Ein Luchs wird 200 - Harzmuseum zeigt neue Sonderausstellung

Kuratorin Ulrike Hofmüller zeigt Oberbürgermeister Peter Gaffert (links) und Fürst Philipp Konstantin zu Stolberg-Wernigerode die 200 Jahre alten Luchs-Präparate. © Andrea Jäger
Ab dem 13. September 2017 zeigt das Harzmuseum Wernigerode eine neue Sonderausstellung, in der ein 200 Jahre altes Luchspräparat im Mittelpunkt steht. Eröffnet wurde die Ausstellung einen Tag zuvor in den Räumen des Harzmuseums, im Beisein von Oberbürgermeister Peter Gaffert sowie des Fürsten Philipp Konstantin zu Stolberg-Wernigerode.

Hintergrund der Ausstellung ist ein Ereignis, das genau 200 Jahre zurückliegt. Im Jahr 1817 wird einer der letzten Luchse des Harzes geschossen. Der Ilsenburger Forstinspektor Kallmeyer bringt das Tier bei den Sonnenklippen unweit des Brockens zur Strecke - kurioserweise zunächst in der Annahme, es handele sich um einen Wolf. Das Tier wird als Rarität angesehen, präpariert und später lange Jahre im Schloss Wernigerode ausgestellt.

Aus diesem Anlass zeigt das Harzmuseum eine Ausstellung über den "vorletzten" Luchs des Harzes und die Geschichte der Tierpräparation.
Genau genommen wird in diesem Jahr nicht der Luchs 200 Jahre alt, sondern das Präparat, das man von der Raubkatze angefertigt hat.

Unübersehbar hat der Zahn der Zeit daran genagt: Fraßspuren von Käfern, ein ausgeblichenes Fell und weitere Veränderungen- auch ein ausgestopfter Luchs hält nicht für die Ewigkeit. "Besonders spannend finde ich die Entwicklung aus dem frühen 19. Jahrhundert bis heute, die wir mit unserer Ausstellung nachzeichnen" erklärt Kuratorin Ulrike Hofmüller. "Schon früh wünschte man sich ein besonderes Tier oder eine Jagdtrophäe für die Nachwelt zu bewahren. Die Mittel dazu waren aber zunächst einmal bescheiden, und erst im Laufe der Zeit entwickelten sich die modernen Verfahren. So ist es heute eine Selbstverständlichkeit z.B. in Naturkundemuseen mit lebensnah gestalteten Tierpräparaten arbeiten zu können".

In der Ausstellung zeigt das Harzmuseum neben dem historischen Objekt aus dem frühen 19. Jahrhundert diverse moderne Beispiele. Erläutert werden zudem heutige und vergangene Techniken und Verfahrensweisen um Tiere zu erhalten. Wie hat man vor 200 Jahren ein Tier präpariert, wie geht man heute an diese Aufgabe heran? Diese Fragen beantwortet die neue Sonderausstellung, die bis zum 18. November im Harzmuseum Wernigerode gezeigt wird.

Leihgeber der Ausstellung sind das Heineanum Halberstadt, das Museum für Naturkunde in Magdeburg, das Naturkundemuseum Erfurt und das Naturkundemuseum Leipzig.

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