Frau Barner übernimmt die Moderation.
Frau Angelov erläutert, dass sie die von ihr eingebrachte Beschlussvorlage 003/2025 auch in diesem Ausschuss besprechen möchte, da es im JSSA um vulnerable Gruppen, wie z.B. Senioren geht. Sie stellt den Inhalt der Vorlage dar.
Herr Kobiljakovic sagt, es sei unstrittig, dass dies ein wichtiges Thema sei, dass aufgegriffen werden müsse, jedoch nicht so allgemein. Es gebe viele Themen, die auch schon von anderen Städten aufgegriffen wurden und bearbeitet werden, hier gebe es auch schon Erfahrungen. Die Dinge, die speziell Wernigerode betreffen, wie z.B. die Brände, können aufgenommen werden. Um Kosten zu sparen, sollten aber die Dinge, die in anderen Städten schon aufgenommen wurden, auf Kreis- oder Landesebene gebündelt und dann auch mit den Städten gemeinsam erarbeitet werden.
Herr Sciborski sagt, darauf müsse man reagieren, wenn es Brände oder Überschwemmungen gäbe, und er habe gerade heute die Stellungnahme von Herrn Kramer und Herrn Dorff gelesen, in der steht, dass die Stadt Wernigerode auf einem sehr guten Wege sei, genau diese Vorsorgemaßnahmen für diese entsprechenden Wetterextreme zu treffen. Ansonsten habe er zur Kenntnis genommen, dass der Katastrophenfall in die Zuständigkeit des Landkreises Harz fällt, dass man hier dabei ist, Arbeitsgruppen für eine Zusammenarbeit zu bilden. Er richtet die Frage an Frau Angelov, wie die Umsetzung erfolgen soll, dass die Bushaltestellen beschattet werden sollen. Er wisse nicht, was dies für einen materiellen und finanziellen Aufwand bedeutet. Er sagt, in den letzten Jahren wäre es eher zu kalt als zu warm gewesen, und fragt, ob es sich lohne, für die wenigen heißen Tage solchen Aufwand zu betreiben.
Frau Walter möchte als Grüne die Beschlussvorlage sehr unterstützen. Sie möchte dabei sehr konkret bleiben, wenn gesagt wird, was machen wir, nicht der Landkreis oder andere Städte, sondern wir konkret vor Ort im Stadtgebiet. Sie berichtet, dass sie zur Ortsteilbegehung unterwegs war mit Herrn Kramer, dort ging es um Hochwasserschutz, ganz konkret wurde dort vorgeschlagen, dass das Wasser der Holtemme schon vor der Steinernen Renne in die Flächen kann, nicht erst, wenn es in der Stadt ist. Das sei eine konkrete Maßnahme. Im Harz z. B. kann man die alten Hohlwege nutzen, um das Wasser vorher schon ablaufen zu lassen. Eine zweite große Maßnahme – Schwammstadt, vielleicht ist das noch nicht nötig, aber es muss unterirdisch möglich sein, Hochwasser aufzufangen. Im Fall der Trockenheit könne man damit Grünflächen der Stadt bewässern. Dann gibt es die Möglichkeit, dass das Wasser in der Holtemme z. B. nicht mehr schneller wird, und das kann man erreichen, indem es sich links und rechts ausbreiten kann, nicht durch einen Kanal schießt, man könnte also die Flussläufe ändern.
Thema Katastrophenschutz - wir wollen doch Katastrophen verhindern, das wäre eine Möglichkeit
Thema Hitze - ältere Leute, Kinder leiden darunter. Die Hitze steigt mit der Bebauungsdichte in einer Stadt, auch mit der Anzahl der Fahrzeuge und mit dem Fehlen von Stadtgrün. Breite Straße 84 war einmal das Thema, Grüne haben sich vor Jahren dafür eingesetzt, dass hier die Grünfläche im Hof nicht bebaut wird, denn jede grüne Fläche in einer Stadt regelt Temperaturen, auch die Fallwinde vom Schloss herunter hätten hier beigetragen. Nun werde diese Grünfläche nach Stadtratsbeschluss zugebaut. Frau Walter berichtet, sie schaue oft TV-Sendungen über Klima/Temperatur in Städten. Natürlich ist Wernigerode keine Großstadt, es müssen keine Betonhäuser begrünt werden, aber die eine oder andere Fläche in den Neubaugebieten eigne sich bestimmt zum Begrünen. Es gibt wunderbare Beispiele, wie ganze Seitenwände grün werden. Ganz konkret, wir müssen dafür sorgen, dass bei Baumaßnahmen konkret die Wärme- und Wasserentwicklung in der Stadt berücksichtigt wird.
