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Vorlage - AF-03-2020  

Betreff: Anschaffung eines Loipenspurgerätes/einer Pistenraupe
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage
Verfasser:Herr Linde
Herr Linde
Federführend:Amt für Schule Kultur und Sport Bearbeiter/-in: Lisowski, Silvia
Beratungsfolge:

ALLRIS® Office Integration 3.9.2
Beschlussvorschlag:

Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Wernigerode, die aus der Corona-Pandemie resultiert, und des ohnehin bestehenden Sperrvermerks, wurde bereits von Seiten der Verwaltung vom Ankauf eines Loipenspurgerätes in diesem Haushaltsjahr Abstand genommen. Es droht nunmehr, das in der Haushaltsdiskussion beschriebene Risiko, dass beide Geräte altersbedingt zeitgleich ausfallen mit den entsprechenden Folgen für den Langlauf-Standort Wernigerode.

 

Zu Punkt 1 und 2

Zurzeit werden folgende Loipen mit einer Gesamtlänge von 78,8 km gespurt und unterhalten:

Sandbrinkloipe + Skating Loipe:  7,6 km  Höhenunterschied: 633 - 700 m

Wintergbergloipe:   14,5 km Höhenunterschied: 633 - 882 m

Königsberger Loipe:   14,5 km Höhenunterschied: 633 - 905 m

Kleine Schleife Winterbergloipe: 6,6 km  Höhenunterschied: 633 –750 m

Renneckenbergloipe:   12,7 km Höhenunterschied: 665 – 825 m

Hohne Loipe:    8,5 km  Höhenunterschied: 550 – 635 m

Hohnewiese Verbindungsloipe:  4 km 

Kinderloipe Hohnewiese:  1 km

Wettkampfloipe:   10 km  Höhenunterschied: 550 – 635 m

Goethe-Weg

 

Außerdem wird der Skihang im Zwölfmorgental präpariert. Hier muss angemerkt werden, dass dies nur mit einem Raupenfahrzeug möglich ist. Ein Quergefälle haben die Strecken nach Aussage des Nationalparks nicht.

 

Im Anhang befindet sich eine Karte, mit Loipen und Winterwanderwegen.

 

Zu Punkt 3

Beide Arten werden gespurt, sowohl Nordic wie auch Skating.

 

Zu Punkt 4

Es wurde sich bisher noch für kein Fabrikat entschieden. Da es sich bisher nur um einen Planungsansatz handelt, wurde nur eine Preisabfrage gemacht. Es wurde sich für den Pistenbully 100 der Fa. Kässbohrer bei der Preisabfrage entschieden, da bereits mit diesem Fabrikat gearbeitet wird und diese das führende Unternehmen in dieser Branche ist.

 

In den Haushalt wurden dann die entsprechenden Mittel eingeplant. Es handelt sich bei dieser Preisanfrage noch nicht um ein verbindliches Angebot, sondern nur um eine Planungsgröße. Da zwischen erster Preisanfrage für die Planung und tatsächlichem Ankauf etwa 1,5 bis 2 Jahre vergehen können, legen sich die Firmen noch nicht endgültig fest.

 

Erst wenn ein bestätigter Haushalt vorliegt, erfolgt die Ausschreibung. Hier werden alle Anbieter von Pistenraupen einbezogen, wie Prinoth, Formatic, Kässbohrer. Den Zuschlag erhält der Anbieter mit dem wirtschaftlichsten Angebot.

 

Zu Punkt 5

Loipenspurgeräte müssen generell an ein Trägerfahrzeug angebracht werden. Es fräst den Schnee hinter dem Fahrzeug und lockert ihn damit auf. Anschließend wird auf der gesamten Breite der Schnee fest gepresst, die eigentliche Loipe wird durch eine spezielle Spurplatte mit konstantem Anpressdruck in den Schnee gedrückt. Zusätzlich ist an dem Fahrzeug ein Schiebeschild angebracht, um eventuell Verwehungen bzw. höhere Schneelagen vorher schon zu glätten.

 

Aufgrund der Beschaffenheit der Loipen und der besonderen Schneeverhältnisse im Oberharz ist der Einsatz eines klassischen Kommunalfahrzeuges nicht möglich.

