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Vorlage - AF-06-2020  

Betreff: Durchgangsverkehr über die Lindenallee
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Verfasser:Herr Linde
Herr Linde
Federführend:Ordnungswesen Bearbeiter/-in: Münzberg, Anja
Beratungsfolge:

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
Beschlussvorschlag:

Zu 1.)

Die letzte Verkehrszählung Am Vorwerk fand im Februar 2019 statt und dauerte eine Woche. Als Höchstwert sind dabei 3.930 Fahrzeuge/24 Stunden am 18.02.2019 (Montag) gemessen worden. Der niedrigste Wert lag bei 2.271 Fzg./24 Std. und wurde am 17.02.2019 (Sonntag) gemessen.

Am Burgberg sind im September 2018 ebenfalls im Zeitraum von einer Woche Daten erhoben wurden. Der Höchstwert der gemessenen Fahrzeuge lag dort bei 4.528 Fzg/24 Std. am 13.09.2018 (Donnerstag). Der niedrigste Wert lag bei 2.854 Fzg/24 Std. und ist am 09.09.2018 (Sonntag) gemessen wurden.

Die Messstandorte sind der Skizze 1 zu entnehmen.

 

Zu 2.)

Im Rahmen der Erstellung des Verkehrskonzepts für die Innenstadt wurden seitens der Stadt Wernigerode im Juni 2012 Verkehrserhebungen im Zeitraum von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Kurzzeitzählungen wurden auf Tagesverkehrsstärken hochgerechnet.

Festzustellen waren Verkehrsstärken Am Burgberg von 3.300 Fzg/24 Std. und Am Vorwerk 4.700 Fzg/24 Std. bzw. in der Burgstraße von 4.800 Fzg/24 Std.

Da die Datenerhebung mit unterschiedlichen Methoden erfolgte, ist ein objektiver Anstieg damit nicht nachvollziehbar. Es ist eher von einem gleichbleibenden, vergleichsweise hohen Verkehrsaufkommen auszugehen.

 

Zu 3.)

Ähnliche Verkehrsstärken werden in der Albert-Bartels-Str. mit 5.600 Fzg/24 Std. festgestellt. Im befahrbaren Abschnitt der Breiten Str. wurden vor dem Umbau 3.500 Fzg/24 Std.  registriert.

 

Zu 4.)

Der Fahrzeugverkehr geht neben einer gewissen Lärmbelastung mit einer entsprechenden Feinstaubbelastung einher. Anhand der täglich zur Verfügung gestellten Messwerte zur Feinstaubbelastung in der Stadt Wernigerode ist jedoch kein Überschreiten gültiger Grenzwerte zu verzeichnen. Die Messstation befindet sich im Bereich Hauptbahnhof Wernigerode. Aufgrund der Tatsache, dass in diesem Bereich höhere Verkehrsstärken vorliegen und dennoch ein Überschreiten der Grenzwerte nicht feststellbar ist, ist eine zu hohe Feinstaubbelastung im Bereich Burgberg/Am Vorwerk/Lindenallee auszuschließen.


Zu 5. und 6.)

 

Skizze 1       Quelle: lvermgeo.sachsen-anhalt.de

 

Anhand der Verkehrszählungsdaten aus dem Monat Februar 2019 erfolgte eine Lärmpegelberechnung gemäß der Sechzehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verkehrslärmschutzverordnung - 16. BImSchV) für die direkt angrenzenden Gebäude der Grundstücke Walther-Rathenau-Str. 38 und 40 sowie Am Vorwerk 10 (Skizze 1).

 

Die Berechnung erfolgte anhand des gemessenen Spitzenwertes von 3.930 Fahrzeugen am Tag, den jeweiligen Spitzenwerten zwischen 16:00 bis 17:00 Uhr von 421 Kfz/Std. sowie zwischen 05:00 und 06:00 Uhr von 102 Kfz/Std., einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h, dem vorhandenen Gefälle von 6%, der Führung des Verkehrs in eine Richtung (Einbahnstraße) und der gepflasterten Fahrbahnoberfläche.

 

Die Immissionsgrenzwerte nach § 2 der 16. BImSchV wären hier mit 59 dB(A) tagsüber und 49 dB(A) nachts anzusetzen, da es sich um ein allgemeines Wohngebiet handelt.

