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22.01.2021

Jahresbilanz des Harzmuseums

Ein schwieriges Jahr mit Lichtblicken - Harzmuseum Wernigerode zieht Bilanz

Malbuch_Titelseite
© Stadt Wernigerode
Malbuch_Titelseite © Stadt Wernigerode

Das Harzmuseum Wernigerode blickt auf seine Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück. Neben der schwierigen Gesamtsituation durch die Corona-Pandemie sind auch viele neue Impulse entstanden und positive Entwicklungen zu verzeichnen.

Dazu gehören zum Beispiel die erstmals produzierten Videos, die im Netz nach wie vor abrufbar sind. Insgesamt vier Videos mit bisher etwa viertausend Aufrufen haben zwei verschiedene Sonderausstellungen begleitet. Die Beiträge sind nach wie vor auf der Facebook-Seite der Stadt Wernigerode oder auf dem Youtube-Kanal zu sehen. Auf der Website hat das Haus am Klint unter dem Hashtag #closedbutopen immer wieder auch während der Schließzeiten über seine Arbeit informiert. Ein weiterer Lichtblick: Die Zusammenarbeit mit dem Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein konnte im Jahr 2020 sehr produktiv ausgebaut werden. Das vielleicht wichtigste Zeichen für den Erfolg dieser Kooperation sind die neu aufgestellten „Himmelsgucker“, die seit Ende 2020 den Vorplatz zu einem Blickfang machen. Neu eingerichtet wurde auch eine Sonderstempelstelle der Harzer Wandernadel, die jetzt dauerhaft in den Museumsräumen zu finden ist.

Museumsleiter Olaf Ahrens zieht Bilanz:
„Insgesamt haben wir das Beste aus der Situation gemacht. Gemessen an den reinen Besucherzahlen war 2020 mit einem Rückgang um mehr als 60 Prozent natürlich ein herber Rückschlag. Angesichts einer mehrmonatigen Schließung sind diese Zahlen allerdings zu erwarten, denn alle Kultureinrichtungen waren zeitweise geschlossen und haben schwer unter den Einschränkungen gelitten. Wir haben versucht aus der Not eine Tugend zu machen, indem wir beispielsweise auf digitale Formate ausgewichen sind. Ein analoger Höhepunkt war die Ausstellung über den Maler Albert Schöpwinkel, die wir im Sommer nach einer mehrmonatigen Verschiebung fast ohne Einschränkungen zeigen konnten. Hier sind viele Monate Vorarbeit eingeflossen, und wir hatten das Glück, dass sogar der Fachvortrag mit dem Regionalhistoriker Dr. Steffen Wendlik stattfinden konnte. Wir haben damit ein Kapitel der Wernigeröder Kulturgeschichte intensiver beleuchtet und haben dafür auch viel positive Resonanz erhalten.

Viel Zeit haben wir bereits in die Vorbereitung von zwei für 2021 geplanten und selbst kuratierten Sonderausstellungen investiert. Im Frühjahr wollen wir die archäologische Ausstellung „Begraben und vergessen – die Toten der Jungsteinzeit“ zeigen, im Herbst steht ein größeres stadtgeschichtliches Projekt aus Anlass von 900 Jahren Wernigerode an. Diese beiden geplanten Sonderausstellungen heben sich aus verschiedenen Gründen deutlich von anderen Projekten ab: Beide Ausstellungen werden eine größere Fläche beanspruchen als gewohnt, denn der sogenannte Galerieraum wird in die Ausstellungsplanung integriert. Auch sind diese Sonderausstellungen jeweils mit umfangreicheren Kooperationen verbunden. So stellen diverse Museen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen für die archäologische Ausstellung Leihgaben zur Verfügung. Die Oskar Kämmer Schule baut das Modell einer archäologischen Grabanlage. Innerhalb des stadtgeschichtlichen Projekts arbeiten nicht nur fünf Kuratoren ehrenamtlich mit uns zusammen, es sind auch weitere externe Partner und eine professionelle Ausstellungsgestalterin eingebunden. Als Träger dieser Ausstellung konnte der Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein gewonnen werden, wie schon im Falle der „Harzmaler“ im Jahr 2018. Wir haben uns also für das neue Jahr viel vorgenommen.
Weiterhin haben wir im Laufe des vergangenen Jahres in Eigenregie verschiedene neue Produkte für den Museumsshop entwickelt, die auch in den kommenden Jahren unser Sortiment bereichern werden. Dazu gehört zum Beispiel ein von unserer Museumspädagogin selbst gestaltetes Malheft mit Tieren und historischen Objekten aus der Dauerausstellung oder ein Memory-Spiel.
Belastend war für uns sicherlich der ständige Wechsel zwischen intensiven Vorbereitungsphasen und kurzfristigen Absagen von Veranstaltungen. So mussten zum Beispiel sowohl der Museumsfrühling im März als auch der Ende Oktober geplante Kunsthandwerkermarkt wenige Tage vor dem Termin abgesagt werden. Bedauerlich ist auch die Tatsache, dass seit November eine fertige Wanderausstellung mit wertvollen Messing-Objekten im Haus bereitsteht, die vermutlich gar nicht mehr oder nur für sehr kurze Zeit gezeigt werden kann. Wegen der Folgeprojekte, die aus verschiedenen Gründen nicht zu verschieben sind, müssen wir die Messing-Objekte leider Anfang März zurücksenden. Der Leihgeber hat uns allerdings bereits die Möglichkeit eingeräumt, die Ausstellung später zu geringeren Kosten noch einmal zu übernehmen.
Sehr gut vorangekommen sind wir mit der Restaurierung von Kunstwerken. So konnten beispielsweise ein wertvoller und großformatiger Rahmen aus dem 19. Jahrhundert sowie einige Gemälde restauriert werden. Der Gemäldebestand ist durch Spenden und Ankäufe wiederum gewachsen.
Kurzum: Insgesamt bin ich zufrieden, dass wir trotz eines schwierigen Umfelds viele Dinge vorantreiben und immer wieder kreativ sein konnten. Natürlich hoffen auch wir auf eine Entspannung der Situation in 2021.“

Das Harzmuseum ist das städtische Museum Wernigerodes, vermittelt in seiner Dauerausstellung und seinen Sonderausstellungen sowie den Veranstaltungen naturkundliche, kultur- und stadtgeschichtliche Themen und zeigt darüber hinaus die Kunst der Harzmaler. Die wichtigsten Veranstaltungen sind neben den Ausstellungseröffnungen der jährliche Museumsfrühling, der Kunsthandwerkermarkt und der Kulturklint.