Frau Angelov leitet die Diskussion zur Ehrenamtskarte ein und bittet Frau Köhler um eine Vorstellung des Themas. Sie erkundigt sich nach dem Stand der Beratungen im Kulturausschuss. Frau Barner erklärt, dass der Kulturausschuss die Entscheidung vertagt habe, da noch rechtliche Feinheiten zu klären seien. Sie kündigt an, auch in dieser Sitzung einen Vertagungsantrag zu stellen.
Herr Dorff erläutert, dass die Ehrenamtskarte bereits in zwei Ausschüssen thematisiert und vertagt wurde. Er führt aus, dass die Stoßrichtung in beiden Ausschüssen positiv gewesen sei, da das Ziel darin bestehe, das Ehrenamt zu stärken und eine symbolische Wertschätzung zu schaffen. Er beschreibt das Modell der Ehrenamtskarte, das sich am Quedlinburger Modell orientiere, und erklärt, dass die Stadt Wernigerode 150 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit als Voraussetzung für die Vergabe der Karte ansetze. Dies sei eine bewusste Entscheidung, um die aktiven Ehrenamtlichen zu erreichen. Herr Dorff erwähnt, dass es eine Änderungsvorlage von Herrn Schatz gebe, die sich auf die Beantragung der Karte beziehe. Er zeigt Sympathie für den Vorschlag, die Beantragung durch die Ehrenamtlichen selbst vorzunehmen, da dies den Verwaltungsaufwand reduziere. Abschließend wirbt er dafür, das Projekt zu starten und nach einer Evaluationsphase gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Frau Angelov äußert, dass sie nichts von rechtlichen Schwierigkeiten gehört habe, woraufhin Frau Barner darauf hinweist, dass im Kulturausschuss rechtliche Bedenken geäußert worden seien. Herr Dorff räumt ein, dass es Diskussionen über einen möglichen Rechtsanspruch gegeben habe, betont jedoch, dass dies eher eine Geschmacksfrage als ein rechtliches Problem sei. Er plädiert dafür, die Ehrenamtskarte zunächst einzuführen und mögliche Probleme im Laufe der Zeit zu evaluieren.
Frau Barner erklärt, dass sie die Änderungsvorlage von Herrn Schatz nicht kenne und daher einen Vertagungsantrag stellen werde. Frau Angelov bittet Herrn Schatz, seine Änderungsvorlage kurz vorzustellen. Herr Schatz schlägt vor, die Beantragung der Ehrenamtskarte durch die Ehrenamtlichen selbst vorzunehmen, während die Vereinsvorstände lediglich die geleisteten Stunden bestätigen sollen. Dies sei insbesondere bei kumulierten Stunden aus verschiedenen Vereinen sinnvoll und würde den Verwaltungsaufwand für die Vereinsvorstände reduzieren. Er regt zudem an, den Prozess digital abzubilden.
Frau Angelov bringt eine Anfrage einer ehrenamtlich tätigen Dame ein, die nicht in einem Verein organisiert sei und fragt, wie in solchen Fällen die Stunden bestätigt werden könnten. Herr Dorff erklärt, dass auch Einzelpersonen oder nicht-vereinsgebundene Gruppierungen berücksichtigt würden und dass eine geeignete Nachweisführung gefunden werde. Er zeigt sich offen für die Vorschläge von Herrn Schatz und betont, dass die Umsetzung möglichst unbürokratisch erfolgen solle.
Frau Walter äußert Bedenken hinsichtlich möglicher Neiddebatten und schlägt vor, stattdessen Ehrenamtliche durch Veranstaltungen wie Ehrungspartys zu würdigen. Herr Dorff entgegnet, dass die Ehrenamtskarte als symbolische Geste gedacht sei und dass mögliche Probleme im Rahmen einer Evaluation überprüft werden könnten. Er verweist auf positive Erfahrungen in Quedlinburg und plädiert erneut für einen Start des Projekts.
Herr Boks unterstützt die Einführung der Ehrenamtskarte und betont, dass sie eine einfache und kostengünstige Möglichkeit sei, Ehrenamtliche zu würdigen. Er sieht keine größeren Probleme in der Umsetzung und hebt hervor, dass die Karte insbesondere für diejenigen gedacht sei, die eine solche Wertschätzung benötigten.
Frau Barner hält ihren Vertagungsantrag aufrecht, da sie die Änderungsvorlage von Herrn Schatz nicht kenne und noch offene Punkte in den Richtlinien sehe. Sie stimmt jedoch grundsätzlich der Einführung der Ehrenamtskarte zu. Frau Angelov sieht die Karte auch als Marketinginstrument für die Stadt und die beteiligten Einrichtungen. Sie äußert jedoch die Frage, ob die Hürde von 150 Stunden zu hoch sei, zeigt sich aber durch die Möglichkeit der Kumulierung beruhigt.
Herr Dorff betont abschließend, dass die Argumente in den Ausschüssen ausgetauscht seien und dass es sich nur noch um Kleinigkeiten handele. Er wirbt dafür, im Hauptausschuss ein Signal für die Einführung der Ehrenamtskarte zu setzen, um eine Beschlussfassung im Stadtrat zu ermöglichen.
Frau Barner weist darauf hin, dass ein Rechtsanspruch in den Richtlinien ausgeschlossen werden solle.
Herr Boks erklärt, dass eine Vertagung notwendig sei, da die Änderungsvorlage von Herrn Schatz erst seit kurzem vorliege und nicht ausreichend geprüft werden konnte.
In der abschließenden Abstimmung entscheiden sich die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, die Vorlage zu vertagen.