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02.11.2022

Eine der modernsten Schulen Sachsen-Anhalts ist eröffnet

Fertig – der von vielen Wernigeröder*innen mit großer Anteilnahme beachtete Bau der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule ist eröffnet.

Schuleröffnung der August-Hermann Francke Grundschule
© polyluchs
Schuleröffnung der August-Hermann Francke Grundschule © polyluchs

Mit einer festlichen Zeremonie im Beisein von Frank Diesener, Bildungsstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalts, den Bau-Akteuren, Vertretern der Stadtgesellschaft und Hunderten Schülern erfolgte am 13. Oktober 2022 die offizielle Schlüsselübergabe. Aus den Händen des Wernigeröder Oberbürgermeisters Tobias Kascha und dem Bauherrn und Geschäftsführer der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, Christian Zeigermann, nahmen ihn Schul-Rektorin Christiane Kresse-Wenzel und Hortleiterin Petra Kassebaum freudig entgegen.

Bildungsstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalts, Frank Diesener, brachte zu Beginn der Eröffnungsveranstaltung seine Hochachtung zum Ausdruck, „dass es gelungen ist, in Zeiten voller Widrigkeiten diesen hochmodernen Schulneubau so zügig und reibungslos fertigzustellen“.

Thomas Balcerowski, Landrat des Landkreises Harz, begrüßte den Schulneubau als wichtiges Signal für den ganzen Harz, in Bildung und Schulbauten zu investieren.

„Als GWW sind wir stolz darauf, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft eine der modernsten Schulen Sachsen-Anhalts, wenn nicht der gesamten Bundesrepublik, eröffnen zu können“, hob Christian Zeigermann bei der Schlüsselübergabe hervor. „Trotz Corona! Trotz Baumaterialmangels! Trotz Shut- und Lockdowns! Und trotz der zusätzlichen ungeplanten Aufgabe, die neue August-Hermann-Francke-Grundschule nicht nur als moderne Schule zu gestalten, sondern über ein modernes Lüftungssystem zu einer Corona- und Viren-resistenten Schule zu machen. Auch das CO2-Aufkommen in den Klassenräumen wird von ihm abgesaugt für ein durch und durch gesundes Lernklima.“

„Guten Morgen Du Schöne“, begrüßte Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha den Schulbau, auf den Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler schon lange gewartet hätten. Die schöne neue August-Hermann-Francke-Grundschule sei fertiggestellt. „Nun schlagen wir ein neues Kapitel auf.“

„Vom ersten Strich auf der Planungszeichnung bis zur Eröffnung sind keine drei Jahre ins Land gegangen. Architekten, Planer, Generalunternehmer, Baufirmen – Hunderte Menschen haben ihren Anteil daran, dass das alles trotz Corona so erstaunlich reibungslos funktionierte. Der Francke-Schulbau funktionierte wie ein Räderwerk, in dem alles passte“, so seine Eröffnungsworte.

„Trotzdem sehen wir alle die Francke-Schule heute wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, so der Oberbürgermeister weiter. „1978 wurde das alte Schulgebäude als Polytechnische Oberschule vom Typ ,Erfurt‘ erbaut. Generationen von Wernigeröder*innen haben hier ihre Schul-Ausbildung erhalten. Jede*r kann dazu die eigene Geschichte erzählen. Die Schule stand fest und zuverlässig, auch in den Schicksalsjahren, die wir alle erlebten“.

Mit lachendem Auge sähe er die weise Entscheidung des Stadtrates für einen Neubau und Durchführung durch die Stadttochter GWW. Er dankte dem Stadtrat und der GWW für ihre früchtetragenden Bemühungen, eine mehrheitsfähige Lösung für die Francke-Schule gefunden zu haben, die in den Neubau mündete.

Über elf Millionen Euro investierte Wernigerode in die neue Francke-Grundschule.
Gründach, Lernterrasse, eine Aula als Zentrum der Schule, dazu zehn Klassenräume und sechs Fachkabinette erstrecken sich auf 3.800 qm Gesamtfläche. Entstanden ist ein dreigeschossiges Haupthaus mit einem flachen Anbau als großer Hort.
Die Fachkabinette sind in der ersten Etage untergebracht, die zehn Klassenräume in der zweiten Etage. Laubengänge führen um die beiden Obergeschosse. Sie sollen Schatten spenden und gleichzeitig als Fluchtweg dienen. Eine attraktive wie zweckmäßige Lösung mit architektonischer Raffinesse.

Der Bau ist aber noch in anderer Weise eine Innovation. „Die GWW, eine Stadttochter, fungierte erstmals als ,Handwerkszeug‘ der Stadt für Bauen und Entwickeln auf Basis eines einzigartigen PPP-Vertrages“, hebt der GWW-Geschäftsführer hervor. Und das mit großem Erfolg – zeit- und kostengetreu. Das solle Mut machen und könne neue Zukunftsperspektiven eröffnen, in denen die Stadttöchter für Aufgaben zum Einsatz kämen, die die Stadt sonst nicht allein bewältigen könnte. Das tauge als „Wernigeröder Modell“ für viele Großstädte und die Bewältigung ihrer anstehenden Projekte in schwierigen Zeiten. Erste Nachfragen von dort gäbe es bereits.
„Mit dem Bau der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule als PPP-Projekt setzte die GWW einen wichtigen Schritt in die Zukunft“, so Christian Zeigermann.

