Sprungziele
Seiteninhalt
20.03.2019

Naturnahes Kleinod mitten in der Stadt aufgewertet: Der Seigerhüttenteich

Als naturnahe Grünfläche mitten in Wernigerode ist der Seigerhüttenteich ein bedeutendes Refugium für viele Tiere und Pflanzen und stellt eine wichtige Verbindung zu weiteren Grünflächen dar. 

Energie- und Umweltbeauftragter Ulrich Eichler, Sachgebietsleiterin Christiane Wichmann vom Grünanlagenamt, Ulrike Hofmüller vom Harzmuseum sowie Projektleiterin Katrin Anders erläutern die durchgeführten Maßnahmen am Seigerhüttenteich. © Winnie Zagrodnik
© Stadt Wernigerode
Energie- und Umweltbeauftragter Ulrich Eichler, Sachgebietsleiterin Christiane Wichmann vom Grnanlagenamt, Ulrike Hofmller vom Harzmuseum sowie Projektleiterin Katrin Anders erlutern die durchgefhrten Manahmen am Seigerhttenteich. Winnie Zagrodnik © Stadt Wernigerode

Als naturnahe Grünfläche mitten in Wernigerode ist der Seigerhüttenteich ein bedeutendes Refugium für viele Tiere und Pflanzen und stellt eine wichtige Verbindung zu weiteren Grünflächen dar. Dies wurde während des Besichtigungstermins, zu dem die Stadt Wernigerode anlässlich der Vorstellung der Maßnahmen des Projekts „Stadtgrün- Artenreich und Vielfältig“ eingeladen hatte, von den Teilnehmenden bestätigt. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Gemeinsam mit dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ als Projektkoordinator und vier weiteren Pilotkommunen setzt Wernigerode beispielhaft Maßnahmen im Stadtgebiet um.

„Der Seigerhüttenteich ist eine von acht Referenzflächen für die Entwicklung eines ökologischen Grünflächenmanagements in der Stadt“, erläutert Oberbürgermeister Peter Gaffert. „Auch auf anderen Flächen werden wir noch weitere Blühwiesen anlegen und die Lebensraumvielfalt erhöhen“.

Im Rahmen des Projektes wurden Teilbereiche der Wasserfläche freigeschnitten, um der Verlandung entgegenzuwirken. Die Kopfweiden wurden mit einem Pflegeschnitt versehen, damit sie nicht auseinanderbrechen. Insbesondere Vögel, Amphibien und Insekten fühlen sich am Seigerhüttenteich wohl. Am Wasser leben beispielsweise Bläß- und Teichhuhn, Sumpfrohrsänger, Stockente, Frösche, Molche und vereinzelt sogar der Feuersalamander. Die alte Schwarzpappel (Naturdenkmal) und Weiden sind Quartier und Nahrungsquelle für weitere Arten. Gelegentlich wird der Teich sogar vom Eisvogel zur Nahrungssuche genutzt. Eine Fülle von Insekten wie etwa Libellen und Wasserläufer haben am Teich ihren Lebensraum. „Eine Blühwiese wird gerade angelegt und später im Jahr zu bewundern sein“, berichtet Sachgebietsleiterin Grünanlagen Christiane Wichmann.

Der Teichmönch, eine wasserbauliche Anlage, welche den Wasserstand reguliert, wurde erneuert. „Für uns Menschen wurde eine Naturbeobachtungsstation errichtet, Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Eine Informationstafel weist auf die Besonderheit des Stillgewässers hin“, berichtet Projektleiterin Katrin Anders. „Zukünftig wird der Seigerhüttenteich auch eine Station des „Grünen Klassenzimmers“ sein, welches wir bislang hauptsächlich im Bürgerpark angeboten haben. Schülerinnen und Schüler können sich intensiv mit dem Lebensraum Teich auseinandersetzen und viel über die Bedeutung von biologischer Vielfalt in Städten erfahren“, erläutert Ulrike Hofmüller, die vonseiten des Harzmuseums für das Grüne Klassenzimmer zuständig ist.

Hierüber informiert eine ebenfalls im Projekt entstandene Broschüre „Wernigerodes Grüne Lebensqualität“, die in den Infostellen der Stadt erhältlich ist sowie auf der Internetseite www.wernigerode.de. Sie gibt außerdem Tipps, was jeder Einzelne zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt in Wernigerode beitragen kann.

 

Der Seigerhüttenteich

Die Kombination von Gärten, Teich und Grünfläche sorgt für Arten- und Lebensraumvielfalt mitten in der Stadt. Das 1,5 Hektar große Stillgewässer mit Uferzonen beherbergt ein buntes Mosaik an Lebensräumen: Röhrichte und Seggenriede, Weidensumpf, Schwimmpflanzen und Blühwiesen. Aufgrund dessen gehört er zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Als Kleinod erfreut er uns Menschen und ist ein Ort der Naturerfahrung und Erholung.

„Der Seigerhüttenteich wird durch einen circa einen Kilometer langen Mühlgraben, der am Wehr H6 (Ilsenburger Straße) von der Holtemme abgeschlagen wird. Diese Wasserzuführung ist die Lebensader des Teichs. Er wurde im Jahr 1511 angelegt und diente als Wasserspeicher zur Erzeugung mechanischer Energie für die Seigerhütte, welche Kupfer für die Ilsenburger Messinghämmer geliefert hat“, erklärt Energie- und Umweltbeauftragter Ulrich Eichler.

Leider werden am Teich immer wieder Müll und Grünabfälle entsorgt. Diese sorgen für unerwünschten Nährstoffeintrag, auch werden Pflanzenarten angesiedelt, die dort nicht hingehören. Die Stadt bittet darum, zur Entsorgung von Grünabfällen das Angebot des Wertstoffhofs am Köhlerteich zu nutzen.

 

BU von links: Energie- und Umweltbeauftragter Ulrich Eichler, Sachgebietsleiterin Christiane Wichmann vom Grünanlagenamt, Ulrike Hofmüller vom Harzmuseum sowie Projektleiterin Katrin Anders erläutern die durchgeführten Maßnahmen am Seigerhüttenteich. © Winnie Zagrodnik