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Aktuelles im Harzmuseum

Porträt Albert Schöpwinkel 1861
Porträt Albert Schöpwinkel 1861

Liebe Gäste, ab dem 11. Mai ist unsere neue Sonderausstellung über den Maler Albert Schöpwinkel (1830-1910) für Sie geöffnet. Wir präsentieren Ihnen einen Künstler, der noch nie mit einer großen Einzelausstellung gewürdigt wurde. Unter der Überschrift "Der Maler Albert Schöpwinkel - eine Hommage" würdigen wir einen der bedeutendsten Maler seiner Zeit in der Region. Schöpwinkel lebte von 1859 bis 1894 in Wernigerode und stand hauptberuflich in Diensten des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode.


Zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Fotos und Handschriften wurden von unserem Team in den letzten Monaten zusammengetragen. Darunter befinden sich unter anderem Landschaftsdarstellungen aus Wernigerode und Umgebung, aus der rheinischen Heimat Schöpwinkels, aber auch Motive seiner Reisen nach Südfrankreich und in die Schweiz. Hinzu kommen zwei Porträts, ein Selbstporträt des Künstlers und eines seiner ersten Frau Albertine.


Ergänzt wird die Sonderausstellung durch Familienfotos, Zeichnungen, ein Skizzenbuch, sowie weitere Materialien und Quellen. Damit bietet sich zum ersten die Gelegenheit den Künstler Albert Schöpwinkel mit einem Querschnitt seines künstlerischen Werks umfassend kennenzulernen. Da die Kunstwerke überwiegend aus Privatbesitz stammen, waren viele davon noch nie öffentlich zu sehen. Mit Abstand wichtigster Leihgeber der Ausstellung ist ein Urenkel Schöpwinkels, der in Wernigerode lebt. Ohne diese Leihgaben wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen. Mit fachlicher Beratung unterstützte der Regionalhistoriker Dr. Steffen Wendlik das Projekt.


Albert Schöpwinkel wird in der Ausstellung nicht nur als bedeutender Maler und Zeichner sichtbar, man erfährt auch manches über seine Herkunft, sein Leben und seine berufliche Laufbahn. So stand er seit 1859 in Diensten von Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode. 35 Jahre lang übernahm er verschiedene Verwaltungsaufgaben, zunächst als Privatsekretär von Graf Otto, später als Kanzleirat und zusätzlich als Verantwortlicher für die gräflichen Sammlungen. 24 Jahre lang gab er zudem Zeichenunterricht am gräflichen Gymnasium, dem heutigen Gerhart-Hauptmann-Gymnasium. Auch innerhalb der Wernigeröder Stadtgesellschaft war Schöpwinkel gut vernetzt und pflegte Freundschaften und gute Kontakte zu verschiedenen bekannten Persönlichkeiten. 1894 trat er nicht zuletzt wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand und zog wieder in seine rheinische Heimat. Seinen Lebensabend verbrachte er in Obercassel, heute ein Stadtteil von Bonn. Schöpwinkel führte zeitlebens ein handschriftliches Verzeichnis seiner Werke, in dem 240 Nummern notiert sind, darunter überwiegend Ölgemälde.


Weitere Leihgaben der Sonderausstellung kommen von der Schloß Wernigerode GmbH, aus dem Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg und aus Privatbesitz. Drei in der Ausstellung gezeigte Gemälde befinden sich in der Sammlung des Harzmuseums.


Schöpwinkels Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 180. Mal, sein Todestag zum 110. Mal. Die Sonderausstellung wird bis zum 24. Oktober 2020 gezeigt.