 

An steilen Böschungen wird der Schnee ungleichmäßig in die Wege geweht. Dieser muss vor dem Spuren mit viel Kraft verteilt und über die Gräben hinausgeschoben werden, um ein Planum zu schaffen. Dafür ist ein Raupenfahrzeug mit einem großem Rad- bzw. Kettenabstand und breiten Schiebeschild notwendig, um nicht seitlich wegzubrechen.

 

Auch bei wenig Schnee ist eine große Auflagefläche Voraussetzung, um eine geschlossene Schneedecke zu erzeugen. Denn bei geringer wie bei Kommunalfahrzeugen wird der Untergrund aufgewühlt und mit „hochgezogen“. Ein Spuren ist dann nicht mehr möglich.

 

Eine besondere Herausforderung sind die Steilstücke mit 8 bis 12 % Steigung, z. B. in der Wettkampfloipe. Hier gerät sogar der Pistenbully an seine Grenzen. Ein Kommunalfahrzeug würde sich aufgrund seiner geringeren Auflagefläche vor allem bei Neuschnee oder verharschten Untergrund festfahren oder sogar eingraben. Hier müsste das Fahrzeug mit Spezialgerät, also einem Raupenfahrzeug, geborgen werden.

 

Aufgrund dieser technischen Anforderungen war der Ankauf eines Kommunalfahrzeuges zu keiner Zeit eine Alternative. Das Spuren der Loipe erfolgt im Winter ab ca. 4:00 Uhr und verlangt den Fahrern bei widrigen Witterungsverhältnissen eine Menge ab. Es muss gewährleistet sein, dass sie sich in technischer Hinsicht und Ausstattung auf das Fahrzeug verlassen können.

 

 

Zu Punkt 6

Gebrauchtfahrzeuge sind am Markt verfügbar. Durchschnittlich haben sie ein Alter von 7 Jahren und kosten ca. 100.000 €. Entscheidend bei diesen Fahrzeugen ist aber nicht nur das Alter, sondern die Betriebsstunden. Diese liegen meist bei 5.000 Stunden. Somit hätte man wieder ein altes und anfälliges Fahrzeug.

 

Zu Punkt 7

Die anderen Nationalparkorte im Harz/Westharz spuren mit einem Pistenbully.

 

Zu Punkt 8

Da die Zuständigkeit für die Unterhaltung der Loipen im Amt für Schule, Kultur und Sport liegt und es sich nicht ausschließlich um ein touristisches, sondern auch sportliches Angebot handelt, wurde er dort geplant       

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

1.) Welche Wege sollen mit dem geplanten Gerät als Loipen oder Winterwanderwege hergerichtet werden? (bitte ca. Länge angeben und Plan beilegen)

2.) Welche Steigungen und welche Quergefälle haben diese Wege?

3.) Welchen Art Loipe soll gespürt werden? (Nordic oder Skating?)

4.) Was für Arten von Loipenspurgeräten gibt es? Was kosten diese in etwa? Warum wurde sich für die Variante Pistenbully entschieden?

5.) Gibt es Geräte die auch im Sommer nutzbar sind? Fanden dazu Abstimmungen mit anderen Bereichen der Stadtverwaltung statt? (z.B. Bauhof oder SG Grünanlagen)

6.) Gib es junge Gebrauchtfahrzeuge am Markt? Wie viel kosten diese?

7.) Mit welchen Geräten spuren die anderen Nationalparkorte die Loipen?

8.) Wurde eine alternative Beschaffung des Fahrzeuges über die Wernigeröder Tourismus GmbH geprüft? Es handelt sich schließlich um eine touristische Leistung deren Refinanzierung über die Kurtaxe erfolgen könnte.

Begründung:

Die Technik zum Spuren der Loipen ist veraltet und entsprechend häufig defekt. Zurzeit werden zwei Kässbohrer Pistenbully eingesetzt. Die geplante Anschaffung eines neuen Pistenbully wurde mit
250 TEUR geplant, vom Stadtrat jedoch vorläufig mit einem Sperrvermerk versehen. Die Verwaltung wird gebeten, ihre bisherigen Erkenntnisse zur Ersatzbeschaffung mit dem Stadtrat zu teilen, um die geplante Anschaffung besser beurteilen zu können.

 

Gez. Christian Linde

Stadtrat                       

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

25.05.2020        

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Loipe (2670 KB)