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29.06.2021

Bürgerinnen und Bürger können Senioren-Stadtplan mitentwickeln

Das Besondere an dem Senioren-Stadtplan: Jeder kann mitmachen!

Projektgruppe Seniorenstadtplan
© Ariane Hofmann
Die Akteure der Erstellung des Senioren-Stadtplans setzen auf die Beteiligung der Wernigerderinnen und Wernigerder. v.l.n.r.: Rdiger Dorff, Prof. Dr. Birgit Apfelbaum, Petra Seidemann, Nadine Albrecht und Julia Bruns © Ariane Hofmann

Ob ein stolperfreier Spazierweg, ein barrierearmes Café, ein gut sortiertes Sanitätshaus oder eine Ruhebank: Es gibt ganz verschiedene Orte und Dinge, die älteren Menschen bei einem Gang durch Wernigerode wichtig sind. Welche Stellen in der Stadt das sind, möchte die Wernigeröder Stadtverwaltung mit Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger herausfinden und in einem Senioren-Stadtplan abbilden. So erhalten ältere Menschen einen schnellen Überblick, was in der Nähe für sie wichtig sein könnte: wo sich beispielsweise Vernetzungsstellen, Beratungsangebote, Vereine für Seniorinnen und Senioren und ehrenamtliche Hilfen befinden. „Der Plan soll sowohl digital als auch als Papier-Plan zum Jahresende erscheinen“, kündigt Rüdiger Dorff, Dezernent für Bürgerservice, an.

Das Besondere an dem Senioren-Stadtplan: Jeder kann mitmachen! „Wir möchten mit Unterstützung der Wernigeröderinnen und Wernigeröder jene Orte identifizieren, sichtbar machen und bündeln, die für Menschen mit Unterstützungsbedarf relevant sind“, erläutert Petra Seidemann, Leiterin des Amtes für Jugend, Gesundheit und Soziales.

Dabei greift die Stadtverwaltung auf die Expertise eines Teams der Hochschule Harz unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Apfelbaum zurück. Als Mitglied der Achten Altersberichtskommission hat sich die Professorin für Kommunikations- und Sozialwissenschaften am Fachbereich Verwaltungswissenschaften in den letzten Jahren intensiv mit den Bedürfnissen der älteren Generation befasst. Das Projekt VTTNetz, das sie an der Hochschule Harz leitet, betreibt in Kooperation mit der Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft eG seit Oktober 2018 eine barrierearme Musterwohnung für ein komfortables Leben im Alter in der Kopernikusstraße 8 in Wernigerode, in der ältere Menschen Wohn- und Technikberatung, aber auch eine Smartphone-Sprechstunde in Anspruch nehmen können.

Mit diesem Erfahrungsschatz und dem Blick für die vielfältige Gruppe der Seniorinnen und Senioren will ihr Team auf Spurensuche gehen – und setzt dabei auf eine Foto-Aktion:
„Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, uns per Whatsapp oder Telegram Fotos von Orten in der Stadt zu schicken, die sie als relevant empfinden“, erläutert Birgit Apfelbaum. „Das kann alles Mögliche sein: eine Bushaltestelle, ein breiter Gehweg, der für Rollatoren geeignet ist, eine behindertengerechte öffentliche Toilette, ein Seniorenzentrum oder ein toller Aussichtspunkt, den man auch betagt noch gut zu Fuß oder mit dem Bus erreicht“, ergänzt Projektmitarbeiterin Julia Bruns. Die Fotos sammelt das Team in der Hochschule Harz bis Ende August. Dann werden die Daten ausgewertet und fließen in die grafische Umsetzung der Karte mit ein. Weitere Impulse kann ein Workshop im Rathaus setzen mit den Menschen, die einen Blick für die Stadt und ein Gefühl für die Perspektive Älterer mitbringen. Der Workshop wird derzeit vorbereitet.

Dass der Stadtplan nicht nur die Sonnenseiten sichtbar machen könnte, ist Petra Seidemann derweil bewusst. „Dabei können natürlich auch Stolperstellen in Wernigerode aufgedeckt werden“, sagt sie. „Uns ist klar, dass Wernigerode noch nicht barrierefrei ist, dass nicht alles perfekt ist. An dieser Stelle kann der Stadtplan vielleicht einen Dialog zum Älterwerden in Wernigerode anstoßen.“

Als Petra Seidemann auf den Förderaufruf der Beratungsstelle zur kommunalen Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt (BEQISA) aufmerksam wurde, habe sie die Chance gesehen, sich dem Projekt Stadtplan zu widmen, der als eines von 20 Projekten in Sachsen-Anhalt unterstützt wird. Als der Zuschlag für die Förderung kam, habe sie sich gefreut, dass sie das Vorhaben kurz vor ihrem Abschied aus der Stadtverwaltung noch anpacken kann.

Nun hoffen sie und das Team der Hochschule Harz auf emsige Beteiligung der Wernigeröderinnen und Wernigeröder.

„Ein Foto machen, an unsere Nummer 0157 39 011 454 senden. Ein kurzer Text dazu oder auch einfach nur das Foto – und schon ist man Ideengeber für den Stadtplan“, erklärt Julia Bruns. „Es ist ganz leicht, sich zu beteiligen. Und am Ende kann man sagen: Ich habe den Stadtplan mitentwickelt. Wir sind auch offen für Anregungen per Textmessage oder E-Mail an:
jbruns@hs-harz.de.“


Foto oben: Die Akteure der Erstellung des Senioren-Stadtplans setzen auf die Beteiligung der Wernigeröderinnen und Wernigeröder.
v.l.n.r.: Rüdiger Dorff, Prof. Dr. Birgit Apfelbaum, Petra Seidemann, Nadine Albrecht und Julia Bruns © Ariane Hofmann