Frau Barner bittet Herrn Dorff, dies in den Bauausschuss mitzunehmen.
Herr Dorff bestätigt Frau Barners Aussage, dass die Stadt eine ganze Menge macht. Die Stadträte haben die Möglichkeit, bei Bebauungsplänen für ausreichende Grünflächen, Bepflanzung bzw. Ausgleichsmaßnahmen zu sorgen. Dafür wurde ein Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der Stadt eingestellt, der auf diese Dinge achtet. Er informiert, dass Frau Angelov die Beschlussvorlage etwas anpassen wird, und bittet sie, dazu Erläuterungen zu geben.
Frau Piper unterstützt ebenfalls die Vorlage. Man habe jetzt die Möglichkeit für die nächste Generation zu handeln, und sie möchte sich nicht vorwerfen lassen, es gewusst zu haben und nicht gehandelt zu haben.
Frau Angelov bestätigt, dass die Stadt nicht bei Null anfange. Sie habe sich letzte Woche bei Herrn Lemke und bei Herrn Kramer erkundigt, was die Verwaltung bereits heute alles auf die Beine gestellt hat. Schutz vor Wetterextremen sei als Querschnittsaufgabe zu verstehen, vorhandene Projekte besser zu verzahnen: Welche Bausteine habe man z. B. beim Thema Hitze, beim Thema Hochwasser, wo ist hier die Zuständigkeit tatsächlich bei der Stadt Wernigerode, was kann die Kommune tun, dass es ihren Bürgerinnen und Bürgern gut geht? Ziel ist, dass die Stadt Wernigerode anpassungsfähiger wird. Wetterextreme nehmen zu. Gerade an den Bushaltestellen leiden ältere Menschen und Schulkinder, die auf den Bus warten, unter Hitze, und es gebe Möglichkeiten, dort für Beschattung zu sorgen. Herr Kramer habe hierzu viele Ideen. Es wäre eine echte Bereicherung, wenn dies transparent den Stadträten zur Einsicht zur Verfügung gestellt werden könnte. Sie nennt als Beispiel eine Vernebelung vom Wohltäterbrunnen, die bei Hitze für kühle Luft auf dem Markt sorgt.
Frau Barner versteht Frau Angelovs Anliegen. Sie denkt, dass die Stadt hier schon viel macht und schätzt ein, dass es nicht notwendig sei, ein Konzept aufzustellen. Sie sei eher für „Machen“.
Frau Walter vertritt die Meinung, man bräuchte hier nicht nur ein Konzept als Papier, sondern einen soliden Expertenvortrag für die Stadträte mit Bildern, Beispielen aus anderen. Herr Kramer ist da sehr effizient und hat tolle Ideen. Sie schlägt vor, als Bestandteil einer Stadtratssitzung, hierzu z.B. Herrn Peter Knolle oder andere Klimaexperten bzw. Wissenschaftler zu einem Vortrag einzuladen. Sie empfiehlt das, weil Bilder aus anderen Städten, oder Menschen, die aus anderen Städten berichten, viel Innovatives bewirken können mit Begeisterung und mit Klarheit, wie es bautechnisch, physikalisch, chemisch, biologisch gelöst werden kann und auch haushaltstechnisch. Dies müsse nicht viel kosten. Es kam aus der CDU die Meinung, dass keine weiteren Vorträge, sondern Entscheidungen gebraucht würden. Aber Entscheidungen müssen klar und gut vorbereitet werden, darum bittet sie herzlich, dies als Idee für eine Stadtratssitzung aufzunehmen.
Bei der anschließenden Abstimmung wird die Vorlage 003/2025 mit 3 Ja-, 5 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung nicht empfohlen.
Herr Pönitz verlässt die Sitzung.