Öffnungszeiten
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Minsleben ist seit 1993 ein Ortsteil der Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt.
Minsleben liegt am Nordrand des Harzes in der nach Norden offenen Ebene. Durch den Ort fließt die Holtemme. Der Haltepunkt Minsleben an der Bahnstrecke Halberstadt-Vienenburg wird seit Oktober 2006 nicht mehr bedient. Verbindungsstraßen führen von Minsleben nach Wernigerode, Reddeber, Langeln und Silstedt.
Stadtverwaltung Wernigerode
Geschäftsstelle Minsleben
Hauptstraße 48
38855 Minsleben
Der Ort kann auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Im Ort befand sich ein adeligen Hof, der sich lange Zeit im Besitz der Familie Reiffenstein befand. Das Herrenhaus wird heute teilweise als Wohngebäude genutzt, der dazugehörige Landschaftspark ist öffentlich zugänglich. Auch die Gutsmühle kann an bestimmten Tagen besichtigt werden.
In einer Urkunde aus dem Jahre 100 bestätigte Kaiser Otto III. die Übertragung der Güter und der damit verbundenen Rechte des Klerikers Rathard in Minsleben und Reddeber an das Bistum Halberstadt. Mit der Schreibweise "Minislavus" liegt die erste schriftliche Erwähnung des Ortes vor.Im Mittelalter sollte der Name des Ortes noch häufiger in anderen Quellen genannt werden.
1084 Minileva
1144 Minesleiven
1200 Minsleve
1221 und 1241 Mensleve
1264 Meinsleve
1272 Minisle
1558 Minsleben
Walther Grosse, der sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv mit den Forst-, Flur- und Straßennamen in der Grafschaft Wernigerode auseinandergesetzt hat, stellte 1929 fest: Bis ins 6. Jahrhundert bewohnten die Gegenden nördlich des Harzes die Warnen... Diesen Warnen schreibt die Wissenschaft heute die Siedlungen mit der Endung -leben zu, die im Harzgau häufig sind, unser gebiet aber nur in dem einen Minsleben erreichen."Die Vorsilbe Min- könnte seiner Meinung nach keltischen Ursprungs sein und für Bergrand bzw. Hochufer stehen. Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass diese aus einem Namen entstanden sei.
Minsleben bestand vermutlich im Spätmittelalter aus zwei Dorfgemeinden - Ober- und Niederminsleben. Beide Dörfer waren im Zeitraum 1471-72 wüst. Oberminsleben wurde wieder aufgebaut und bildet die Grundlage für die heutige Gemeinde.Eine besondere Rolle in der dörflichen Gemeinschaft des Mittelalters und der Neuzeit spielten die drei Freihöfe. Einer von ihnen ist der sogenannte Junkerhof, ein Gut, dessen Geschichte bis zum Ende des 10. Jahrhunderts zurückreicht.
Im Jahre 1343 übernahm die Gerichtsbarkeit in Minsleben im Zuge einer Fehde die Grafen von Wernigerode. Damit erfolgte die endgültige Einordnung des Dorfes in die Grafschaft Wernigerode.
Aus den Angaben über die Türkensteuer aus dem Jahre 1566 kann man schließen, dass Minsleben neben Altenrode und Darlingerode zu den bevölkerungsärmsten Orten der Grafschaft gehörte. Erst für das Jahr 1729 gibt es eine Angabe über die tatsächliche Bevölkerungszahl von Minsleben, die bei 135 "Seelen" lag.
Welchen unterschiedlichen Tätigkeiten die Minslebener vor 200 Jahren nachgingen, zeigt eine Überlieferung aus dem Jahr 1809. Damals lebten in den 42 Häusern des Dorfes 276 Personen, 132 männliche und 144 weibliche. 11 Ackerleute, 17 Kothsassen und 1 Kärner, die vermutlich von den 6 Mägden und je 5 Knechten und Tagelöhnern in der Landwirtschaft unterstützt wurden. Belegt ist außerdem ein Gutsbesitzer, dem 3 Verwalter, der Hofmeister, der Gärtner und der Kutscher zur Hand gingen. Zudem sind in der Aufstellung 6 Drescher, 4 Leineweber, 2 Schäfer und 3 Hirten genannt. Bäcker, Schuster, Schneider, Schmied, Krüger, Müller, Müllerknappe und Ölmüller waren jeweils einmal vertreten. Nicht fehlen durften Prediger und Kantor.
Aus einer Urkunde des Jahres 1327 geht hervor, dass die Hauptherrin der Kirche die hl. Margarete war.Die Kirche selbst ist eine regelmäßige romanische Anlage, vierteilig aus Westquerturm, Schiff, Altarhaus und Halbrundapsis bestehend.
Am 1. April 1908 gründeten 11 Kamaraden die Freiwillige Feuerwehr Minsleben, die bereits 66 Tage nach ihrer Gründung den ersten Einsatz im Nachbarort Reddeber hatte.
Das Gutshaus ist heute bewohnt. Der großzügig angelegte Landschaftspark ist öffentlich zugänglich.