Christiane Kresse-Wenzel, Rektorin der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule, bedankte sich zur Eröffnung im Namen aller Schüler*innen für das interessante und funktionale Ensemble von Grundschule und Hort, in dem es Freude machen werde, zu lernen und zu arbeiten.
„Die Entscheidung für den Schulneubau haben wir alle als Chance gesehen, bei etwas Großem dabei zu sein und für unsere Kinder tolle Lern- und Lebensräume planen und einzurichten zu helfen“, erinnert sie sich. „Uns war es von Anfang an wichtig, als pädagogischer Berater und verlässlicher Partner den Schulneubau zu begleiten und bestmöglich zu unterstützen. Von Beginn an wurden wir gut mitgenommen und einbezogen“, hebt sie bei der Schlüsselübergabe hervor.

Zeitgleich dazu wurde auch der Emaille-Fries am Hort aus den Händen des bekannten Hallenser Künstlers Moritz Götze enthüllt. In Graffiti-Kunsttechnik stellt er August Hermann Francke ins Zentrum des Werkes. „Weil es zur Erfahrungswelt der jungen Menschen, die die Schule nutzen, gut passt. Es soll neugierig machen und die Schule einzigartig als Ort, an dem die Schüler*innen einen wichtigen Teil ihrer Kindheit verbringen. Sie sollen sich daran gerne zurück erinnern“, erläutert Moritz Götze die Hintergründe seiner Idee.

„Ich habe den Schulneubau von Ferne immer mitverfolgt und mir überall, wo ich war, Fotos vom Fortgang schicken lassen“, übermittelt der GWW-Botschafter und Bundesliga-Profi Nils Petersen in einer eingespielten Videobotschaft zur Eröffnung seine Grüße. „Ich bin fasziniert von den innovativen Ideen und staune über die Modernität. Liebend gern wäre ich hier auch noch mal Schüler.“

GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann kündigte im Rahmen der Schuleröffnung eine weitere Aufwertung des Areals rund um die Lutherstraße an. Die neue Schule sei der Beginn. Nun gehe es weiter mit der Aufwertung des Quartiers.
Der Abriss des alten Schulgebäudes ist noch für November geplant. Im August 2023 sollen dann die Sportfreiflächen der neuen Francke-Grundschule übergeben werden. Um das gesamte Areal städtebaulich abzurunden, will die GWW in der Lutherstraße dreigeschossige Wohnhäuser mit 35 Wohneinheiten und großzügigen 2- bis 5-Raumwohnungen für Familien bauen. Dazu kommt eine Gewerbefläche von circa 500 m². Die ersten Bewohner sollen im Sommer 2025 einziehen, so der weitere GWW-Plan.

Weitere Gäste-Stimmen zum Schulneubau:

Peter Gaffert, ehemaliger Oberbürgermeister Wernigerode (2008 bis 2022)
Für mich ist der Tag der Schuleröffnung ein Tag der Freude. Die alte Schule in ihrem Zustand hat uns viele Jahre Sorgen bereitet. Seit 2014 versuchten wir Fördermittel für ihre Sanierung zu bekommen. Ohne Erfolg. Wir konnten den Knoten endlich durchschlagen, als dann ein Vorschlag der GWW nach Abstimmung mit dem Aufsichtsrat zur Gesamtfinanzierung auf dem Tisch lag mit Alternativen und der Stadtrat fast einstimmig für einen Schulneubau stimmte. Ich muss sagen, aus damaliger Sicht ein mutiger Schritt – einer Tochtergesellschaft so eine Verantwortung zu übertragen. Aber im Nachhinein hat es keiner von uns bereut. Eine neue Schule ist eine neue Schule. Von ihr gehen in so viele Richtungen positive Aufbruchssignale aus.

Immo Kramer, Dezernent für Stadtentwicklung Wernigerode
Der Schulneubau in Hasserode ist die ideale Blaupause für das künftige Vorgehen bei städtischen Bauprojekten. Der Erfolg zeigt, dass wir neue Kitas, neue Verwaltungsgebäude oder andere Hochbauten zusammen mit unseren städtischen Töchtern umsetzen sollten.

Thomas Näther, snp Architekten + Ingenieure GmbH Leipzig
Die Idee der neuen Schule war in vielerlei Hinsicht Neuland. Grundsätzlich erhält die Schule eine Klassenraumstruktur. Doch die Anforderungen an Schulneubauten ändern sich. Große Kommunikationszonen als Begegnungsstätten ergänzen klassische Lernkonzepte. Daher haben wir die funktionelle Planung der Schule in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung, den Lehrer*innen sowie Elternvertretern erarbeitet und für alternative pädagogische Konzepte außerdem breite Lernflure und offene Lernbereiche im Forum geschaffen.

Stefan Brunsch, Niederlassungsleiter der GP Papenburg Hochbau GmbH Halle
Es war keine Großbaustelle, wie man sie bis zum Sommer 2021 kannte. Auf der Baustelle musste wegen gesetzlicher Vorgaben eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen und umgesetzt werden. Dazu zählten unter anderem die Anpassung der Arbeitsabläufe, aber auch zeitversetzte Pausenregelungen, die Erweiterung der Baustelleneinrichtung und Aufenthaltsräume, das regelmäßige Desinfizieren der Räumlichkeiten und Arbeitsgeräte, die Umsetzung der Corona-Testregelungen, entsprechende Beschilderungen und das Aufstellen von Desinfektionsspendern sowie die Durchführung von Beratungen auf digitaler Ebene.

Michael Truthmann, Geschäftsführer der Industriebau Wernigerode GmbH
Für die Beteiligten war dieser Bau etwas Besonderes. Jedes Gebäude ist ein Unikat und wie ein Maßanzug auf den Nutzer zugeschnitten. Ein Schulneubau in Wernigerode, quasi vor der Haustür, sticht dabei jedoch noch etwas hervor. Der Bau von Schulen ist immer ein positives Zeichen in die Zukunft. Als Wernigeröder freut man sich darüber.