Der Stadtwald als Rohstofflieferant

Eichenstamm im Stadtforst

Länge 4 m, Durchmesser 81 cm  -  dies sind die Ausmaße des dicksten Baumstammes, der in den letzten Jahren im Stadtwald Wernigerode geschlagen wurde. Nachdem die Eiche 150 Jahre am Zillierbach in Nöschenrode gewachsen ist, wurde sie rechtzeitig vor der Holzentwertung durch Überalterung gefällt und konnte als Furnierholz vermarktet werden. Der Stamm mit einem Volumen von über 2 m³ brachte über Tausend Euro in die Stadtkasse.

Früher war der Stadtwald unterteilt in das Kämmereiholz, welches meistbietend durch die Stadt verkauft wurde, und in das Bürgerholz, das den Stadtbewohnern selbst als Brenn- und Nutzholz diente. Auch heute können sich die Wernigeröder noch bei ihrem Förster darum bewerben, Nadel- und Laubholz preisgünstig in Selbstwerbung (Eigenarbeit) aus dem Stadtwald zu erhalten.

Der Holzvorrat des Stadtwaldes Wernigerode von ca. 413.360 Kubikmetern entspricht ca. 16.500 LKW-Ladungen Holz. Jährlich wachsen ca. 18.000 Kubikmeter Holz nach. Ohne die Nachhaltigkeit durch Übernutzung zu gefährden, können jährlich ca. 11.300 Kubikmeter genutzt werden. Dies entspricht einem jährlichen Hiebssatz von ca. 5,7 Fm/ha.

Rohstoff Holz

Das Stadtbild Wernigerodes wird durch ihre reiche Substanz an Fachwerkbauten geprägt. Der enorme Bedarf am Rohstoff Holz für diese Häuser aus dem 15. bis 17. Jahrhundert führte zu Raubbau an den umliegenden Wäldern.

In den Jahren 1607, 1705, 1766 und 1830 mussten deshalb Verordnungen zur Forstnutzung erlassen werden. Diese Einschränkungen der Holzernte führten zu Auseinandersetzungen (1766, 1847/1848) zwischen den Bürgern und der Stadt. Ein Gemeindebeschluss regelte schließlich 1865 die Bewirtschaftung und Benutzung des Bürgerforstes.

Wenn wir heute im Baumarkt - ohne es zu wissen - ein Stück Holz aus unserem heimischen Stadtwald in die Hand nehmen, finden wir das PEFC (= Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) - Zeichen darauf. Es stellt sicher, dass das Holz aus nachhaltiger und schonender Bewirtschaftung stammt. Damit zeigen wir, dass wir Raubbau am Stadtwald jetzt und künftig zuverlässig verhindern.

Wir alle können einen Beitrag für den Wald vor unserer Haustür leisten.

Durch die Verwendung von nachhaltig erzeugtem Holz in Hausbau, in Möbeln und anderen langlebigen Produkten tragen wir u.a. zur Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxides bei.

Die gezielte Nachfrage von umweltverträglich erzeugten Produkten kann wesentlich dazu beitragen, dass nachhaltige Formen der Land- und Waldnutzung auch in Entwicklungsländern eine Chance haben und auch die Wälder in anderen Teilen der Erde nachhaltig genutzt und erhalten werden. 


Kontakt und weitere Informationen:

Stadtverwaltung Wernigerode
Revier Stadtforst
Bahnhofstraße 35
38855 Wernigerode 
Tel: 03943. 654. 822
E-Mail: Michael.Selmikat@wernigerode.de

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