Neues Zuhause für Edelkrebse im Christianental

Die Mitglieder des Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V. setzen die Edelkrebse in den Christianentalteich
Am Dienstag, dem 6. Juni 2017 wurden die ersten Edelkrebse durch Herrn Andreas Kampa (Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V.) und Herrn Ulrich Eichler in den oberen Teich des Christianentals ausgesetzt.

Fachmann Otfried Wüstemann (Vorsitzender des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins) berichtete, dass die Edelkrebse vom Aussterben bedroht sind und nur noch an seltenen Standorten in Sachsen-Anhalt beheimatet sind. "Die Edelkrebse benötigen einen isolierten Lebensraum, der nicht vom amerikanischen Kamberkrebs, dem Überträger der tödlichen Krebspest erreicht werden kann, um überleben zu können", erklärte Wernigerodes Energie- und Umweltbeauftragter und ebenfalls Vorstand des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins Ulrich Eichler. Dabei erläuterte Andreas Kampa die zukünftige Vorgehensweise. Zunächst werden 50 Krebse eingesetzt, deren Ansiedlung durch Stichproben nun beobachtet wird. Bei der aufwendigen Entschlammung und Renaturierung des Teiches im Winter wurden Steinpackungen in das Gewässer gesetzt, die gute Unterschlupfmöglichkeiten und einen geeigneten Lebensraum für die Tiere darstellen.

Überleben die eingesetzten Tiere, werden zeitnah weitere 250 Tiere eingesetzt, um eine stabile Population zu begründen. Die Krebse ernähren sich von Kleinstlebewesen, Algen und Erlenblättern. Die Paarung erfolgt im Spätherbst und nach ca. einem Monat werden ca. 100 Eier abgelegt, die das Weibchen am Hinterleib anheftet. Die Krebslarven schlüpfen im Sommer. Sachgebietsleiter für Grünanlagen/Wildpark/Friedhof der Stadt Wernigerode Frank Schmidt ergänzt, dass es sich bei den Edelkrebsen um ein Zusatzprojekt handelt. Auch ohne die Freisetzung der Krebse wäre eine Entschlammung erfolgt. Dies wird von Herrn Dr. Christoph Schönborn, Vertreter der Naturschutzbehörde, bestätigt. Der Wildfischverein Wernigerode wird die Patenschaft für den Teich übernehmen und eine Infotafel aufstellen. Faltblätter für Schutzmöglichkeiten des Edelkrebses werden demnächst im Nationalpark Harz und den Infostellen des Nationalparks erhältlich sein.

Zur Historie des Projektes: Der Landkreis Harz war noch vor wenigen Jahren ein Verbreitungsschwerpunkt des Edelkrebses. Im Zuge der Entschlammung des oberen Teiches im Christianental Wernigerode soll jetzt die Verbreitung der Tiere wieder angeregt werden. Der Obere Christianentalteich wurde 1973 als "Naturdenkmal" aufgrund der seltenen Konzentration von heimischen Amphibien unter Naturschutz gestellt. Auf Initiative des Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V. und der Stadt Wernigerode wurde der Teich in diesem Frühjahr, vor der Laichzeit der Amphibien, saniert. Die Kosten für die Entschlammung und Renaturierung des Teiches beliefen sich auf ca. 40.000 €, davon trägt die Vattenfall Europe Umweltstiftung 15.000 €. Auch der Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V. konnte die Rekonstruktion mit 1.000 € unterstützen. Die Entschlammung und Renaturierung erfolgte durch die Firma Blümler Bau Harz GmbH.

Weitere Hinweise gibt es im Internet: www.wildfisch-wernigerode.de

Bildunterschrift: Die Mitglieder des Wildfisch- und Gewässerschutz 1985 Wernigerode e.V. setzen die Edelkrebse in den Christianentalteich © Stadt Wernigerode, Pressestelle

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