Das Stadtarchiv Wernigerode ist wieder für Besucher geöffnet

Stadtarchiv Wernigerode öffnet am 10. April 2017 wieder für Besucher

Erster Bauabschnitt der Sanierung ist abgeschlossen

Das Stadtarchiv Wernigerode am Oberpfarrkirchhof 5 ist nach längerer Schließung ab dem 10. April 2017 wieder für Besucher und Interessierte geöffnet.

Der erste Teil der umfassenden Sanierung des Gebäudes unweit von Stadtbibliothek, Harzbücherei und Harzmuseum wurde abgeschlossen. Das Stadtarchiv bietet am Tag seiner Wiedereröffnung um 14 Uhr eine Führung durch die historischen Archivbestände an. Um telefonische Anmeldung unter der Rufnummer 03943-654470 wird gebeten. Ab dem 10. April gelten wieder die bekannten Öffnungszeiten.

In diesem Jahr steht jedoch ein weiterer Bauabschnitt in Aussicht.

Zur Sanierung im Detail

Seit 2015 war das Stadtarchiv wegen der Sanierung geschlossen. Nachdem die ursprüngliche Variante "Fassade Malern" aufgrund der vorgefundenen Schäden verworfen werden musste, begann im Herbst 2015 die Sanierung des Gebäudes. Hierfür mussten alle Räume hinter der Südseite und dem Ostgiebel geräumt werden. Zuerst wurde der Ostgiebel saniert. Bis auf wenige Fachwerkstiele musste das gesamte Fachwerk erneuert werden.
Die Sanierung der Südseite erfolgte anschließend. Nach dem Freilegen der Hölzer wurde im mittleren Teil der Fassadenfront der echte Hausschwamm gefunden. Davon waren das Schwellholz, einige Fachwerkstiele und mehrere Deckenbalken betroffen. Mit den ebenfalls vorgefundenen Schäden durch Insekten musste auch hier fast das gesamte Fachwerk ausgetauscht werden. Zusätzlich waren noch Schwammsperrmaßnahmen im Mauerwerk notwendig. Im Zuge dieser Sanierungen mussten auch alle Innenverkleidungen an Decken und Wänden entfernt werden.
Weiterhin stand die Frage der Wärmedämmung im Raum. Angesichts der beabsichtigten denkmalgerechten Sanierung entschied man sich in Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde für einen wärmedämmenden Lehminnenputz.
Nach nun fast eineinhalb Jahren Bauzeit konnte der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden. Die Baukosten liegen bei etwa 290.000,-€ für den bisher sanierten Teil.

Weitere Bauarbeiten in Planung

Für die Nordseite liegt bereits ein weiterer Hausschwammbefund vor, was eine zeitnahe Sanierung zwingend notwendig macht. Der nächste Bauabschnitt wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in Angriff genommen. Der Zugriff auf das Archiv bleibt im weiteren Verlauf der Bauarbeiten gegeben.

Oberbürgermeister Peter Gaffert freut sich indes über die bereits erfolgreich bewältigte Etappe der Sanierung: "Das Stadtarchiv ist mit dem gesamten Ensemble von Stadtbibliothek, Harzbücherei und Harzmuseum ein echtes Juwel der Stadt. Ich bin optimistisch, dass wir in diesem Jahr mit dem nächsten Bauabschnitt noch einen wichtigen Schritt vorankommen werden, damit wir unseren Besuchern bald ein vollständig und grundhaft saniertes Stadtarchiv zur Verfügung stellen können."

Hans-Peter Mahrenholz, stellvertretender Archivleiter, ergänzt: "Wir sind sehr froh, wieder auf den gesamten Bestand zugreifen und alle Anfragen bearbeiten zu können. Ich möchte den zahlreichen Helfern danken, ohne die der Umzug zurück in unser wunderschönes Gebäude am Oberpfarrkirchhof nicht in dieser kurzen Zeit möglich gewesen wäre. Das war echte Teamarbeit."

Die Archivbestände waren zu einem großen Teil aus dem Gebäude ausgelagert und zwischenzeitig im Rathauskeller aufbewahrt worden. Dabei handelte es sich um ca. 16.000 Akteneinheiten. Der größte Teil davon, etwa 12.000 Akteneinheiten, wurde in den Wochen vor dem Umzug revidiert, sortiert und in ca. 3.000 neue, säurefreie Spezialkartons umkartoniert. In erster Linie handelt es sich um die Bestände "WR II" und "WR III". Hinter dieser archivalischen Abkürzung verbergen sich die Akten vom 15. Jahrhundert bis 1945 sowie von 1945 bis 1990.

Der gesamte Wiedereinzug und deren Vorbereitung war in wenigen Wochen nur durch die tatkräftige Unterstützung von bis zu drei Praktikanten und eines Freiwilligendienstleistenden möglich. Den Umzug in mehreren Etappen übernahmen vorwiegend Mitarbeiter des Bauhofs und der Feuerwehr.

Das Wernigeröder Stadtarchiv als "Gedächtnis der Stadt" verwahrt etwa 23.000 Urkunden und Akten aus acht Jahrhunderten, ca. 11.000 archivische Sammlungsgüter, darunter Zeitungen, Fotos und Fachliteratur, sowie ca. 2.000 Mikrofilme. Überliefert ist das Schriftgut der Stadt Wernigerode sowie der Eingemeindungen Hasserode, Amtsbezirk Schloss, Nöschenrode, Silstedt, Minsleben, Benzingerode und Schierke. Insgesamt umfasst das Archiv- und Sammlungsgut ca. 1 km.


Öffnungszeiten für Besucher - ab 10.4.2017


Montag:
09.00 - 12.00 Uhr

Dienstag:
09.00 - 12.00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr

Mittwoch geschlossen

Donnerstag:
09.00 - 12.00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr

Freitag:
Nach Vereinbarung

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