Wernigeröder Stadtwald als Erholungswald zertifiziert

Volker Friedrich, Dezernent Ordnungswesen; Waldkönigin des Landes Sachsen-Anhalt Maria Dolge; TÜV-Zertifizierer Carsten Kahlert; Oberbürgermeister Peter Gaffert; Stadtförster Michael Selmikat; Stadtrat Matthias Winkelmann.
Die Stadt Wernigerode engagiert sich in ihrem Wald in besonderem Maß für die Erholungssuchenden. Dies belegt das Siegel "PEFC Erholungswald", welches die Stadt am vergangenen Mittwoch erhielt. Die Anforderungen an den Wald sind vielfältig. Jogger wünschen sich eine andere Art von Wegen als Mountainbiker, Reiter haben wieder eigene Ansprüche, und während manche Wanderer gern über Stock und Stein gehen, fährt ein Kinderwagen besser auf ebenen Wegen. Darüber hinaus soll mit einem forstlich genutzten Wald auch Geld verdient werden, indem Holz geschlagen und verkauft wird.

Mitunter werden die Wege also auch von schwerem Gerät befahren. Oberbürgermeister Peter Gaffert weist auf die vielen Leistungen eines Waldes hin und ergänzt anlässlich der Zertifikatsübergabe am Agnesberg: "Wernigerode hat über eine Million Übernachtungsgäste und mehr als doppelt so viele Tagesbesucher. Gerade rund um das Schloss nutzen viele Menschen unseren Wald in ihrer Freizeit. Die Erholungsfunktion unseres Waldes liegt uns deshalb besonders am Herzen. Das "normale" PEFC-Siegel hat der Stadtwald bereits seit 2001. Nun hat PEFC noch ein eigenes Siegel entwickelt, um das Engagement für Erholungssuchende zu würdigen und zu stärken, und für uns war es folgerichtig, uns auch hierum zu bewerben." Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, ergänzt: "Die Stadt Wernigerode war bereits Vorreiter bei der Zertifizierung ihres Stadtwalds, nun ist sie das auch bei diesem Siegel, welches wir vor zwei Jahren entwickelt haben."

Hoher Waldanteil zeichnet Wernigerode aus

Nach Augsburg, Heidelberg, Rastatt und Paderborn ist Wernigerode nun die fünfte deutsche Stadt, deren Wald als Erholungswald zertifiziert wird. Und, wie Teegelbekkers betont, die bisher einzige in Ostdeutschland.

Die Stadt Wernigerode verfügt über eine hochwertige Naturausstattung und über einen im Vergleich zu anderen Städten überdurchschnittlich hohen Waldanteil. Aufgrund seiner geografischen Lage und der hohen Attraktivität der Stadt als touristisches Ziel und Wohnort sind insbesondere die siedlungsnahen Waldbereiche durch Erholungssuchende hoch frequentiert.
Um das Siegel "Erholungswald" zu erhalten hat die Stadt Wernigerode gegenüber einem unabhängigen Zertifizierer (TÜV NORD) nachgewiesen, dass ein Erholungskonzept für das entsprechende Waldgebiet vorliegt und umgesetzt wird. Das Konzept muss beispielsweise die Planung und Anlage bestimmter Infrastruktureinrichtungen (Bänke, Sporteinrichtungen, Schutzhütten, Grillstellen, Wintersportmöglichkeiten, Parkplätze etc.), die Informationsbereitstellung für die erholungsuchende Bevölkerung (Auszeichnung der Wegeführung/Beschilderung, Informationsveranstaltungen, etc.) oder waldpädagogische Angebote umfassen. Darüber hinaus spielen Themen wie Konfliktmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen und Verkehrssicherung eine Rolle. Markus Sturm vom TÜV NORD erklärt: "Wir haben eine Vor-Ort-Begehung vorgenommen und sehr schöne Verhältnisse im Wald vorgefunden."

Die Umsetzung des Konzepts wird regelmäßig durch die Gutachter überwacht. "Die Natur ist nicht statisch, der Wald verändert sich, und wir passen unser Konzept diesen Veränderungen immer wieder an.", erläutert Michael Selmikat, Leiter des Sachgebiets Stadtforst. Er weist insbesondere auf die gute Zusammenarbeit mit dem Harzklub in Bezug auf das Thema Wandern hin.

Hintergrund

Der Wernigeröder Stadtwald ist bereits seit 2001 PEFC-zertifiziert. Die PEFC-Zertifizierung zeigt Engagement für die Umwelt und Verantwortung im Umgang mit Holz. Sie garantiert also, dass der Wernigeröder Stadtwald nachhaltig bewirtschaftet wird. PEFC ist ein integratives Konzept, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte verbindet. PEFC garantiert darüber hinaus eine kontrollierte Verarbeitungskette, die unabhängig überwacht wird.

Bereits zwei Drittel des Waldbestandes in Deutschland ist PEFC-zertifiziert. PEFC ist international, was der (englische) Name "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" zeigt, zu Deutsch: ein "Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen", das über Ländergrenzen hinweg ein Ziel verfolgt: die weltweite Verbesserung der Waldnutzung und Waldpflege. Alle nationalen Systeme basieren inhaltlich auf derselben Herkunft: auf den Beschlüssen, die auf den Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio zur nachhaltigen Entwicklung gefasst wurden.

BU: Freuen sich über das Zertifikat "Erholungswald": (v.l.) Volker Friedrich, Dezernent Ordnungswesen; Waldkönigin des Landes Sachsen-Anhalt Maria Dolge; TÜV-Zertifizierer Carsten Kahlert; Oberbürgermeister Peter Gaffert; Stadtförster Michael Selmikat; Stadtrat Matthias Winkelmann. © Katrin Anders

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