Herr Dorff erläutert, dass die rückläufigen Kinderzahlen eine Anpassung der Kapazitäten in den Kindertageseinrichtungen erforderlich machen. Er schlägt vor, die Kindertagesstätten Löwenzahn und Pusteblume sowie Lindenberg und Hummelhaus zu fusionieren. Dabei solle das Gebäude Lindenberg aufgegeben und die Kinder im Hummelhaus betreut werden. Weiterhin soll das Familienzentrum in das Gebäude der Kindertagesstätte Pusteblume umziehen. Gleichzeitig informiert Herr Dorff, dass Frau Angelov und Herr Schatz dazu eine Änderungsvorlage eingebracht haben, die die Barrierefreiheit für ältere Menschen berücksichtige. Diese Änderungsvorlage wird von der Verwaltung übernommen. Weiterhin betont er, dass die Beschlussvorlage 001/2026 auf die Reduzierung der Sachkosten abziele, insbesondere durch die Aufgabe der Immobilie „Lindenberg“ und Mieteinsparungen durch den Umzug des Familienzentrums. Er stellt klar, dass die Personalbedarfsplanung sich nach der Kinderzahl richte und die Fusionen keine primären Auswirkungen auf den Personalbedarf hätten, abgesehen von einer Reduktion der Leitungskräfte.
Frau Köhler führt aus, dass die Personalplanung auf Basis des Mindestbetreuungsschlüssels des Landes Sachsen-Anhalt erfolgt sei. Sie erläutert, dass die angedachten Platzreduzierungen und tarifliche Veränderungen, wie zusätzliche Urlaubstage und Tauschtage ab 2027, in die Berechnungen eingeflossen seien. Zudem seien Leitungsanteile, Kinderschutzfachkräfte, Anleiterstunden für Auszubildende sowie der besondere Betreuungsschlüssel für Integrationskinder berücksichtigt worden. Der Personalbedarf belaufe sich auf 170,443 Vollzeitäquivalente (VZÄ), wobei auch konzeptionelle Anforderungen wie Waldpädagogik, Montessori- und Pikler-Konzepte sowie Betreuung an Randzeiten einbezogen worden seien.
Herr Dorff ergänzt, dass die Stadt derzeit 194 Erzieherstellen vorhalte, was etwa 24 Stellen über dem Mindestbetreuungsschlüssel liege. Allerdings seien in dieser Zahl auch Erzieher in Elternzeit, EU-Rentner, Fachkräfte in Altersteilzeit sowie Sprach- und Resilienzfachkräfte enthalten. Effektiv stünden derzeit 184,888 VZÄ für die Kinderbetreuung zur Verfügung, was immer noch 14,4 Stellen über dem Bedarf liege. Er weist darauf hin, dass der hohe Krankenstand von durchschnittlich 40 Kalendertagen pro Mitarbeiter jährlich eine zusätzliche Herausforderung darstelle. Dies entspreche statistisch 24 VZÄ, die täglich nicht verfügbar seien, was zu einer Unterdeckung von 9,7 Stellen führe. Herr Dorff betont, dass die Stadt bemüht sei, den Stellenplan bedarfsgerecht zu gestalten und Kündigungen bei den Fusionierungen zu vermeiden, indem natürliche Fluktuationen genutzt würden.
Um 18:14 Uhr betritt Herr Linde den Finanzausschuss und nunmehr sind 8 stimmberechtigte Ausschussmitglieder anwesend.
Herr Thurm und Herr Schröder stellen Fragen zur Berechnung des Personalbedarfs und zur Berücksichtigung von Krankheitstagen.
Frau Köhler erklärt, dass die Berechnungen auf den Vorgaben des Landes basierten und dass die Personalplanung flexibel an veränderte Bedarfe angepasst werde.
Herr Radünzel ergänzt, dass Krankheitsabwesenheiten in Bereichen mit zwingendem Betreuungsbedarf, wie bei Erziehern und der Feuerwehr, in die Personalplanung einbezogen würden.
Frau Köhler berichtet, dass aktuell sechs Langzeiterkrankte im Erzieherbereich zu verzeichnen seien und dass es in der Vergangenheit Auffälligkeiten in einzelnen Einrichtungen gegeben habe, die überprüft würden.
Der Ausschussvorsitzende Boks fragt nach, ob es richtig ist, dass aufgrund der Schließung der Krippe Auerhahn und der Übernahme der Kinder in die Kita Villa Sonnenschein, der bisherige Turnraum weichen musste, um diesen als Gruppenraum zu nutzen.
Herr Dorff erläutert, dass die Schließung der Krippe Auerhahn und die Verlagerung der Kinder in die Villa Sonnenschein eine konzeptionelle Neuausrichtung erfordere. Dabei könnten sich Angebote wie ein Turnraum verändern, da die Raumkapazitäten begrenzt seien.
Frau Köhler ergänzt, dass das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern gemäß SGB VIII berücksichtigt werde, was die Verteilung der Kinder auf die Einrichtungen beeinflusse.
Herr Dorff betont, dass die Stadt eine soziale Lösung für die betroffenen Kinder und Eltern anstrebe, auch wenn dies betriebswirtschaftlich nicht die günstigste Option sei.
Herr Schatz regt an, die Personalentwicklung angesichts der sinkenden Kinderzahlen weiter zu beobachten und alternative Modelle, wie Arbeitszeitverkürzungen, zu prüfen. Er weist darauf hin, dass die Kosten für überzählige Stellen erheblich seien.
Herr Thurm und Frau Angelov betonen, dass die Arbeit mit Kindern besondere Anforderungen stelle und dass auch die Eltern in der Verantwortung stünden, kranke Kinder nicht in die Betreuung zu bringen.
Herr Dorff kündigt an, den Krankenstand in den Kindertagesstätten weiter zu analysieren und die Ergebnisse in den zuständigen Ausschüssen vorzustellen.
Im Anschluss an die Diskussion lässt der Ausschussvorsitzende Boks über die Beschlussvorlage 001/2026 abstimmen.
Abstimmungsergebnis: 8 Ja-Stimmen 0 Nein-Stimmen 0 Enthaltungen