Sprungziele
Seiteninhalt
14.06.2021

Arbeitsbesuch in Neustadt an der Weinstraße

Städtepartnerschaften leben von regelmäßigem Austausch. So fand kürzlich ein Arbeitsbesuch in Wernigerodes Partnerstadt Neustadt an der Weinstraße statt.

Arbeitsbesuch in Neustadt
© Stadtverwaltung Neustadt
Andreas Meling, Petra Koch, Kristin Dormann und Marc Weigel (Oberbrgermeister) beim Arbeitsbesuch in Neustadt an der Weinstrae © Stadtverwaltung Neustadt

Kristin Dormann, Leiterin des Büros des Oberbürgermeisters, und Andreas Meling, Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, reisten nach Neustadt um sich mit Kolleginnen und Kollegen vor Ort auszutauschen. Anlass war die Bewerbung Neustadts um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2026.

Dieses Querschnittsthema beschäftigt viele Bereiche der pfälzischen Stadtverwaltung, daher sind die Erfahrungen Wernigerodes aus dem Jahr 2006 überaus hilfreich. Die touristische Entwicklung beider Städte stand ebenfalls im Fokus des Arbeitsbesuches. Mit Martin Franck, dem Geschäftsführer der Tourist, Kongress und Saalbau GmbH, wurden mögliche touristische Kooperationen zwischen den Partnerstädten erörtert. Das Thema Corona blieb in den Gesprächen nicht unbedacht. Der Umgang mit der Pandemie, unterschiedliche und auch ähnliche Erfahrungen wurden im Neustadter Rathaus besprochen. Beide Städte standen in kurzer Zeit zahlreichen Aufgaben gegenüber, die völlig neu gewesen sind. Die Lockdown-Phasen haben Neustadt und Wernigerode sehr bewegt.

In beiden Städten wurden im Laufe der letzten anderthalb Jahre, zügig Kapazitäten aufgebaut. Logistische Herausforderungen wie die Einrichtung von Impf- und Testzentren wurden bewältigt um die Krise zu meistern. So sind auch kreative Lösungen entstanden: in Neustadt rollt derzeit sogar ein Schnelltest-Bus. Petra Koch, Partnerschaftsbeauftragte der Stadt, betonte im Gespräch mit Kristin Dormann die Bedeutung dieser besonderen Städtepartnerschaft.

„Unser Ziel ist es, die Städtepartnerschaft auch für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Der Schüleraustausch bietet hierfür eine gute Gelegenheit. Mit dem Hambacher Schloss und seiner Bedeutung für die Demokratiegeschichte Deutschlands und dem Brocken haben wir zwei bedeutsame Orte, die bei partnerschaftlichen Projekten erlebbar gemacht werden können. Bereits beim 30-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft besuchten 22 Schülerinnen und Schüler des Stadtfeldgymnasiums im Rahmen eines 4-Tägigen Projektes Neustadt an der Weinstraße, lernten das Hambacher Schloss kennen und gestalteten mit Schülerinnen und Schülern des Kurfürst Ruprecht-Gymnasiums gemeinsame eine Fahne, die die JubiläumsFestveranstaltung schmückte“.

Neustadts Oberbürgermeister, Marc Weigel ergänzt, dass gerade für die Schülerinnen und Schüler in Neustadt die Geschichte der innerdeutschen Geschichte in Wernigerode erlebbar ist. Symbolträchtige Orte wie der Brocken und der Grenzweg „Grünes Band“ bieten viele spannende Ansatzpunkte zu diesem Teil unserer Historie. Ein Gegenbesuch in Wernigerode für Schülerinnen und Schüler aus der Partnerstadt ist geplant. Um die Städtepartnerschaft weiter auszubauen, erörterten Andreas Meling, Petra Koch und Kristin Dormann weitere Projekte. So wird derzeit an der Durchführbarkeit des im letzten Jahr abgesagten Jubiläums-Weinfestes in Wernigerode sowie an einer Festwoche anlässlich von 900 Jahren urkundlicher Ersterwähnung Wernigerodes gearbeitet. Hierzu überbringen Kristin Dormann und Andreas Meling eine Einladung von Oberbürgermeister Peter Gaffert an Oberbürgermeister Marc Weigel.

„Sehr gerne werde ich nach Wernigerode kommen, wenn ich dies aus zeitlichen Gründen einrichten kann. - Unsere Städtepartnerschaft, bereits kurz vor der Wiedervereinigung ins Leben gerufen, ist eine außergewöhnliche. Wir werden diese Beziehung weiter fördern und ausbauen. Neustadt an der Weinstraße hat es sich durch seine Profilierung als Demokratiestadt zur Aufgabe gemacht sich als Demokratie-Lernort sowie als Ort gelebter Demokratie zu präsentieren. Hier sehe ich eine Verbindung zu unserer Partnerstadt und freue mich auf weitere gemeinsame zukünftige Projekte in diesem Rahmen“.

Die Segelfreizeit des Harzer Schwimmvereins und auch die Schülerfreizeit im Waldhofbad wird mit Kindern und Jugendlichen aus der Partnerstadt angestrebt. Seitens der Neustadter Verwaltung sind ebenfalls weitere Projekte ins Auge gefasst, in die die Partnerstädte mit eingebunden werden.

Zum 2022 geplanten Internationalen Künstlersymposium „Art-X-Change“ sind zwei Künstler*innen aus jeder Partnerstadt eingeladen. Die Veranstaltung sollte bereits im letzten Jahr stattfinden, musste aber wegen der Pandemie verschoben werden. Weiterhin ist im September eine internationale Jugendbegegnung geplant, bei der fünf Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren und eine betreuende Person aus jeder Partnerstadt dabei sein können.

Sie soll vom 23. September bis 2. Oktober 2022 stattfinden. Das Projekt beinhaltet die Erarbeitung eines gemeinsamen Musikstückes und ein Freizeitprogramm. Weiterhin steht 2022 ein Internationales Filmfestival der Städtepartnerschaften auf dem Programm. Neustadt hofft, dass Wernigerode in diesem Jahr, wie auch die Partnerstädte Mâcon (Frankreich), Lincoln (Großbritannien) und Echt-Susteren (Niederlande) mit regionalen Spezialitäten beim Weihnachtsmarkt der Kunigunde vertreten sein wird. Fazit Arbeitsbesuche wie dieser tragen die Städtepartnerschaft auf Verwaltungsebene und lassen neue Ansätze entstehen.

Hervorzuheben ist allerdings auch der private Austausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte. Seit Begründung der Städtepartnerschaft vor der politischen Wende entstanden langjährige Kontakte, enge Freundschaften und viele gemeinsame Aktivitäten.

Foto oben: Andreas Meling, Petra Koch, Kristin Dormann und Marc Weigel (Oberbürgermeister) beim Arbeitsbesuch in Neustadt an der Weinstraße © Stadtverwaltung Neustadt