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12.03.2021

Schiedspersonen berufen

Die Schiedsstelle Wernigerode ist ab sofort wiederbesetzt.

Die neuen Schiedspersonen in Wernigerode
© Ariane Hofmann
hinten v.l.n.r.: Claus Tanneberger, Dierk Grimmecke, Rüdiger Dorff Vorn v.l.n.r.: Michaela Grothe, Petra Wirkus, Kerstin Ender © Ariane Hofmann

Nach einem Bewerbungsaufruf im letzten Jahr haben sich drei neue Schiedspersonen gefunden. Sie wurden nun offiziell in ihrem Amt bestätigt. Im Rahmen der Übergabe der Schiedsstelle begrüßte Rüdiger Dorff, Dezernent für Bürgerservice, die drei Schiedspersonen an ihrer neuen Wirkungsstätte. Die bisherigen Schiedspersonen Petra Wirkus und Dierk Grimmecke hatten das Ehrenamt seit 2015 wahrgenommen und wurden bei der Übergabe verabschiedet.

Die neuen Schiedsleute sind Kerstin Ender, Michaela Grothe und Claus Tanneberger aus Wernigerode.

In der Dezembersitzung 2020 des Stadtrates wurden sie als Schiedspersonen gewählt, nach der Wahl wurden die Ergebnisse bekannt gegeben – pandemiebedingt ohne den sonst üblichen Händedruck des Oberbürgermeisters. Sie wurden am 23. Februar 2021 durch den Direktor des Amtsgerichtes verpflichtet und in das Amt eingesetzt. Damit begann die Amtszeit von fünf Jahren in der Schiedsstelle. Bei der Übergabe wurde deutlich, dass die Coronapandemie durchaus zu einem Anstieg von Fallbearbeitungen in der Schiedsstelle geführt hat. Dierk Grimmecke berichtete: „Die Menschen halten sich verstärkt zu Hause auf, dadurch häufen sich Streitigkeiten in der Nachbarschaft.“

Dies bestätigte Petra Wirkus: „Die Leute sind im Allgemeinen verunsichert wegen der Pandemie, das macht sich schon bemerkbar.“ Beide bekräftigen gegenüber den neuen Schiedsleuten die Wichtigkeit der Schiedsstelle und auch ihre Freude darüber, dass sich wieder Freiwillige für diese Aufgabe gefunden haben.

Das neue Team in der Schiedsstelle zeigte sich gespannt auf die bevorstehenden Herausforderungen. „Der Austausch mit den erfahrenen Schiedsleuten wird sicher sehr hilfreich sein“, sagte Kerstin Ender. In Kürze werden die Schiedsleute per Onlineschulung in ihren Aufgaben sattelfest gemacht, die Stadt unterstützt auch hier mit Technik und Know-How. Hintergrund Mit Ablauf der Wahlperiode der bisherigen Schiedspersonen war bei der Stadt Wernigerode die Schiedsstelle neu zu besetzen. Eine Schiedsstelle wird in der Regel von einer Schiedsperson wahrgenommen. Es können aber auch ein Vorsitzender und bis zu zwei weitere Schiedspersonen berufen werden. Schiedspersonen sind ehrenamtlich tätig.

Die Räumlichkeiten der Schiedsstelle werden durch die Stadt Wernigerode bereitgestellt und eingerichtet. Die Kosten für das Betreiben der Schiedsstelle einschließlich Arbeitsmaterialien werden von der Stadtverwaltung getragen. Ebenso werden die notwendigen Qualifizierungen für dieses Amt abgesichert und finanziert.

Was macht eine Schiedsperson?

Zu den Aufgaben der Schiedsstelle gehören in erster Linie freiwillige außergerichtliche Streitschlichtungen. Schlichtungen können aber auch vom Amtsgericht als obligatorische außergerichtliche Streitschlichtung zugewiesen werden. Bei bestimmten Rechtsstreitigkeiten ist ein Einigungsversuch vorgeschrieben. Eine Klage kann in diesen Fällen nur dann bei Gericht eingereicht werden, wenn eine Schlichtung nachweislich gescheitert ist. Ziel ist es, eine Einigung der streitenden Parteien zu erreichen.

Die Schiedsperson erörtert mit den Parteien die Sachlage und versucht, eine für beide Parteien akzeptable Lösung des Streits zu erreichen. Bei einem Termin haben beide Parteien die Gelegenheit ihre Sicht der Dinge in Ruhe und ohne Öffentlichkeit darzustellen. Die Schiedsperson wirkt darauf hin, bestehende Spannungen abzubauen und eine Einigung herbeizuführen. Es wird gemeinsam versucht eine einvernehmliche praktikable Konfliktlösung zu suchen. Dabei gibt es keine Gewinner oder Verlierer.

Bildunterschrift: hinten v.l.n.r.: Claus Tanneberger, Dierk Grimmecke, Rüdiger Dorff Vorn v.l.n.r.: Michaela Grothe, Petra Wirkus, Kerstin Ender © Ariane Hofmann