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18.12.2018

Wernigerode ist die PEFC-Waldhauptstadt 2019

Mit dem Gewinn der Wahl konnte sich die Stadt in Sachsen-Anhalt gegen vier weitere hochkarätige Mitbewerber durchsetzen und wird den Titel „PEFC-Waldhauptstadt“ ein Jahr lang zur Bekanntmachung der zahlreichen Aktivitäten rund um das Thema nachhaltige Waldbewirtschaftung aktiv einsetzen. Den zweiten Platz im Wettbewerb sicherte sich die Gemeinde Breuberg in Hessen, auf Platz Drei folgte Weißenburg in Bayern.

Mit rund 2.000 Hektar gehört Wernigerode zu den Kommunen in Deutschland mit dem größten Waldanteil und der Stadtwald ist bereits seit 2001 PEFC-zertifiziert. 2017 hat die Stadt für das besondere Engagement für Erholungssuchende zusätzlich die Auszeichnung „PEFC-Erholungswald“ erhalten.

Wernigerode überzeugte die Jury im Besonderen durch die Anstrengungen, im touristisch stark fre­quentierten Stadtwald rund um das Wernigeröder Schloss einen Ausgleich zwischen forstwirtschaftlichen Anforderungen, Erholung sowie Natur- und Denkmalschutz herzustellen. Darüber hinaus hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren zum Gastgeberort Nr. 1 für forstfachliche und forstpolitische Veranstaltungen etabliert. Zudem legt die Stadt großen Wert auf eine nachhaltige Beschaffung von Holz- und Papierprodukten, indem sie bspw. das stadteigene Büromaterial mit PEFC-Siegel einkauft.

2019 wird Wernigerode den Titel PEFC-Waldhauptstadt mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungskonzept feiern. Öffentlichkeitswirksam wird beispielsweise im April, anlässlich des Internationalen Tag des Baumes, die Flatter-Ulme als Baum des Jahres gepflanzt. Diese Aktion wird genutzt, um über das Engagement Wernigerodes für den eigenen Stadtwald zu informieren. Im August findet der Familienerlebnistag „Wald“ des Wildparks Christianental statt. Im September wird es anlässlich des Wernigeröder Umweltmarkts viele Aktionen zum Thema Wald geben.

„Wald ist viel mehr als Holznutzung, das wird in Wernigerode anschaulich deutlich. Erholung, Sport, Naturschutz, Denkmalpflege – die Anforderungen an unseren Wald sind vielfältig. Ein Beispiel ist der Wald um unser Schloss in Wernigerode. Als Stadtwald wird er für die Holzproduktion genutzt. Als „ehemaliger fürstlicher Tiergarten“ ist er ein denkmalgeschützter Park, hier ist früher schon die Fürstenfamilie gelustwandelt, und es wurden Tiere gehalten. Heute laufen viele Menschen, Einheimische 

wie Touristinnen und Touristen, durch den Wald. Auf dem Weg zum Schloss, zur Erholung, für das Naturerlebnis. Darüber hinaus sind dort Jogger, Mountainbiker, Walker, Geocacher etc. unterwegs. Der Harz und insbesondere Wernigerode sind touristisch stark frequentiert – unsere Stadt zählt jährlich ca. 2,0 Mio. Tagesbesucher und 1,3 Mio. Übernachtungen – entsprechend groß ist der Besucherdruck auf den Wald. Wir haben dieser Tatsache Rechnung getragen, indem wir unseren Stadtwald im vergangenen Jahr als PEFC-Erholungswald zertifizieren haben lassen. Wir kümmern uns also in besonderem Maße um attraktive Wege und Pfade, eine gute Infrastruktur und Beschilderung, um Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement“, erläutert Oberbürgermeister Peter Gaffert. „Wir sind sehr stolz darauf, nun als Waldhauptstadt ein Jahr lang diese Themenvielfalt noch viel besser in die Öffentlichkeit bringen zu können.“

Wernigerode profitiert von der Ernennung zur PEFC-Waldhauptstadt nun auf vielfältige Weise. Als Preis erhält die Stadt von PEFC Deutschland 1.000 Forstpflanzen zur Pflanzung im Stadtwald. Zudem unterstützt PEFC Deutschland Wernigerode bei Aktivitäten zur Bekanntmachung des Titels mit einem Betrag von 3.000€. In den nächsten Wochen wird die offizielle Urkundenübergabe an die Waldhauptstadt Wernigerode erfolgen.

 

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb „PEFC-Waldhauptstadt“:

Im Rahmen des Wettbewerbs konnten Städte und Gemeinden, die sich in besonderer Form für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren sowie auf eine langjährige Bewirtschaftung ihrer Wälder nach den PEFC-Standards zurückblicken können, ihre Bewerbung zur PEFC-Waldhauptstadt einreichen. Dem Aufruf folgten insgesamt fünf Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland, die neben der PEFC-Zertifizierung des Gemeindewaldes eine Vielzahl an weiteren Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit vorstellten. Die Jury, die aus den Mitgliedern von PEFC Deutschland e.V. bestand und sich somit unter anderem aus Vertretern des Waldbesitzes, der Holzwirtschaft sowie Umweltverbänden und Gewerkschaften zusammensetzte, wählte Wernigerode auf Platz 1. In den vergangenen Jahren wurden folgende Städte und Gemeinden ausgezeichnet: Heidelberg (2018), Brilon im Sauerland / Nordrhein-Westfalen (2017), Ilmenau / Thüringen (2015), Freiberg / Sachsen (2013), Rottenburg am Neckar / Baden-Württemberg (2012) und Augsburg (2011).

Weitere Informationen unter: https://pefc.de/

PEFC

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,5 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Bildunterschrift: Übergabe Zertifikat PEFC-Erholungswald
Freuen sich über das Zertifikat „PEFC-Erholungswald“: (v.l.) Volker
Friedrich, Dezernent Ordnungswesen; Waldkönigin des Landes Sachsen-Anhalt Maria Dolge; TÜV-Zertifizierer Carsten Kahlert; Oberbürgermeister Peter Gaffert;
Stadtförster Michael Selmikat; Stadtrat Matthias Winkelmann.
©KatrinAnders