 

Am Gebäude des Grundstücks Walther-Rathenau-Str. 38 sind die Grenzwerte nach 16. BImSchV bei jetziger Verkehrsbelegung und Fahrbahnoberfläche bereits zur Tages- und Nachtzeit erfüllt.

 

Am Gebäude Walther-Rathenau-Str. 40 werden die Werte derzeit nur nachts mit 48,3 dB(A) erfüllt und tagsüber kommt es zu Überschreitungen i.H.v. 2,5 dB(A). Mit dem Tausch des Pflasters in eine Fahrbahnoberfläche aus Asphalt wären die Grenzwerte an dieser Stelle tagsüber ebenfalls erreicht und in der Nacht deutlich unterschritten.

 

Für das Gebäude Am Vorwerk 10 wäre mit Austausch des Pflasters in der Nacht eine Pegelunterschreitung möglich, tagsüber reicht selbst eine Asphaltoberfläche nicht dafür aus, die Grenzwerte zu unterschreiten. Es kommt dort weiterhin zu übersteigenden Werten von 3,5 dB(A).

 

Aus verkehrsrechtlicher Sicht stellen die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV eine Orientierungshilfe dar, ab wann von einer Beeinträchtigung durch Verkehrslärm auszugehen ist. Ist die Lärmbelastung so hoch, dass auch die Richtwerte der Lärmschutz-Richtlinien-Straßenverkehr überschritten werden, verdichtet sich das Ermessen der Behörde auf eine Verpflichtung zum Einschreiten. Auch hier liegt jedoch noch keine Ermessensreduktion auf null vor, sondern alle Umstände des Einzelfalls müssen umfassend berücksichtigt und abgewogen werden. Da die Grenzwerte der 16. BImSchV zum Teil überschritten, die Richtwerte der Lärmschutz-Richtlinien-Straßenverkehr von 70 dB(A) zwischen 6:00 und 22:00Uhr (tags) und 60 dB(A) zwischen 22:00 und 06:00Uhr (nachts) jedoch unterschritten werden ist eine zwingende verkehrsrechtliche Maßnahme aus Lärmschutzgründen nicht zu begründen.

 

Der Tausch der Fahrbahnoberfläche von Pflaster zu einer Asphaltfahrbahn hätte eine Reduzierung von 3 dB(A) zur Folge und damit wäre die Einhaltung aller Grenzwerte für das Gebäude Walther-Rathenau-Str. 40 möglich. Am Gebäude Am Vorwerk 10 läge auch mit dem Tausch der Fahrbahnoberfläche ein Wert von 62,5 dB (A) vor und damit eine Überschreitung um 3,5 dB (A) der Grenzwerte der 16. BImSchV.

 

Eine (hypothetische) Halbierung der Verkehrsstärke auf ca. 2.000 Fahrzeuge pro Tag (ohne Oberflächentausch) hätte eine Verminderung um 4 dB (A) zur Folge. Damit wären die Immissionswerte an den Wohnhäusern Nr. 40 und 38 eingehalten. Am Immissionsort Am Vorwerk 10 bleiben die Immissionswerte mit mehr als 3 dB am Tage überschritten. Dort wäre nur in Kombination mit dem Tausch der Fahrbahnoberfläche in eine Asphaltfläche die Einhaltung der Werte möglich.

 

Weitere Verbote der Durchfahrt für spezielle Verkehrsarten (bspw. Fahrzeuge >3,5 t) kann keine Reduzierung auf 2.000 Fzg. pro Tag erreicht werden. Keine der vorhandenen Verkehrsarten hat einen so großen Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen, dass durch deren Verbot eine solche Reduzierung erreicht werden könnte. Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht größer 3,5 t hatten ein Anteil von 0,89 % am Gesamtverkehrsaufkommen.

