Engagement für ein winterliches Blütenmeer

Frank Schmidt, Sachgebietsleiter Grünanlagen, zeigt die Fläche im Lustgarten, auf welcher im ausgehenden Winter 2019 blühende Winterlinge zu erwarten sind.
Wenn im Winter die Bäume noch kahl sind und sich das Auge mit den langsam länger werdenden Tagen nach Farbtupfern sehnt, dann haben die Winterlingen (Eranthis hyemalis) ihren großen Auftritt. Dank ihrer unter der Erde liegenden Speicherknolle können die gelben Frühblüher die ersten Sonnenstrahlen nutzen und blühen bereits ab Februar, vor den meisten anderen Pflanzen.

Und manchmal sind es die kleinen und unbürokratischen Aktionen, die für einen Augenschmaus sorgen können. Werner Förster, Gartenbauingenieur aus Darlingerode, und Frank Schmidt, Sachgebietsleiter Grünanlagen, Wildpark und Friedhöfe der Stadt Wernigerode, arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. Während der diesjährigen Winterling-Blüte im Försterschen Garten in Darlingerode kam die Idee auf, die verblühten Pflanzen im Wernigeröder Lustgarten auszustreuen. Diese samen dort aus und bilden ihrerseits Speicherknollen (Rhizome) unter der Erde. Zur Blüte werden sie erst zu Beginn des Jahres 2019 kommen.

"Ich möchte dieses schöne ästhetische Erlebnis vielen Menschen zugutekommen lassen. Im Lustgarten können sich viel mehr Menschen daran erfreuen als in meinem Garten", schildert Werner Förster seine Motivation, die abgeblühten Pflanzen der Stadt Wernigerode zur Verfügung zu stellen. Frank Schmidt erläutert: "Mit dieser Maßnahme fördern wir die biologische Vielfalt im Lustgarten, und das völlig kostenfrei und mit absolut regionalem Saatgut."

An den bunten Tupfern erfreuen sich nicht nur Menschen. Aus diesem Grund werden beispielsweise bei den Mäharbeiten auf den städtischen Flächen an vielen Stellen Inseln oder Streifen stehen gelassen. "Wir lassen die Pflanzen ausblühen, sie bieten Nahrung beispielsweise für Schmetterlinge und Bienen. Die Insekten sind auf blühende Pflanzen angewiesen und umgekehrt. Und vom Bienenhonig profitieren dann wieder wir Menschen.", erläutert Schmidt die Zusammenhänge. Er empfiehlt dieses Vorgehen auch für den eigenen Garten. "Lassen Sie ruhig mal eine Insel beim Rasenmähen stehen. Sie werden stauen, wie schnell sich dort die Schmetterlinge tummeln.", so sein Tipp.

Wernigerode setzt sich schon seit Jahrzehnten für die biologische Vielfalt in der Stadt ein. Mit dem Projekt "Stadtgrün - Artenreich und Vielfältig", einem bundesweiten Kooperationsprojekt zur Entwicklung eines ökologischen Grünflächenmanagements, wird dieses Engagement nun strategisch gebündelt und gestärkt. Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz und mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Bildunterschrift: Frank Schmidt, Sachgebietsleiter Grünanlagen, zeigt die Fläche im Lustgarten, auf welcher im ausgehenden Winter 2019 blühende Winterlinge zu erwarten sind. © Katrin Anders

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