Inhalt
18.09.2025

Generationengerechter Umbau am Schloss schreitet voran

Handwerkskunst und Geschichte im Fokus

Generationengerechter Umbau Schloss Wernigerode

Die im Rahmen der GRW-Förderung von Bund und Land Sachsen-Anhalt unterstützten Umbaumaßnahmen am Schloss Wernigerode haben in den vergangenen Monaten sichtbare Veränderungen bewirkt. Ziel ist es, die Schlossanlage generationengerecht zugänglich und erlebbar zu machen.

Bereits umgesetzt wurden Pflasterarbeiten auf der Großen Freiterrasse. Neu überarbeitete Bänke laden Besucherinnen und Besucher zum Verweilen ein, im Herbst folgt die Neubepflanzung der Grünanlagen. Auch am Bäckerhof, von dem künftig über den neuen Fahrstuhl im Hausmannsturm der Zugang zur Freiterrasse möglich sein wird, sind die Arbeiten an den Stützmauern weit vorangeschritten.

Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf dem Kirchgang, dessen Sanierung kurz vor dem Abschluss steht. Der Kirchgang war ursprünglich der Zugang zur Schlosskirche St. Pantaleon und Anna, die seit 1714 eine eigenständige Kirchengemeinde beherbergte. Er führte von der Schlossstraße über mehrere Treppen bis in den Schlosshof und ermöglichte so den Besuch der Kirche, ohne das Schloss selbst zu betreten.

Gestern wurde ein entscheidender Arbeitsschritt umgesetzt:
Der hölzerne, rund 15 Meter lange Handlauf wurde nach der alten „Bugholz“-Technik an die Innenwölbung des Kirchgangs angepasst. Diese selten angewandte Methode, die im 19. Jahrhundert durch Michael Thonet entwickelt wurde, verleiht dem Bauwerk eine handwerklich wie historisch besondere Note.

Im Anschluss daran wird die Stadt Wernigerode mit einem kleinen Richtfest die baldige Fertigstellung des Wachhauses würdigen. Das Wachhaus, Teil des Stützmauersystems, diente einst als wettergeschützter Standort der Schlosswache. Es verweist zugleich auf die herausragende verfassungsgeschichtliche Bedeutung der ehemaligen Grafschaft Wernigerode.

„Mit jedem Bauabschnitt wird die Geschichte des Schlosses sichtbarer und zugleich zukunftsfähig gestaltet. Wir freuen uns, diese Fortschritte gemeinsam mit den Bürgerinnen, Bürgern und Gästen erlebbar zu machen“, betont Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha.