Begründung:
Der Wernigeröder Sportverein „Rot-Weiß“ 1949 e. V. (WSV) hat seinen Hauptsitz mit Verwaltung und Sportstätten im Sportzentrum Gießerweg. Diese Liegenschaft gehört dem Landkreis Harz. Die Immobilie weist einen großen Investitionsstau gerade in den relevanten Bereichen wie Brandschutz, Sanitär und energetischen Maßnahmen auf. Wollte der Landkreis die Immobilie zunächst an die Stadt Wernigerode veräußern, wird die Fläche des Sportplatzes dem Alpenverein für ihre Kletterhalle zur Verfügung gestellt. Das Gebäude des Sportzentrums erwägt der Landkreis inzwischen zu sanieren, wenn der WSV 1949 e.V. Ankermieter bleibt und eine deutlich höhere jährliche Miete von nunmehr 80.000 € zahlt. Der Verein kann aus eigener Kraft diesen Betrag nicht aufbringen, da sie statt bisher 25.000,00 € dann 30.000,00 € zahlen. Die Differenz von 50.000,00 € ist Gegenstand dieser Beschlussvorlage.
Die Option der Anmietung anderer potentieller sportlich nutzbarer Immobilien wurde an zwei Stellen geprüft und als teurer verworfen. Der Neubau einer Halle zöge einen Millionenaufwand nach sich. Die damit verbundenen laufenden Kosten (Einfeldhalle ca. 65.000 €/a, Dreifeldhalle ca. 210.000 €/a) und die einmalige Investitionssumme überstiegen bei Weitem die finanziellen Möglichkeiten der Stadt Wernigerode.
Der Zuschuss soll frühstens ab 2027 erfolgen und hängt vom Zeitpunkt der Sanierungsentscheidung und –Durchführung ab. Mit der Vermietung an den WSV sichert der Landkreis die Verkehrssicherheit zu. Dies betrifft auch den Brandschutz und die Gefahrenabwehr.
Insgesamt sind ca. 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 20 Abteilungen des WSV organisiert, der damit der größte Verein der Stadt ist. Er hält als einziger Verein in Wernigerode ein so umfangreiches Angebot für seine Mitglieder bereit. Daher sieht sich die Verwaltung in der Verantwortung dem Verein beim Erhalt ihres Sitzes mit entsprechenden Trainingsmöglichkeiten im Gießerweg zu erhalten.
Der WSV in seiner Gesamtheit unterhält 20 Abteilungen, von denen einige mit einem Anteil von mindestens 500 Jugendlichen die Anlage im Gießerweg benötigen.
Beim Wegfall der Sportstätte im Gießerweg könnte ein Großteil der Abteilungen in Sporthallen und –plätzen im Stadtgebiet mit Einschränkungen für andere Sportvereine untergebracht werden. Jedoch reichen die Kapazitäten nicht aus, um den Abteilungen Boxen, Kampf- und Trendsport Trainingsstätten anzubieten. Diese Sportarten benötigen zudem besondere Bedingungen, da Sportgeräte, Schutzvorkehrungen, Boxring nicht ständig abgebaut werden können. Diese müssen zum Teil fest verankert sein. Ein Drittel der Mitglieder aller Altersklassen ist in diesen Abteilungen aktiv.
Weiterer Vorteil wäre, dass das Sportzentrum Gießerweg, als historisches Gebäude erhalten bliebe. Sowohl die nahegelegene Berufsschule als auch die Oskar-Kämmer-Schule können dort weiter Sport treiben.