Richtfest der Schierker Feuerstein Arena

Richtfest der Schierker Feuersteinarena am 30.08.2017
Stolz und zugleich filigran ragt der Rohbau samt Dachgerüst der Schierker Feuerstein Arena gen Himmel. Schon jetzt - während des Richtfestes am 30. August 2017 - wirkt der Bau beeindruckend und die Gäste ahnen, wie es sich anfühlen wird, hier später Schlittschuh zu laufen oder ein Konzert zu besuchen. Zum Richtfest geladen hatte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert, der sich auf diese Weise bei den Handwerkern und Baufirmen für die bis dato geleistete Arbeit bedankte. "Dieses Bauwerk polarisiert und daher freue mich, dass so viele Personen unserer Einladung gefolgt sind. Ich bin überzeugt, dass hier etwas Einzigartiges entsteht, dass wir den Schierkern übergeben können."

Seit der Grundsteinlegung am 18. Mai 2016 ist auf der Baustelle so einiges passiert. Viele Tonnen Stahl, Beton und Felsgestein sind in den letzten 15 Monaten bewegt wurden. Am Anfang standen Aufräumarbeiten und Bodenfunktionsverbesserungen im Vordergrund. Es wurden große Mengen von tonnenschweren Findlingen aus der Erde geholt, die zerteilt und zerkleinert werden mussten. Diese aufwändigen Arbeiten haben zwar sehr viel Zeit in Anspruch genommen, waren für die zwei Meter tief in der Erde liegenden Stahlbeton-Zugbänder aber notwendige Vorarbeiten. Die 90 Meter langen Zugbänder verbinden im Osten und Westen der Arena zwei Spannbetonträger, die zwei Meter tief in den Boden reichen und in drei Meter Höhe die Dachkonstruktion aufnehmen.

Dass das von den Architekten geplante Raumkonzept aufgeht, kann man nun sehen und erleben. Die Kulisse ist einzigartig und traumhaft! Man befindet sich mitten in der Natur und ist dennoch geschützt vor Regen, Schnee und Sonne. "Ein Richtfest ist immer ein besonderer Moment. Das Dachgerüst steht und der Rohbau der Schierker Feuerstein Arena ist etwas ganz Besonderes. Hier wurde fantastische Arbeit geleistet. Unser Dank geht an alle beteiligten Firmen. Wir haben versucht, hier was zu machen, was Architektur im 21. Jahrhundert gerecht wird. Das Ensemble ordnet sich komplett der Landschaft unter.
 
Unser Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der Alt und Neu verbindet und der Zukunft gibt" so der Berliner Architekt Lars Krückeberg vom Architekturbüro Graft Architekten. Mit dem Bau der Arena wird die historische Bausubstanz eines der ältesten Natureisstadien Deutschlands gesichert und in die neue Arena integriert. "Die denkmalgeschützte Tribüne wurde restauriert und ergänzt und kann sich durchaus mit römischen Mauern messen lassen" so der Fachmann weiter. Im nördlichen Bereich der Arena steht noch die Sanierung des denkmalgeschützten Schiedsrichterturms aus. Ein neues Fundament dafür ist bereits entstanden.

Das organisch anmutende Arenadach, von den Bauleuten auch liebevoll "die Diva" genannt, besteht aus drei großen Komponenten: dem Stahltragwerk, einem 700 Knoten umfassenden Stahlseilnetz und einer lichtdurchlässigen Glasfasermembran. Das Stahltragwerk erstreckt sich seit wenigen Tagen mit selbstverständlicher Eleganz und Leichtigkeit in die Höhe. Insgesamt besteht das Tragwerk aus zehn vorgefertigten Teilen die in Katowice, Polen angefertigt und vorgeschweißt wurden. Die einzelnen Stahlplatten sind bis 7 cm dick. In den letzten drei Wochen hat die auf Stahlbau spezialisiert Firma Zeman die acht bis zehn Tonnen schweren Stahltragwerke millimetergenau in Position gebracht und miteinander verschweißt. 

Momentan sind die Bauarbeiter damit beschäftigt, die Stahlseile miteinander zu verbinden und das so entstehende Stahlseilnetz mit der Dachträgerkonstruktion zu verbinden und zu verspannen. Auf das so entstandene Stahlseilgitter wird in circa drei Wochen die Glasfasermembran aufgelegt. Die aus PTFE-Kunststoff bestehende Membran wird derzeit in der Nähe von Stuttgart hergestellt und vorgeschweißt. Das hochtechnologische Bauteil wird in einem Stück geliefert und montiert. Der Jüngste von den zeman-Mitarbeitern, Patrick Supanz aus Österreich, übernahm beim Richtfest den Richtspruch und ließ am Bauwerk eine Schierker Feuerstein Flasche zerschellen.

Bis zur Eröffnung am 15. Dezember 2017 ist noch viel zu erledigen. Der nächste große Baustein ist der Eisasphalt, der später die Kühlleitung für die Eisfläche in sich bergen wird. Auch bei diesem Bauabschnitt ist Präzisionsarbeit und handwerkliches Geschick gefragt. Die Gesamtkosten für die Arena betragen 8,44 Millionen Euro. 5,5 Mio. Euro der Kosten werden aus dem Stadtumbau Ost Programm des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr gefördert.

Bildunterschrift: Trinkspruch (2 Bilder), von links: Patrick Supanz, Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht, Geschäftsführer von Schierker Feuerstein Walter Möller, Architekt Lars Krückeberg und Wernigerode Oberbürgermeister Peter Gaffert stoßen auf die Schierker Feuerstein Arena an. © Petra Bothe und Winnie Zagrodnik (Bild 2)

Stahltragwerk: Blick auf die spätere Eisfläche und das jüngst errichtete Stahltragwerk, dass in wenigen Wochen die Glasfasermembran tragen wird. © Petra Bothe

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