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Vorlage - 068/2015  

Betreff: Familienzentrum im Wohngebiet Stadtfeld
Status:öffentlichVorlage-Art:Stadtrat
Verfasser:Frau Fietz
Oberbürgermeister
Federführend:Amt für Jugend, Gesundheit und Soziales Bearbeiter/-in: Kammler, Cornelia
Beratungsfolge:
Stadtrat Wernigerode Vorberatung
17.09.2015 
05./15 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates Wernigerode zur Kenntnis genommen   
Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss Vorberatung
08.10.2015 
08./15 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Finanz- und Rechnungsprüfungsausschusses ungeändert beschlossen   
Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales Vorberatung
15.10.2015 
07./15 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
28.10.2015 
06./15 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen  (068/2015)
Stadtrat Wernigerode Entscheidung
05.11.2015 
06./15 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates Wernigerode ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag:

Der Stadtrat beschließt, zum 01.12.2015 das Familienzentrum im Wohngebiet Stadtfeld in den Räumen des Ärztehauses in der Ernst-Pörner-Straße 6 zu gründen und überträgt diese freiwillige, nachhaltige Aufgabe an den Internationalen Bund gGmbH, Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Wernigerode.
 

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, die dafür erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen und

den Vertrag mit dem freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit für eine Vertragszeit von

3 Jahren vorzubereiten und abzuschließen.  

 

-          Grundlage ist das Konzept vom 28.08.2015 des Internationalen Bundes Mitte gGmbH, Niederlassung Sachsen-Anhalt, Betrieb Nord, Anschrift: Feldstraße 7a in 38855 Wernigerode mit den folgenden Zielstellungen.
 

Dabei sind folgende Eckpunkte zu berücksichtigen:

 

-          die örtliche Ansiedlung des Familienzentrums in Verbindung eines Konzeptes der Nachhaltigkeit,  der sozialen Teilhabe und einem generationsübergreifenden bürgerschaftlichen Engagement in der Stadt Wernigerode und im Wohnumfeld Stadtfeld zu fördern,
 

-          die langfristige Entwicklung der Stadt Wernigerode im Blick auf die demografische Entwicklung  als Querschnittsaufgabe der Stadtverwaltung und der Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit zu unterstützen,
    

-          eine neue Bleibe- und Willkommenskultur für eine familienfreundliche Stadt Wernigerode, im Besonderen in dem Wohngebiet Stadtfeld, zu fördern,
  

-          in der Verantwortung für kommende Generationen die Bürger Wernigerodes zu beteiligen, sie zu unterstützen und das Gemeinwohl für ein zukunftsfähiges  Wernigerode zu stärken,

-          im Vertrag mit dem Internationalen Bund gGmbH als  Freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit  eine Vertragslaufzeit von 3 Jahren zu vereinbaren und für die Laufzeit, gemäß Finanzkonzept, jährlich 56.822,00 € bereitzustellen und diesen damit in die Lage zu versetzen, die notwendigen technischen und personellen Voraussetzungen zu schaffen,
 

-          eine jährliche Rechenschaftslegung und Evaluation mit dem Internationalen Bund gGmbH zu vereinbaren,
 

-          die Beteiligungen von Unternehmen und weitere Förderungsmöglichkeiten zu prüfen.

              


Finanzielle Auswirkungen:

 

Gesamtkosten der Maßnahme:                            jährlich 56.822,00 € lt. Kostenplan

 

aus dem Produkt 3.1.5.0.1.5318 000 Zuschüsse an übrige Bereiche

               


Begründung:

Sozialer Mittelpunkt im Wohngebiet Stadtfeld

 

Im Herbst 2014 wurden Räumlichkeiten im Ärztehaus in der Ernst-Pörner-Str. 6 in zentraler Lage im Wohngebiet Stadtfeld für eine neue Vermietung frei. Diese besondere örtliche Lage sowie die Nachbarschaft zu den Räumlichkeiten des Quartiersmanagements eröffneten die Möglichkeit für die unterschiedlichen Bedarfsgruppen, im Wohngebiet einen Ort der Begegnung und der sozialen Angebote zu entwickeln.

Die Initiatoren für einen Begegnungsort für Bürger und Familien im Stadtfeld waren das Amt für Jugend, Gesundheit und Soziales der Stadt Wernigerode, die Hebammen, der Kinderschutzbund e.V., der Verein für krebskranke Kinder, der Internationale Bund gGmbH, Familientherapeuten, das Bündnis für Familien der Stadt Wernigerode, die KoBa Harz, die Seniorenvertretung der Stadt Wernigerode e.V., der Mentor e.V., das Gymnasium Stadtfeld und weitere Vereine.

