Wernigerode wird Fairtrade Stadt

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Im Rahmen des 13. Wernigeröder Umweltmarkts ist Wernigerode als Fairtrade Stadt ausgezeichnet worden. Damit ist sie die 499. Stadt in Deutschland, die sich für faire Arbeits- und Produktionsbedingungen im globalen Süden einsetzt.

Manfred Holz, der das Zertifikat als Ehrenbotschafter und Gründungsmitglied von Transfair Deutschland übergibt, zeigt sich beeindruckt vom Engagement in Wernigerode: "Das Thema Fairer Handel setzt hier in Wernigerode seit Jahren enorme Kräfte frei, aber auch jede Menge Kreativität in Gang, angefangen im Rathaus, bis hin zu den Kirchengemeinden, Schulen, Vereinen, Betrieben und Geschäften." Er weist aber auch darauf hin, dass "diese Auszeichnung als Fairtrade Town aber nicht das Ziel, sondern Anfang und Auftrag für weitere Aktivitäten ist, denn dieser Titel gilt nur für zwei Jahre."
Oberbürgermeister Peter Gaffert, der die Urkunde entgegen nimmt, betont, dass diese Initiative und Auszeichnung nur einer der Bausteine der Stadt ist, Beschaffung Stück für Stück nachhaltiger zu gestalten. "Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wo Dinge herkommen und wie sie produziert werden. Hier müssen wir auch als Verwaltung und Stadtrat noch viel stärker hinschauen und auf faire Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Herstellungsweise bestehen", so das Stadtoberhaupt. Er überreicht dem Ehrenbotschafter eine Edition fair gehandelter Stadt-Schokolade, die ab heute bei der Wernigerode Tourismus GmbH erhältlich ist.

Beim Fairen Handel geht hierbei um partnerschaftliche Handelsbeziehungen, die auf Dialog, Transparenz und Gerechtigkeit setzen. So soll gewährleistet sein, dass in den Produktionsländern faire Arbeitsbedingungen herrschen. Über die Fairhandels-Siegel und den gerechteren Preis für Waren aus Schwellen- und Entwicklungsländern werden außerdem beispielsweise Bildungsinitiativen unterstützt.
Die Initiative Fairtrade Towns bringt Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft zusammen, damit diese sich gemeinsam für fairen Handel in ihrer Kommune stark machen und ein höheres Bewusstsein dafür schaffen.

Um als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet zu werden müssen fünf Kriterien erfüllt sein:

Wernigerode weist eine ausreichende Anzahl an gastronomischen Betrieben und Einzelhandelsgeschäften vor, welche fair gehandelte Produkte verwenden oder im Sortiment haben. Eine Steuerungsgruppe koordiniert seit 2015 die Initiative. Produkte aus fairem Handel werden in Schulen und Vereinen verwendet, in Wernigerode beispielsweise in der Thomas Müntzer-Schule und im Wernigeröder Interkulturellen Netzwerk e.V. Über Pressemitteilungen wird die Öffentlichkeit über Thema und Prozess informiert. In Beratungen und Repräsentationsterminen der Stadt wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres fair gehandeltes Produkt, beispielsweise Tee, verwendet. Und so hat der Stadtrat im Dezember 2016 per Beschluss die Stadtverwaltung beauftragt die Bewerbung als Fairtrade Stadt bei Transfair Deutschland einzureichen. Diese Bewerbung wurde nun mit der Auszeichnung als Fairtrade Stadt positiv beschieden.

Mitmachaktionen zum Fairen Handel auf dem Kohlmarkt

Im Rahmen des Wernigeröder Umweltmarkts kann sich auf dem Kohlmarkt an Workshops und anderen Aktionen im Kontext Eine Welt und Fairer Handel beteiligt werden. Die Thomas Müntzer-Schule bietet als einzige Fairtrade Schule Sachsen-Anhalts fairen Kuchen und Crepes an. Der Dachverein Reichenstraße lädt ein zu Bildungsaktionen, und am Informationsstand des Eine Welt Netzwerks Sachsen-Anhalt kann sich mit einem umgebauten Smoothie-Fahrrad ein bio-regional-faires Smoothie mit eigener Muskelkraft erradelt werden.

BU 1: Die Stadt Wernigerode ist als Fairtrade Stadt zertifiziert worden.© Tobias Kascha
BU 2: Julia Conrad von der Wernigeröder Tourismus GmbH präsentiert die faire Wernigeröder Stadtschokolade. © Katrin Anders

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