den Gemälden haben uns auch die Federzeichnungen der Schweizer Reise aus dem Jahr 1875 beeindruckt. Es verwundert nicht, dass Schöpwinkel diese Zeichnungen noch viele Jahre nach der Reise als Geschenk für seine zweite Frau in einem Album zusammengefasst hat. Als leidenschaftlicher Künstler war er auch im Alter noch sehr produktiv, wie wir aus seinem Werkverzeichnis wissen. Kurzum: Eine echte Entdeckung!“

Albert Schöpwinkel wird in der Ausstellung nicht nur als bedeutender Maler und Zeichner sichtbar, man erfährt auch manches über seine Herkunft, sein Leben und seine berufliche Laufbahn. So stand er seit 1859 in Diensten von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode. 35 Jahre lang übernahm er verschiedene Verwaltungsaufgaben, zunächst als Privatsekretär von Graf Otto, später als Kanzleirat und zusätzlich als Verantwortlicher für die gräflichen Sammlungen. 24 Jahre lang gab er zudem Zeichenunterricht am gräflichen Gymnasium, dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Gymnasium. Auch innerhalb der Wernigeröder Stadtgesellschaft war Schöpwinkel gut vernetzt und pflegte Freundschaften und gute Kontakte zu verschiedenen bekannten Persönlichkeiten. 1894 trat er nicht zuletzt wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand und zog wieder in seine rheinische Heimat. Seinen Lebensabend verbrachte er in Obercassel, heute ein Stadtteil von Bonn. Schöpwinkel führte zeitlebens ein handschriftliches Verzeichnis seiner Werke, in dem 240 Nummern notiert sind, darunter überwiegend Ölgemälde.

Weitere Leihgaben der Sonderausstellung kommen von der Schloß Wernigerode GmbH, aus dem Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg und aus Privatbesitz. Drei in der Ausstellung gezeigte Gemälde befinden sich in der Sammlung des Harzmuseums.

Schöpwinkels Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 180. Mal, sein Todestag zum 110. Mal. Die Sonderausstellung wird bis zum 24. Oktober 2020 gezeigt.

Bildunterschrift: Selbstporträt Albert Schöpwinkel von 1883, Ausschnitt (Privatbesitz)/ Fotoporträt Albert Schöpwinkel (1861, Privatbesitz) © Harzmuseum