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27.04.2020

Eichberggraben: gezielte Steuerung ist wichtig für Mensch und Natur

In den vergangenen drei Jahren kam es immer wieder zu Problemen, die entweder zum Austrocknen oder zum Ausufern führten.

Abfluss im Eichberggraben
© D. Dietrich
Abfluss im Eichberggraben © D. Dietrich

Der Eichberggraben in Hasserode ist ein wichtiger Lebensraum des selten gewordenen Feuersalamanders. Dieser kommt unter anderem zum Laichen an das kleine Gewässer. Leider wird der Wasserfluss des Grabens immer wieder manipuliert, indem beispielsweise Steine als Barriere in den Graben gelegt werden – etwa um den eigenen Garten besser bewässern zu können oder um den Grundwasserpegel abzusenken, damit der Keller im Falle eines stärkeren Regens nicht feucht wird. Teile des Eichberggrabens können dann trockenfallen. Feuersalamander leben als Larven im Wasser. Ist dieses nicht mehr vorhanden, sterben sie ab, ebenso zahlreiche andere Arten wie etwa Libellen und Köcherfliegen. Das Vorkommen des Feuersalamanders wird im Rahmen des Stadtgrün-Projekts beobachtet und dokumentiert.

Der Eichberggraben ist ein künstliches Hanggewässer, das als Mühlgraben angelegt wurde. Natürliche Gewässer fließen in der Talsenke. Die Lage des Eichberggrabens am Hang stellt die Unterhaltung vor besondere Herausforderungen. Der Bach versucht natürlich, der Schwerkraft folgend, in den tiefsten Punkt auszubrechen. Daher muss die Sohle immer eine genügende Tiefe aufweisen und von Laub und Geröll befreit werden.

In den vergangenen drei Jahren kam es immer wieder zu Problemen, die entweder zum Austrocknen oder zum Ausufern führten. In den Trockenphasen sammelten sich Laub und Geröll, welche sich, als das Wasser wieder floss, aufstauten. Auch dann sucht sich das Wasser seinen Weg in das Tal, ungeachtet von Häusern und Gärten dazwischen.

Da der zuständige Gewässerunterhaltungsverband, aufgrund seines großen Gebietes und auch die Mitarbeiter der Stadt Wernigerode, nicht immer sofort zur Stelle sein können, sind diese sehr dankbar, dass sich bislang zwei Anwohner im oberen Hasserode als Gewässerpaten verpflichtet haben. Diese halten die Augen offen, melden Probleme oder greifen selbst zu Rechen und Schaufel, sollten Barrieren den ordnungsgemäßen Wasserfluss verhindern. Die neuen Gewässerpaten werden als freiwillige Helfer der Wasserwehr geführt und entsprechend eingewiesen. Damit haben sie Kontakt zu weiteren Mitgliedern und Zugriff auf Werkzeuge. Dafür wird eine schriftliche Vereinbarung getroffen. Gerade im Abschnitt zwischen der Wilhelm-Pramme-Straße und der Insel werden immer wieder Steine abgelegt. Passiert dies unabgesprochen und nicht im Rahmen einer Gewässerpatenschaft, kann dies als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Wer mit dafür Sorge tragen möchte, dass der Graben weder zu viel Wasser führt, was zu Schäden an Grundstücken und Häusern führen kann, noch zu wenig, was zum Absterben der Larven von Feuersalamander und Co führt, kann sich gern als Gewässerpate verpflichten. Nach einer kleinen Einweisung kann so das Gewässer im Sinne der Menschen und des Naturschutzes gezielt gesteuert und beobachtet werden. Interessierte melden sich bitte bei der Stadt Wernigerode unter umwelt@wernigerode.de bzw. 03943 654-663.

Bildunterschrift: Leider wird der der ordnungsgemäße Abfluss im Eichberggraben immer wieder mit Steinen verhindert. © Daniel Dietrich