Große Zuwendung für die Hospitälerstiftung Wernigerode
Die Wernigeröder Hospitälerstiftung wurde testamentarisch von Dieter Hoyer mit einer außergewöhnlich großzügigen Zuwendung im hohen fünfstelligen Bereich bedacht. Bereits zu Lebzeiten suchte Herr Hoyer bewusst den Kontakt zur Stiftung. Es war ihm ein tiefes persönliches Anliegen, soziale Projekte im Raum Wernigerode nachhaltig zu fördern und damit zugleich das Andenken an seine im Jahr 2006 verstorbene Ehefrau Ingrid zu bewahren.
Das Ehepaar Hoyer blieb kinderlos. Umso klarer war Dieter Hoyer in seiner Überzeugung, dass Ingrid diese Entscheidung aus vollem Herzen mitgetragen hätte. Der frühe Verlust seiner Frau prägte ihn bis zu seinem eigenen Tod vor vier Jahren zutiefst. Die nun erfolgte Zustiftung ist Ausdruck dieser lebenslangen Verbundenheit – ein stilles, aber kraftvolles Zeichen der Liebe und Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft.
Aufgrund komplexer Vermögensverhältnisse nahm es mehrere Jahre in Anspruch, den letzten Willen des Stifters umzusetzen. Der ehemalige Stiftungsvorstand und Testamentsvollstrecker Andreas Heinrich ordnete mit großer Sorgfalt die Nachlassangelegenheiten, sodass der Wille Dieter Hoyers nun vollumfänglich und im bestmöglichen Sinne verwirklicht werden konnte.
Der heutige Stiftungsvorstand Rüdiger Dorff zeigt sich tief dankbar: „Bezeichnungen wie Mäzen, Stifter, Wohltäter oder Gönner drohen aus unserem Sprachgebrauch zu verschwinden – ebenso wie die Haltung, ohne Erwartung einer Gegenleistung zu geben. Dabei werden die gesellschaftlichen Herausforderungen nicht geringer, auch nicht in Wernigerode. Gerade im sozialen Bereich ist Unterstützung wichtiger denn je. Die Wernigeröder Hospitälerstiftung wird diese Spende im Sinne von Ingrid und Dieter Hoyer für soziale Zwecke einsetzen. Gleichzeitig steht die Stiftung allen Bürgerinnen und Bürgern Wernigerodes offen, die sich mit einem berechtigten sozialen Unterstützungsanliegen an uns wenden.“
Ingrid und Dieter Hoyer haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Silstedt gefunden. Das schlichte Grab des Ehepaares wird von der Wernigeröder Hospitälerstiftung sowie von hinterbliebenen Freunden gepflegt – als stilles Zeichen des Dankes und der Erinnerung.
Hintergrund
Seit dem Jahr 1245 engagieren sich Hospitälerstiftungen in Wernigerode für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Über mehr als sieben Jahrhunderte hinweg – bis 1952 – waren sie verlässliche Helfer in Zeiten der Not. Im Jahr 2000 wurde diese traditionsreiche Arbeit neu belebt.
Die gemeinnützige Wernigeröder Hospitälerstiftung St. Salvatoris, St. Nicolai, St. Georgii und St. Johannis versteht sich als eine dem Gemeinwohl verpflichtete Einrichtung im Sinne ihrer historischen Stifter. Ihr Auftrag ist es, Menschen unabhängig von Herkunft und sozialem Status Unterstützung, Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Darüber hinaus nimmt die Stiftung ihren kulturellen Auftrag für die Stadt Wernigerode wahr und trägt aktiv zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.
Bild: Andreas Heinrich (als Testamentsvollstrecker), Heidrun Ebert (enge Freundin der Verstorbenen), Rüdiger Dorff (Vorstand Hospitälerstiftung) am Grab von Ingrid und Dieter Hoyer.