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Stellungnahme zu Maßnahmen bei Hitzeereignissen

Die Anpassung der städtischen Infrastruktur an klimatische Veränderungen und zunehmende Hitzeereignisse ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, die wir als Verwaltung sehr ernst nehmen.

1. Zugangsmöglichkeiten zu Trinkwasser und das Refill-System

Die Bereitstellung von Trinkwasser im öffentlichen Raum ist ein berechtigtes Anliegen. Die Stadt Wernigerode setzt hierbei bewusst und aus guten Gründen auf die Initiative „Refill Wernigerode“. Dieses System bietet gegenüber fest installierten, städtischen Trinkbrunnen entscheidende Vorteile:

         Hohe Hygiene und Sicherheit: Fest installierte öffentliche Trinkbrunnen erfordern nicht nur den Bau von Leitungsnetzen, sondern unterliegen strengen hygienischen Auflagen. Sie müssen täglich mehrfach auf Keimbelastungen kontrolliert werden, um gesundheitliche Gefahren für die Bevölkerung auszuschließen. Dies würde finanzielle und personelle Ressourcen binden, die im Haushalt derzeit nicht vorgesehen sind.

         Effizienz des Refill-Systems: Bei der Refill-Initiative füllen lokale Geschäfte, Betriebe und öffentliche Gebäude (erkennbar am blauen Aufkleber) kostenfrei frisches Leitungswasser in mitgebrachte Trinkflaschen ab. Die erforderliche Hygiene wird hierdurch automatisch durch die ohnehin streng kontrollierten Standards der teilnehmenden Betriebe gewährleistet, ohne dass zusätzliche städtische Kontrollstrukturen aufgebaut werden müssen.

         Sinn und Nachhaltigkeit: Das System ist ganzjährig nutzbar, überaus ressourcenschonend und fördert gleichzeitig den Kontakt zwischen Besuchern und dem lokalen Einzelhandel.

Zusammen mit der flächendeckenden Möglichkeit, im lokalen Einzelhandel gekühlte Getränke zu erwerben, bietet das Refill-System ein praktikables, niedrigschwelliges und sicheres Angebot. Eine zusätzliche Verpflichtung der Stadt zur kostenlosen Bereitstellung von Trinkwasser durch städtische Brunnen ist daher aus unserer Sicht weder zwingend erforderlich noch wirtschaftlich darstellbar.

2. Beschattete Bereiche und Abkühlung in der Innenstadt

Um den Aufenthalt in der Stadt auch an sehr heißen Tagen angenehm zu gestalten, verfügen wir in der Innenstadt bereits über zahlreiche Bereiche mit natürlichen Schattenplätzen unter Großumen (z. B. Spielplatz Lindenallee, Mauergasse, Nikolaiplatz, Harzmuseum, Blumenuhr, Oberpfarrkirchhof, Westerntor und Schulgebäude, Burgberg/Stadtmauer).

Weitere Abkühlung bieten die Zugänge zu den Gewässern Zillierbach und Holtemme (Übergang Mittelstraße zur Ilsenburger Str., Holfelder Platz, Im Stadtfelde) sowie unsere gut erreichbaren öffentlichen Anlagen wie der Lustgarten, der Bürgerpark oder der Wildpark Christianental. Auch das Waldhofbad sowie die Wernigeröder Kirchen bieten sich als kühle Aufenthaltsorte an.

Diese Grün- und Wasserflächen werden von der Stadt kontinuierlich unterhalten und gepflegt, was bereits gegenwärtig erhebliche Aufwendungen im Haushalt erfordert. Große zusammenhängende Waldgebiete in den Randbereichen der Stadt können zudem jederzeit als kühle Rückzugsorte aufgesucht werden. Ein genereller Mangel an Orten zur Abkühlung wird seitens der Stadtverwaltung daher nicht gesehen.

