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03.05.2021

Burkhard Rudo überreicht den Staffelstab nach mehr als 30 Jahren in der Stadtverwaltung Wernigerode

„Natürlich geht man nach so langer Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ ....

Burkhard Rudo
© Ariane Hofmann
Burkhard Rudo © Ariane Hofmann

Die letzten Kisten sind gepackt, das Büro ist leergeräumt. Burkhard Rudo übergibt nach fast dreißig Jahren in der Stadtverwaltung den Staffelstab der Stadtentwicklung an seinen Nachfolger weiter. „Natürlich geht man nach so langer Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Burkhard Rudo, er freue sich jedoch auf die Zeit mit der Familie, dem heimischen Garten und auf Reisen, sobald dies wieder möglich sei.

Der Wernigeröder studierte in Gotha und in Weimar, lebte einige Jahre in Thüringen. Doch seine Heimatstadt ließ ihn nicht los und so zog die Familie nach der Wende zurück nach Wernigerode. Burkhard Rudo ging in seiner unkomplizierten Art direkt zur Bauverwaltung der Stadt, die sich gerade neu ausrichtete. Es wurden dringend Mitarbeiter gesucht und so hatte er schnell seinen Platz gefunden als Sachgebietsleiter für Bauordnung und Stadtbildpflege. In den folgenden Jahren erlebte Burkhard Rudo verschiedene Strukturen, die neunziger Jahre waren geprägt von Aufbruch, von Veränderungen und vom Wandel. Qualifikationen wurden benötigt, die Baufachleute besuchten viele Weiterbildungen, Burkhard Rudo absolvierte neben der Arbeit noch den Verwaltungslehrgang. Als sich der damalige Dezernent in den Ruhestand verabschiedete, nutzte Burkhard Rudo seine Chance und konnte die Nachfolge antreten. „Als Dezernent ist die Verantwortung noch eine andere, aber ich hatte immer ein tolles Team hinter mir, die Kollegen sind mit Herzblut dabei, das war immer so“, so Rudo. Er empfinde Freude und Dankbarkeit für die Zusammenarbeit mit den vielen verschiedenen Mitarbeitern, die in den vergangenen Jahren im Dezernat für Stadtentwicklung tätig waren und es heute noch sind.

Wernigerode entwickelte sich indes stetig weiter, begleitet von den Baufachleuten, die immer darauf bedacht waren, den Charme der kleinen Harzstadt zu erhalten ohne den Anschluss an die modernen Zeiten zu verpassen. Mit Burkhard Rudo geht nun ein Dezernent, für den Bauprojekte nicht einfach nur Verwaltungsvorgänge gewesen sind, zu denen Baugenehmigungen und Anträge gehören. Jedes einzelne Projekt habe die notwendige Aufmerksamkeit verdient. Dennoch gab es in den Jahren natürlich auch Lieblingsthemen für Burkhard Rudo. Neben dem Anspruch einer ausgewogenen städtischen Entwicklung lag ihm besonders die Innenstadtsanierung am Herzen, ebenso die Hofgestaltung und natürlich Wernigerodes „gute Stube“ – das Rathaus. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und birgt so viele Geschichten und bauliche Besonderheiten. Burkhard Rudo kennt das Gebäude in- und auswendig, sammelt Ansichten des Rathauses aus allen denkbaren Blickwinkeln und Zeiten.


Die Zeit, die Gebäude Wernigerodes durch die „Arbeitsbrille“ zu sehen, sind nun vorbei. Das Fahrrad, das immer ihn zu Terminen, Grundsteinlegungen und Eröffnungen gebracht hat, wird nun weniger genutzt werden. Der stets in schwarz gekleidete Chef wird auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlen. Sie schätzen seine zuvorkommende Art, sein großes Wissen und seine Offenheit. Seine Expertise aus dreißig Jahren Stadtentwicklung bleibt ein verlässliches Pfund.

Mit Burkhard Rudo verlässt eine weitere wichtige Person das Dezernat: Christa Bivour verabschiedet sich nach einer ebenso langen Dienstzeit in der Verwaltung. Seit 2002 managte sie das Büro von Burkhard Rudo, organisierte Termine, hielt ihm den Rücken frei. Das Zweiergespann nimmt nun gemeinsam Abschied, dies allerdings ohne viel Aufhebens – pandemiebedingt. Eine große Abschiedsparty kann es aus den bekannten Gründen nicht geben. „Ich bedaure dies sehr, da so eine Runde eine tolle Gelegenheit ist, Wegbegleitern und Kollegen noch einmal Danke zu sagen für die vielen Jahre der guten Zusammenarbeit.

Aber man muss auch diese Situation akzeptieren“, sagt Burkhard Rudo. Man werde sich auf verschiedenen Wegen von jedem einzelnen verabschieden, auch Karten wurden verschickt – alle von Hand in schwarz unterschrieben, so wie Burkhard Rudo es immer getan hat.


Foto oben: Birkhard Rudo wird sein Büro nun an seinen Nachfolger Immo Kramer übergeben.