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Vorlage - AF-12-2021  

Betreff: Waldumbau
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Verfasser:Herr Linde
Herr Linde
Federführend:Stadtbetriebsamt Bearbeiter/-in: Kascha, Tobias
Beratungsfolge:

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
Beschlussvorschlag:

Zu Pkt. 1

-          Siehe Anlage Gesamtübersichtskarte Stadtwald Wernigerode

 

Zu Pkt. 2

-          - Besonders geschädigte Bereiche

  • Alle Flächen, auf denen Fichten als Hauptbaumart bestandsbildend oder eingemischt waren
  • Kühnenkopf, Neue Heeg, Viehweide, Hüttestieg, Wellbornskopf, Trockene Eiche, Hilmarsberg, Drängetal, Zillierbachtalsperre, Schierke Kleiner Winterberg
  • Beräumte Fläche Stand 07.07.2021: 560 ha
  • Abgestorbene Flächen Stand September 2021: ca. 800 ha (weiterer Käferbefall im Sommer 2021!)

-          Alle Fichtenbestände älter als 20 Jahre sind geschädigt. Sie sind vollständig oder teilweise abgestorben (siehe Übersichtskarte Stadtwald Wernigerode, graue Flächen)

-          Abgestorbene Bäume = sog. Totholz, stehend und liegend

  • Erhalt auf allen geräumten Flächen, ca.10 – 20 % Totholz (Einzelbäume, Baumgruppen, Restholz)
  • Vollständiger Erhalt auf Flächen die sich nicht effizient bewirtschaften lassen, z.B. Steilhanglagen im Drängetal oder im Zillierbachtal
  • Vollständiger Erhalt auf Flächen zur Bildung von Kulissen, zur Umfassung von anderen, gesunden Waldbeständen und als Windschutz, z.B. zwischen Neue Heeg und Hüttestieg
  • Der Einsatz von Holzerntemaschinen erfolgt so bestands- und bodenschonend wie möglich. Die Befahrung erfolgt witterungsangepasst und ausschließlich auf einem Gassensystem, bei dem max. 16 % der Fläche befahren werden. Auf 84 % der Fläche wird keine Pflanze geschädigt.

-          Aufforstungsfläche Stand 07.07.2021: ca. 400 ha, Stand September 2021 ca. 600 ha Tendenz steigend

-          Wiederbewaldung/Flächenpriorisierung

  • Natürliche Sukzession ohne weitere Bewirtschaftung, auf Extremstandorten (trocken, felsig, steil), z.B. Steinbergskopf
  • Vorhandene Naturverjüngung mit späterer Übernahme in den Hauptbestand, z.B. Kunstkopf oder Wellbornskopf
  • Gezielte Aufforstung auf normal bewirtschaftbaren Standorten ohne Vorbestockung (ebene und geneigte Flächen), z.B. Hüttestieg, Viehweide, Hilmarsberg
    • Pflanzung von Laub- und Mischbeständen
    • Pflanzung von Nadelholzbeständen
  • Die natürliche Wiederbewaldung wird auf allen Schadflächen einsetzen; sie wird je nach vorkommenden Baumarten als Vorwald oder späterer Hauptbestand genutzt.

 

Zu Pkt. 3

Restholz auf den Waldflächen verbleibt dort als Humusbildner. Restholz an den Waldwegen oder Abfuhrreste können von interessierten Bürgern zu marktüblichen Preisen für private Zwecke erworben werden. Dies erfolgt nach örtlicher Einweisung und nach Unterzeichnung einer Brennholzvereinbarung.

 

             

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

In Sachsen-Anhalt sind die Auswirkungen der Klimaveränderungen nirgends so deutlich sichtbar wie in unseren Harzer Wäldern. Durch Trockenheit, Stürme und darauffolgende Schadinsekten wie dem Borkenkäfer wurden bereits große Mengen an Bäumen geschädigt. Ein Waldumbau weg von Fichten-monokulturen hin zu klimastabilen Mischwäldern wird vom Landeszentrum Wald empfohlen. Durch den notwendigen Waldumbau treffen wir Entscheidungen für Generationen.

 

  1.      Bitte übersenden Sie einen Plan mit den genauen Grenzen des Stadtwaldes.

 

  1.      Welche Strategie verfolgt die Stadt Wernigerode in Bezug auf das großflächige Baumsterben?

 

-       Welche Stadtwaldbereiche sind bereits geschädigt?

-        Von welchen weiteren Flächen müssen wir ausgehen?

-        Wo bleiben die abgestorbenen Bäume stehen, um nachwachsenden Pflanzen Schatten zu spenden und später als Nährstoffe zu dienen?

-       Wo werden durch maschinelle Holzerntemaschinen die restlichen Pflanzen am Waldboden auch geschädigt?

-          Wo ist geplant durch Aufforstung oder natürliche Verjüngung den Wald weiterzuentwickeln?

 

Bitte diese Angaben in einen weiteren Lageplan des Stadtwaldes unterstützend eintragen.

 

Auch nach der Abfuhr von Holz aus dem Wald bleiben große Mengen Restholz auf dem Waldboden liegen. Ist ein erleichterter Zugang für Bürger zu solchen Ast- und Restholz möglich (kostenlose oder vergünstigte Holzbergescheine, Zufahrtsmöglichkeit über Waldwege)?        

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

15.09.2021        

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anhang Anfrage 12-2021 (4554 KB)