 

Ein vollständiges Verbot der Durchfahrt (Vollsperrung Am Vorwerk, außer für zu Fuß Gehende und Rad Fahrende) hätte Nachteile für die Erschließung der Quartiere und erzeugt weitere (Umweg)Fahrten auf dem B244-Außenring. Generell ist derzeit unklar, ob die lichtsignalgesteuerten Kreuzungen entlang der B244 (Westerntor, Krankenhaus, Altstadtkreisel) eine weitere Belastung von bis zu 8.500 Fzg/Tag in der Spitze abwickeln könnten. Da die betreffende Bundesstraße in Baulastträgerschaft der Landesstraßenbaubehörde liegt, kann eine entsprechende Prüfung lediglich durch die Stadt Wernigerode forciert, jedoch nicht eigenständig beauftragt werden. Diesem Sachverhalt soll im Anschluss nachgegangen werden.

 

Neben dem Austausch der Fahrbahnoberfläche stünden die Optionen der Installation von Dialog-Displays, zur verbesserten Wahrnehmung der tatsächlichen Geschwindigkeit, sowie der Einsatz von Schwellen bzw. Aufpflasterungen entlang der Fahrbahn zur Überlegung. Schwellen und Aufpflasterungen sind jedoch bislang nicht realisiert worden, da damit einhergehend weitere Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner durch die unstetige Fahrweise (Bremsen-Überfahren-Beschleunigen) verbunden sind und der Effekt auch nur sehr lokal und bei bestimmten Fahrzeugtypen Wirkung zeigt. Weitere Maßnahmen zur Lärmminderung wie der Ausschluss bestimmter Fahrzeuge (mit mehr als 2,20 m Fahrzeugbreite) sowie die Geschwindigkeitsreduzierung (Tempo 20) wurden bereits realisiert.

Ein Dialog-Display soll ergänzt werden, um eine weitere Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit zu erreichen (näheres dazu, siehe nächste Frage).

 

Mit der Schaffung einer direkten Verbindung zwischen B244 und A36 durch den Fenstermacherberg soll zukünftig eine Entlastung für die innerstädtischen Verbindungsstrecken in und aus Richtung Autobahn entstehen.

 


Zu 7.,8. und 9.)

 

Messungen direkt an der Durchfahrtsperre Lindenallee/Am Vorwerk sind mangels eines geeigneten Standortes für das Verkehrszählgerät nicht möglich. Auf der Gefällestrecke Am Vorwerk war dies ebenfalls nicht möglich, da durch das Gefälle die Messung verzerrt wird. Daher erfolgte die Datenerhebung im Abschnitt gemäß beigefügter Skizze 1.

 

Die Messung ergab, dass 85% der Verkehrsteilnehmenden in diesem Abschnitt mit einer geringeren Geschwindigkeit als 33 km/h unterwegs waren. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei 28 km/h.

 

Es ist vorgesehen, an der Gefällestrecke Am Vorwerk ein Dialog-Display zu ergänzen, um eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit zu erreichen. Dialog-Displays setzen auf Kommunikation mit den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern. Sie geben positives Feedback (Smiley, Daumen hoch) bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und mahnen zur Reduzierung der Geschwindigkeit bei deren Überschreitung. Mit dem Einsatz eines Dialog-Display ist vielfach eine Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeiten zu beobachten.

 

Zu 10.)

Das Verbot für Fahrzeuge mit einer Breite einschließlich Ladung von mehr als 2,20 m wird durch die rechts und links der Fahrbahn befindlichen Poller (Rundbaken) zusätzlich physisch unterstützt.

 

Es ist vorgesehen, eine weitere Durchfahrtsperre im Bereich der Gefällestrecke zu ergänzen.

 

Zu 11. und 12.)

 

Screenshot: Route von der Nöschenröder Str. in Richtung Lindenallee. Bislang wird die B244 bei GoogleMaps als schnellste Route empfohlen.

 

Screenshot: Für die Route von der Lindenallee in Richtung Nöschenröder Str. wird jedoch die Strecke über Am Vorwerk und Burgstraße von GoogleMaps empfohlen.