3. Einsatz von Wasserverneblern (Innenstadt und Grundschulen)

Den Vorschlag, temporär Wasservernebler zu installieren, nehmen wir als konstruktiven Ansatz auf, um aktiv gegen sehr hohe Außentemperaturen zu agieren. Diese Option wurde bisher nicht in Erwägung gezogen, stellt jedoch eine interessante Möglichkeit dar. Um einen Einsatz realisieren zu können, bedarf es allerdings einer detaillierten vorherigen Prüfung der technischen, finanziellen und vor allem der strengen hygienischen Voraussetzungen (Vermeidung von Legionellenbildung). Insbesondere für den Bereich der Grundschulen müssten etwaige Maßnahmen vorab eng mit den jeweiligen Schulleitungen abgestimmt werden.

 

4. Beschattung an Grundschulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen

Der Schutz vulnerabler Gruppen vor Hitze hat für uns eine hohe Priorität:

         Grundschulen: In jeder städtischen Grundschule steht für jedes Kind sowohl vormittags als auch im Hort nachmittags ein frei zugänglicher Wasserspender bereit. Zudem wurden bauliche Maßnahmen zur Reduzierung der Hitzebelastung umgesetzt (z. B. Deckendämmung in der Grundschule Silstedt, Wärmeschutzverglasung auf der Südseite der Grundschule Harzblick). Auf den Schulhöfen setzen wir primär auf natürlichen Sonnenschutz durch den Erhalt und die Pflege des Baumbestandes. An Standorten ohne alten Baumbestand, wie der GS Francke, gibt es konkrete Pläne, die Beschattung durch Pergolen und Neupflanzungen zu verbessern.

         Kindergärten: Aktuelle Maßnahmen zur Beschattung der Außenbereiche umfassen natürliche Beschattung durch Bäume, die Installation von Sonnensegeln und Markisen sowie überdachte Spielbereiche. Dieser Ausbau wird unter Berücksichtigung örtlicher und sicherheitstechnischer Anforderungen fortlaufend in der Haushaltsplanung berücksichtigt.

         Pflegeeinrichtungen: Diese befinden sich in der Eigenverantwortung der jeweiligen Träger. Wir gehen davon aus, dass sich diese Einrichtungen ihrer besonderen Verantwortung für ihre Bewohner bewusst sind und entsprechende Vorsorgemaßnahmen ergreifen.

Zusammenfassend möchten wir betonen, dass bei der Bewältigung von Hitzeereignissen auch die Eigenverantwortung unserer Bürgerinnen, Bürger und Gäste eine zentrale Rolle spielt. Das richtige Verhalten bei Wärmebelastungen, wie das gezielte Aufsuchen schattiger Orte zu bestimmten Tageszeiten, ist ein wesentlicher Faktor.

 

 

gez. Immo Kramer

Dezernent Stadtentwicklung

 

 

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hrend der letzten Hitzeperiode wurde erneut deutlich, dass die bestehenden Maßnahmen bei extremer Hitze nicht ausreichend sind.

Diese betreffen

  • die Zugangsmöglichkeiten zu Trinkwasser in der Innenstadt
  • die Beschattung
  • freie Möglichkeiten der Abkühlung

Ich bitte um die Prüfung, der rechtlichen, finanziellen Voraussetzungen und der entsprechenden Zuständigkeiten

  • ob und an welchen Innstadtstandorten frei zugängliche Trinkwasserspender aufgestellt werden können, wie sie auch in anderen Städten, z. B. Chemnitz, zu finden sind.
  • welche Möglichkeiten es gibt, in der Innenstadt, aber auch in den Grundschulen Wasservernebler temporär zu installieren
  • welche Beschattungsmöglichkeiten im Bereich der Innenstadt bzw. in den Außenbereichen der Grundschulen, Kindergärten und Pflegeeinrichtungen geschaffen werden können.

 

Begründung:

 

Die vorhandenen Maßnahmen der Stadt WR, die nochmals in der Stellungnahme zur BV 003/2025 von der Verwaltung zusammengetragen wurden, reichen nicht aus, fehlen, sind nicht niedrigschwellig, ausreichend oder nicht praktikabel (refill-deutschland.de) oder sind Absichtserklärungen ohne Verbindlichkeit. Die Hitzeereignisse sind aber wiederkehrende Realität, auf die im Sinne der Wernigeröder und der Touristen reagiert werden muss.

           

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