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Auszug - Information zur Zusammenarbeit von IGZ, Harz AG und Wirtschaftsförderung  

06./16 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Wirtschafts- und Liegenschaftsausschusses
TOP: Ö 5
Gremium: Wirtschafts-, Digitalisierung- und Liegenschaftsausschuss
Datum: Di, 13.09.2016 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:30 - 18:55
Raum: Neues Rathaus
Ort: Konferenzraum Nr. 234

Herr Quednau erläutert, dass auf Grund von Anfragen und Äußerungen in Ausschusssitzungen des Stadtrats zu eventuellen Doppelungen in Arbeit der verschiedenen Institutionen im Umfeld der Wirtschaftsförderung, die jeweils Verantwortlichen ihre Tätigkeitsfelder darstellen.

 

Frau Schischkoff, Geschäftsführerin des IGZ, erläutert, dass sich die Tätigkeitsfelder des IGZ auf die Vermietung von Gewerberäumen, die Gründungsbegleitung und den Bereich „Innovationen“ beziehen. Sie verteilt ein Handout mit genaueren Informationen.

 

Frau Dr. Tschäpe (Fraktion SPD) erkundigt sich nach den Anteilen der Gesellschafter.

 

Frau Schischkoff antwortet, dass die Stadt Wernigerode und der Landkreis Harz jeweils 30 %, die Harzsparkasse 20 %, die Stadt Ilsenburg 10 % und die Stadt Blankenburg 10 % der Anteile besitzen. Laut Gesellschaftsvertrag müssen die jeweiligen Gesellschafter entsprechend ihrer Anteile Verluste ausgleichen, was seit 2011 nicht mehr der Fall sei.

 

Frau Koth, Prokuristin der Harz AG, erläutert die Aufgaben der Harz AG, welche 65 Aktionäre habe. Sie sagt, dass die Stadt Wernigerode 8 % Anteile an der  - nicht börsennotierten  -  AG hält. Die Arbeitsfelder seien Standortentwicklung und Fachkräftesicherung, Technologietransfer, Innovations- und Tourismusförderung. Weitere Leistungsfelder seien Strategie und Projektentwicklung in der Harzregion, insbesondere für Unternehmen aus dieser Region. Ein Handout mit genaueren Informationen wird verteilt.

 

Herr Prof. Zimmermann (Bündnis 90/Die Grünen) erinnert daran, dass bei Gründung der Harz AG deren Ausrichtung vorwiegend in den technischen Bereichen liegen sollte. Die tatsächliche Situation stelle sich seines Erachtens jedoch anders dar, denn hauptsächlich würde die Harz AG als Dienstleister für touristische Unternehmen tätig. Er bittet um die Vorlage konkreter Zahlen über die Anzahl der zu betreuenden Unternehmen aus den technischen Bereichen.

 

Frau Koth erläutert, dass zentrale Vorgabe für die AG sei, wirtschaftlich zu arbeiten und sich am Markt zu behaupten. Um Einnahmen zu erzielen, müsse die AG  vermehrt im touristischen Bereich tätig werden und entspr. Projekte einwerben; dies geschehe mit sichtbarem Erfolg. Bei technisch orientierten Unternehmen fehle hingegen oftmals das Eigenkapital, um vergleichsweise aufwändige Projekte durchzuführen.

 

Herr Pöhlert (Fraktion Linke) sagt, dass nach seiner Kenntnis einige Aktionäre der Harz AG nichts mehr von dieser erwarten und ihre Aktien quasi schon abgeschrieben hätten. Er möchte wissen, welche Projekte von der Harz AG für die Stadt bearbeitet werden, denn bei einem Anteil von 8 % könne Projektbearbeitung für die Stadt Wernigerode erwartet werden. Des Weiteren empfiehlt er die Zusammenarbeit mit der LEADER Aktionsgruppe.

 

Frau Koth erläutert, dass Gespräche mit der Stadt Wernigerode geführt würden und es beabsichtigt sei, die Zusammenarbeit noch stärker zu intensivieren.

 

Herr Prof. Zimmermann (Bündnis 90/Die Grünen) sieht die weitere Existenz der Harz AG kritisch und sagt, dass diese ohne finanzielle Unterstützung durch die Kommunen nicht auskäme. Er zitiert in diesem Zusammenhang Herrn Hausmann, der keine Prognose für die Harz AG über den nächsten Zweijahreszeitraum hinaus treffen wollte.

 

Frau Koth erläutert, dass manche Projekte verspätet begonnen hätten. Die Harz AG habe sich um das LEADER Management beworben und den Zuschlag leider nicht erhalten.

 

Herr Pöhlert (Fraktion Linke) sagt, dass dieses Thema von einer Kollegin in der Stadtverwaltung bearbeitet werde.

 

Herr Prof. Willingmann (Fraktion SPD) verdeutlicht, dass zwar die Ursprungskonzeption für die Harz AG nicht umgesetzt wurde, diese sich aber dennoch selbst weitgehend zu finanzieren habe. Daher sei die Suche nach geeigneten Projekten ebenso verständlich wie sinnvoll. Was allerdings fehle sei eine solide Grundfinanzierung der AG durch die Kommunen, für die die AG auch als Dienstleister tätig werde bzw werden könne.

 

Herr Quednau führt aus, dass vereinzelt die Meinung vertreten werde, dass es zu viele Einrichtungen gebe, die sich mit dem Thema Wirtschaftsförderung befassen und dies zwangsläufig zu Überschneidungen führen würde. Darum schildert er an Hand des Beispiels eines Bremer Investors wie sich Hochschule, IGZ und Stadt ergänzen. Ähnlich verhalte es sich mit der Harz AG. Von doppelten Tätigkeiten könne daher nicht die Rede sein.

 

Der Vorsitzende dankt Frau Schischkoff, Frau Koth und Herrn Quednau für Ihre ausführlichen und offenen Erläuterungen. Dadurch sei deutlicher geworden, dass es nur geringfügige thematische Überschneidungen der Tätigkeitsfelder und keine relevanten Doppelungen der jeweiligen Strukturen gebe. Vielmehr sei deutlich geworden, dass die drei Einrichtungen über erforderliche Schnittstellen zu den Aufgaben der jeweils anderen verfügen, die eine sinnvolle Kooperation ermöglichen.