Biodiversitätskommune

Wernigerode ist Biodiversitätskommune 2011
124 Städte und Kommunen hatten im internationalen Jahr der Biodiversität 2010 an dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ausgelobten und von der Stiftung "Lebendige Stadt" finanziell und inhaltlich unterstützten Wettbewerb teilgenommen.

Wernigerode belegte in der Kategorie Städte mit 30.000 -100.000 Einwohnern einen hervorragenden zweiten Platz

Radolfzell/Köln, 6. April 2011 - Der Stadt Hannover wurde heute für ihr besonderes Engagement zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Titel "Bundeshauptstadt der Biodiversität" verliehen. 124 Städte und Kommunen hatten im internationalen Jahr der Biodiversität 2010 an dem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ausgelobten und von der Stiftung "Lebendige Stadt" finanziell und inhaltlich unterstützten Wettbewerb teilgenommen. Der Wettbewerb wird im Rahmen des internationalen Projekts "Capitals of Biodiversity" durchgeführt, das vom europäischen Umweltprogramm LIFE+ gefördert wird. Bei der Auszeichnungsfeier im Kölner Rathaus nahm Hannovers Umweltdezernent Hans Mönninghoff den mit 25.000 Euro dotierten Preis entgegen.

Für die Stadt Wernigerode nahmen Oberbürgermeister Peter Gaffert und der MA für Energie und Umwelt Ulrich Eichler den Preis entgegen. Der zweite Platz in dieser Größenkategorie geht an einen alten Bekannten in den Wettbewerben der DUH, an die Stadt Wernigerode.

Anhand eines umfassenden Fragebogens wurde das Engagement der Städte und Kommunen in puncto Biodiversität in folgenden Bereichen erfasst: "Natur in der Stadt", "Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit", "Arten- und Biotopschutz", "Nachhaltige Nutzung", "Konzeption", "Kommunikation und Kooperation" sowie "Monitoring der lokalen Entwicklung". Fast 900 eingereichte Projekte in insgesamt sechs Kategorien hat die DUH gemeinsam mit einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe bewertet.

Die von der Stiftung "Lebendige Stadt" gespendete Gesamtpreissumme betrug 50.000 Euro.

13 weitere Kommunen wurden für ihre Anstrengungen zum Erhalt einer vielfältigen Natur ausgezeichnet. Der Gewinner in jeder Kategorie erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro. Bei den Großstädten über 100.000 Einwohner belegte Münster vor Frankfurt/M. den zweiten Platz. In der Teilnehmerklasse von 30.000 bis 100.000 Einwohnern gewann Ravensburg (Baden-Württemberg) vor Wernigerode (Sachsen-Anhalt) und Landshut (Bayern).

Als "Bunte Stadt am Harz" hat Wernigerode das Glück, inmitten einer landschaftlich reizvollen Region zu liegen. Umgeben von ausgedehnten Wäldern und Harzer Bergbächen gibt sich die Stadt aber keinesfalls mit dieser besonderen Lage zufrieden, sondern bemüht sich aktiv um die Biodiversität vor Ort.

Wernigerode hat in den letzten Jahren mit großem Aufwand die Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederhergestellt und holte so das Wappentier der Stadt - die Bachforelle - erfolgreich in das Stadtgebiet zurück. Nach der Entfernung zahlreicher Querbauwerke und der Errichtung unterschiedlichster Fischaufstiege werden jetzt auch verstärkt die Gewässerufer ins Visier genommen: Feuchtbiotope, Laichgewässer und Auenwälder sind nun wieder zahlreich in Wernigerode zu finden.

Dabei werden auch Bevölkerungsgruppen in die Arbeit integriert, die nicht selbstverständlich von Naturschutz angesprochen werden: In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe haben beispielsweise junge, geistig behinderte Menschen die Betreuung von Fischaufstiegen übernommen. Sie kümmern sich um die Fischtreppen, bringen selbst angefertigte Nisthilfen an den Gewässern an und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Wasseramsel und zu einem ansprechenden Erscheinungsbild der Stadt.

Gewinner in der Teilnehmerklasse von 10.000 bis 30.000 Einwohnern ist Ratekau (Schleswig-Holstein) vor Bad Saulgau (Baden-Württemberg) und Eckernförde (Schleswig-Holstein). Ratekau und Bad Saulgau belegen zudem in der Gesamtwertung unter allen Bewerbern die Plätze zwei und vier. In der Kategorie unter 10.000 Einwohnern konnte die nordrhein-westfälische Kommune Nettersheim ihren Sieg beim Wettbewerb "Bundeshauptstadt im Naturschutz 2007" wiederholen und gewann vor Bad Grönenbach (Bayern) und Schwebheim (Bayern).

Der Stadt Leipzig wurde der Sonderpreis "Natur in der Stadt" verliehen. Die Stadt Marburg wurde mit dem Sonderpreis "Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit" ausgezeichnet. (EB)


BU: v.l.: Rainer Baake (Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe), Prof. Dr. Dittmar Machule (Stiftung Lebendige Stadt), Dr. Andreas Mattner (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebendige Stadt) Ulrich Eichler (Mitarbeiter Energie und Umwelt der Stadt Wernigerode) Peter Gaffert (Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode) Prof. Dr. Harald Kächele (Bundesvorstand Deutsche Umwelthilfe) Jürgen Rother (Oberbürgermeister der Stadt Köln) und Ursula Heinen-Esser (parl. Staatssekretärinf im Bundesumweltministerium)
 

 
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