 

In den vergangenen Monaten konnte ein großes Netzwerk an interessierten Anbietern und Bedarfen ermittelt werden. Die Bedarfe konnten in erste Konzepte gefasst werden, interessierte Bürger/innen der Stadt meldeten ihr Interesse an einer Zusammenarbeit, an persönlicher Unterstützung oder ihre Wünsche für ihren Bedarf an Angeboten an. Mehrere Treffen und Aktionstage sowie eine gute Vernetzung mit den sozial engagierten Gruppen in Wernigerode zeugen von einem stetig wachsenden Interesse für einen Ort der Begegnung, für ein Familienzentrum im Wohnumfeld im Stadtfeld.

 

Nachfrage und Angebote für Familien

 

Es wurde deutlich, dass Bürger im Stadtfeld auf der Suche sind nach Angeboten, um mit Gleichgesinnten, z.B. Eltern und Kindern, interessante Aktivitäten zu erleben, dabei andere Eltern treffen und für zuhause etwas mitnehmen zu können. Bei den erfassten Interessen und Angeboten erhalten Familien und Kinder neben sozialen Kontakten auch Wissenserfahrungen in der ersten Hilfe, der gesunden Ernährung, der Babymassage, in frühmusikalischen Erfahrungen, in DELFI-Kursen oder in PEKIP- Kursen.

 

Auf Grund eines stark nachgefragten Interesses finden bereits seit dem Frühjahr 2015 in den angrenzenden Räumen des Quartiersmanagements behelfsmäßig Angebote für Familien statt, zwei Gruppen der Eltern-AG und ab September 2015 drei Gruppen für Familien mit Kindern in DELFI-Kursen.

 

Die Zielgruppe für die Eltern-Kind-Angebote wird stetig über die Familienhebammen, die Kindertagesstätten, die bestehenden Eltern-Kind-Gruppen und die digitalen Medien erreicht.

 

Um die zukünftigen Bedarfe zu erfassen und zu evaluieren, werden Bürgerforen, digitale Medien, neue Kooperationspartner, Patenschaften und Angebote weiter entwickelt. Zusätzlich sind die Initiatoren auf der Suche nach Unterstützung durch Unternehmen und weiteren Fördermöglichkeiten.

 

„Wernigeröder für Wernigeröder“

 

In den vergangenen Monaten erreichten das Amt für Jugend, Gesundheit und Soziales Anfragen zum Start des Familienzentrums, sind Bürger für Bürger im Wohngebiet Stadtfeld aktiv geworden und bieten ihre Unterstützung an, wollen sich einbringen, sich sozial engagieren, wollen anderen helfen und wollen mitgestalten. Das Familienzentrum, als der Ort der Begegnung im Wohngebiet Stadtfeld, wird aufbauend auf das Interesse der Bürger ein Ort „Wernigeröder für Wernigeröder“, mit Angeboten der Patenschaften Senioren für Jugend, Jugend für Senioren, Jugend für Jugend, Senioren für Familien werden.

 

Eingegangene Interessenbekundungen sind u.a. das Projekt „Bürger für Bürger“, ein Projekt der Hilfen bei allen Fragen des täglichen Lebens und vor allem bei sozialer Integration (für Schüler, Behinderte, Ausländer, Flüchtlinge, Suchtkranke, Kranke, Lernschwäche u.a.) wie „Junioren helfen Senioren“ bei Behinderungen, beim Einkauf, im Garten und „Senioren helfen Junioren“ bei Fragen betreffs Schule, Erziehung, Haushalt oder bei Unternehmensgründungen, „Leih-Opas“ oder „Leih-Omas“ sind im Aufbau. Jede Entwicklung von Patenschaften wird von einer ehrenamtlichen Ausbildung begleitet, die mit Unterstützung der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen des Landes Sachsen-Anhalt stattfinden werden.     

 

„Nachhaltigkeitsbericht Wernigerode 2015“

 

In der Verantwortung für kommende Generationen bedeutet Nachhaltigkeit Zukunftssicherung und Lebensqualität:

 

„Damit unsere schöne Stadt auch in Zukunft so attraktiv bleibt, braucht es Menschen, die sich einbringen, die Ideen entwickeln, die Neues ausprobieren. Menschen, die Visionen haben und sich mit Kraft und Willensstärke diesem wichtigen Zukunftsthema stellen und Entscheidungen zugunsten der Nachhaltigkeit treffen; Menschen, die Verantwortung für kommende Generationen übernehmen.

 

Nachhaltigkeit erfordert einen breiten Konsens von Kommunalpolitik, Verwaltung, Bürgerschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Sie geht über das Verwaltungshandeln hinaus. Hierzu bedarf es der Eigeninitiative und der Unterstützung Aller als Partner der Kommune. Nachhaltige Entwicklung kann nicht von oben verordnet werden. Deshalb setzen wir auf Dialog, Partizipation und Übernahme von Verantwortung. Wir ermöglichen die Beteiligung nicht nur, sondern fordern die Mitwirkung und Verantwortungsübernahme auch ein. Wir achten bei der Beteiligung auf eine ausgewogene Zusammensetzung und auf angemessene Verfahren.

 

Wir möchten dazu beitragen, dass Bürger ihre Belange im Gemeinwesen selbst in die Hand nehmen – nicht als Ersatz für fehlende staatliche Angebote, sondern als eigenständigen Wert. Wir wollen helfen, dass sich die Eigeninitiative weiter entfalten kann und unterstützen bürgerschaftliches Engagement.“

 

Das Familienzentrum ermöglicht nicht nur die Beteiligung, sondern fordert auch die Mitwirkung und   Verantwortungsübernahme ein. Es wird auf die Beteiligung aller Generationen geachtet und die Entfaltung von Initiativen und Angeboten unterstützt. Der Wert des bürgerschaftlichen Engagements als eigenständigen Wert wird geschätzt, der zum Wohle des Gemeinwesens dient.

 

Zusammenfassung

 

In der Anlage der Beschlussvorlage sind die Eckpunkte des Konzeptes vom 28.08.2015 des Internationalen Bundes Mitte gGmbH, Niederlassung Sachsen-Anhalt zur Schaffung eines sozialen Mittelpunktes im Wohngebiet Stadtfeld, orientiert am Nachhaltigkeitskonzept der Stadt Wernigerode zu entnehmen.

 

Zusammenfassend begründet der Internationale Bund sein Konzept neben der Nachhaltigkeit auch mit aktiver Beteiligung in der aktuellen Flüchtlingspolitik und setzt hier seine Erfahrungen ein, in den aktuellen Problemlagen wie im Beratungsangebot im Wohngebiet Stadtfeld, in der Förderung der Erziehungskompetenzen von Eltern und der Förderung des sozialen Zusammenhaltes, der sozialen Teilhabe und der Chancengleichheit durch Bildungs- und Kulturangebote sowie in der Prävention von gesundheits– und entwicklungsgeschädigtem Verhalten und der Integration von Randgruppen.

 

Für ein Familienzentrum sind die Räume im Ärztehaus Stadtfeld der ideale und zentrale Ort, an dem die zeitlich vielseitigen Angebote stattfinden, in zentraler Lage. Die vorhandenen Synergien aus den Patienten des Hauses und dem örtlichen Quartiersmanagement sind gewünscht und werden begrüßt.

 

Ohne die zusätzlichen Räume im Ärztehaus können diese Ziele der Nachhaltigkeit nicht erreicht werden. Anderweitige Räume in Wernigerode sind für die Ziele nicht verfügbar. Das Senioren- und Familienhaus im Zentrum Wernigerodes ist seit Jahren mit über 50 Gruppen der Seniorenarbeit und der Selbsthilfegruppen ausgebucht, in den Kindetageseinrichtungen sind ebenfalls keine räumlichen Kapazitäten vorhanden, da mit dem Ganztagsanspruch die Kinder ganztägig bis zu 10 Stunden betreut werden und das Quartiersmanagement auch keine zusätzlichen Räume anbieten kann.

 

 

 

Gaffert

Oberbürgermeister  

 

 

 

 

 

Anlagen:

-          Konzeption zum Aufbau eines Familienzentrums im Wohngebiet Stadtfeld, vom 28.08.2015 (Träger: Internationaler Bund - IB Mitte gGmbH, Niederlassung Sachsen-Anhalt, Betrieb Nord

-          Kostenplan

-          Grundriss der Räume Ärztehaus Ernst-Pörner-Str.6

 

            

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Konzept Aufbau Familienzentrum Stadtfeld 068-2015 (280 KB)    
Anlage 2 2 Raumnutzungsplan 068-2015 (89 KB)    
Anlage 3 3 Raumnutzungsplan_Grundriss 068-2015 (1607 KB)    
Anlage 4 4 Kostenplan 068-2015 (171 KB)