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03.04.2022

Neues vom Wohngeld - Entwicklung, Grundrente, Heizkostenzuschuss

Wohngeld - Symbolbild
© www.pixabay.com
Wohngeld - Symbolbild © www.pixabay.com

In der letzten Zeit gab es vielfältige Veränderungen im Wohngeldrecht. So wurden die Tabellenwerte zur Ermittlung des Wohngeldanspruchs das zweite Jahr in Folge angehoben. Durch eine regelmäßige Fortschreibung des Wohngeldrechts, ähnlich wie im II. oder XII. Sozialgesetzbuch (sog. Hartz IV-Gesetze) soll eine Entlastungswirkung der Haushalte bestehen bleiben.

Zusätzlich wurde zum 01. Januar 2021 eine CO2-Komponente in die Ermittlung des Wohngeldanspruchs eingebaut. Hier wird ein zusätzlicher Betrag als Belastung berücksichtigt, dieser richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder und wird außerhalb des bisher existierenden Miethöchstbetrages berücksichtigt.

Ebenfalls zum 01. Januar 2021 trat das Gesetz zur Grundrente in Kraft. Damit erhalten Rentner*innen, die lange gearbeitet, aber wenig verdient haben, einen Zuschlag zu ihrer gesetzlichen Rente. Voraussetzung ist jedoch, dass mindestens 33 Jahre an Grundrentenzeiten erarbeitet wurden. Diese Grundrentenzeiten entstehen durch die Pflichtbeiträge aus einer Beschäftigung, aber auch aus Kindererziehungszeiten oder einer Pflegetätigkeit.

Derzeit prüfen die Rentenversicherungsträger ca. 26 Millionen Rentenbezüge, denn auch aus Hinterbliebenenrenten wie Witwen- bzw. Witwerrenten oder Waisenrenten können Grundrentenzeiten entstehen.

Eine Bestätigung der Grundrentenzeiten ist für die Bemessung des Wohngeldanspruchs immens wichtig! Erfüllt man die genannten Kriterien, erhält man bei der Berechnung des Wohngeldes einen Freibetrag, sodass sich das Wohngeld massiv erhöht bzw. Rentner*innen, die bisher keinen Anspruch hatten, nun Wohngeld erhalten können.

Aktuell: Wegen der hohen Energiepreise droht vielen im Sommer eine kräftige Nachzahlung. Die Bundesregierung hat einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Bedürftige beschlossen.

Dieser wird nach aktuellem Kenntnisstand für Wohngeldempfänger, die alleine leben, 270 Euro betragen, Zwei-Personen-Haushalte erhalten 350 Euro, und für jeden weiteren Mitbewohner sind nochmal 70 Euro vorgesehen. Die Wohngeldempfänger erhalten den Zuschuss, ohne extra einen Antrag stellen zu müssen. Sie erhalten diese Zahlung automatisch über einen neuen Wohngeldbescheid. Rund 2,1 Millionen Menschen werden den Heizkostenzuschuss erhalten, der Bund hilft damit den Haushalten mit fast 190 Millionen Euro.

In Zukunft sind noch einige Änderungen in Planung. Mit der regelmäßigen Erhöhung der Wohngeldbeträge und einer im Koalitionsvertrag der Bundesregierung geplanten Klimakomponente sollen weitere Schritte folgen und das Wohngeld insgesamt gestärkt werden.