 

Einige Datenanbieter von Geoinformationen (z.B. Google Maps, OpenStreetMap) bieten Nutzerinnen und Nutzern mit einer entsprechenden Anmeldung die Möglichkeit, falsche oder ungenaue Informationen zu melden. Ob diese Meldungen von diesen Anbietern berücksichtigt werden, ist der Stadt Wernigerode nicht bekannt. Informationen an diese Anbieter über Ge-und Verbote erfolgen durch die Stadt Wernigerode weder automatisiert noch manuell. Anfragen dieser Anbieter an die Stadt Wernigerode für solche Informationen bestehen ebenfalls nicht. Daher ist zu vermuten, dass die Datenerhebung selbstständig (z.B. GoogleStreetView) durch Befahrungen mit Kamerafahrzeugen erfolgt und/oder auf lizenzfreie und lizenzpflichtige Daten zugegriffen wird (z.B. Landesamt für Vermessung Geoinformation Sachsen-Anhalt). Auch das Nutzerverhalten, also die tatsächlich zurückgelegten Wege der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, werden von Navigationssoftwareanbietenden erhoben und für die Routenplanung berücksichtigt.

 

 

Irrtümlich fahren viele dieser Fahrer von der Lindenallee kommend in den Burgberg

ein. Offenbar wird das Sackgassen-Schild zu spät wahrgenommen. Ich bitte ebenfalls um Überprüfung.

 

Ortsunkundige Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer müssen sich am Knoten Lindenallee/Walther-Rathenau-Str./Am Vorwerk/Burgberg mit einer Vielzahl von Regelungen in kurzer Zeit auseinandersetzen. Auch die Durchfahrtsperre wirkt auf Ortsunkundige abschreckend, so dass zu beobachten ist, dass manche nur zögerlich diese durchfahren oder aber davor zurückschrecken und in den Burgberg abbiegen, um den folgenden Fahrzeugen Platz zu machen und sich in Ruhe zu orientieren.

Hier könnte eine Verlängerung der Einbahnstraße Burgberg bis zur Lindenallee Abhilfe schaffen.

 

 

               

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

In den letzten Jahren ist der Durchgangsverkehr über die Lindenallee offenbar immer weiter angestiegen. Lange Fahrzeugschlangen, Urlauber und Anwohner die an den Straßen warten müssen, um diese zu überqueren, Staus in der Burgstraße, dem Vorwerk und der Lindenallee nehmen massiv zu. Damit einhergehend nimmt die Lebensqualität der Anwohner in diesem Bereich weiter ab.

 

  1. Ich bitte um Mitteilung der detaillierten Ergebnisse der letzten Verkehrszählungen.

 

  1. Ist der Anstieg des Durchgangsverkehrs anhand der Verkehrszählungen objektiv nachvollziehbar?

 

  1. Gibt es andere Bereiche der Wernigeröder Innenstadt, in denen derart viele Fahrzeuge gezählt werden?

 

  1. Was sind die Auswirkungen des Fahrzeugverkehrs / Durchgangsverkehrs auf die Anwohner?

 

  1. Gibt es hier Abschnitte, in denen die Anwohner besonders starkem Lärm ausgesetzt sind?

 

  1. Gibt es Planungen die Anwohner in diesen Teilbereichen zu entlasten?

 

  1. Wurden im Zusammenhang mit den Verkehrszählungen Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt? (Orte der Geschwindigkeitsverstöße und Uhrzeiten).

 

  1. Wie regiert die Stadt auf diese Geschwindigkeitsverstöße?

 

  1. Gab es z.B. Messungen im Bereich Durchfahrt Lindenallee/Vorwerk, Vorwerk und Burgstraße?

 

Im Bereich der Durchfahrt Lindenallee/Vorwerk und am Burgberg bestehen Begrenzungen der zulässigen Durchfahrtsbreite (2,20 m). Trotzdem wird die Abkürzung von zahlreichen deutlich breiteren Fahrzeugen benutzt.

 

  1. Welche Maßnahmen wurden/werden unternommen, um breitere Fahrzeuge von der Durchfahrt abzuhalten?


Immer mehr ortunkundige Fahrer benutzen diese Strecke. Offenbar wird diese Abkürzung nunmehr von den gängigen Navigationssystemen angezeigt.

 

  1.  Gibt es Möglichkeiten solche Straßen für Navigationssysteme zu "sperren"?

 

  1.  Werden diese Möglichkeiten von der Stadt Wernigerode genutzt?

 

Irrtümlich fahren viele dieser Fahrer von der Lindenallee kommend in den Burgberg ein. Offenbar wird das Sackgassen-Schild zu spät wahrgenommen. Ich bitte ebenfalls um Überprüfung.

      

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

14.09.2020