Im Rahmen der Flüchtlingskoordination sind zwei neue Broschüren erhältlich

Die vorliegenden Broschüren hat die Flüchtlingshilfe Wernigerode in Zusammenarbeit mit einer Vertreterin der Hochschule Harz, die auch zu den Ehrenamtlichen gehört, entworfen. Sie soll als Orientierung für die Ankommenden dienen und erste Anlaufstellen (Behörden, Wohnungssuche, Vereine für Freizeitaktivitäten, ärztliche Hilfe, etc.) benennen. Auch das Verfahren zur Aufnahme von Asylbewerbern über die ZASt wird kurz erläutert.

Auszüge aus der Broschüre:

Wo sind aktuelle Informationen zum Thema "Zuwanderung und Flüchtlinge" zu
finden?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unterhält eine sehr umfangreiche Homepage, die viele Fragen zu diesem Themenkreis beantwortet. Neben der ausführlichen Beschreibung rechtlicher Rahmenbedingungen sind auch zahlreiche Ratgeberseiten und weiterführende Links und Suchfenster für Angebote in Wohnortnähe zu finden.

Homepage:www.bamf.de

Wer ist Flüchtling? Wer ist Asylbewerber/in?


Flüchtling ist nach der Genfer Flüchtlingskonvention, wer seine Heimat aus politischen, wirtschaftlichen, religiösen, ethnischen oder sozialen Gründen verlassen muss. Diese Menschen besitzen den diplomatischen Schutz ihres Heimatlandes nicht mehr oder wollen ihn aus Angst nicht mehr wahrnehmen.

Asylbewerber/in - diesen Status haben Menschen, die in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben und auf eine Entscheidung warten. Er liegt vor, sobald der Asylbewerber schriftliche oder mündlich geäußert hat, dass er in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung oder Rückführung in ein Land sucht, in dem er wegen Rasse, Religionszu- oder Staatsangehörigkeit um sein/ihr Leben oder die eigene Freiheit fürchten muss.

Was ist das DÜ-Verfahren?


Nach dem Dublin-Übereinkommen wird der für die Prüfung eines Asylantrags zuständige Staat festgestellt. Damit wird sichergestellt, dass jeder Asylantrag nur von einem Mitgliedstaat inhaltlich geprüft wird. Zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedsstaates ist mit dem Antragsteller vorab ein persönliches Gespräch zu führen. Stellt ein Mitgliedstaat fest, dass ein Asylantrag in einem anderen Mitgliedstaat zu bearbeiten ist, stellt er ein
Übernahmeersuchen/Wiederaufnahmeersuchen an den betreffenden Mitgliedstaat. Stimmt dieser zu, erhält der Antragsteller hierüber Mitteilung in Form eines Bescheides. Ein dagegen eingelegter Eilantrag hat aufschiebende Wirkung. Die Überstellungsfrist wird gehemmt.

Wenn der Bescheid bestandskräftig, bzw. rechtskräftig ist, vereinbaren die Mitgliedstaaten die Modalitäten der Überstellung. Wird die Überstellung nicht binnen sechs Monaten durchgeführt, geht die Zuständigkeit für das Verfahren an den Mitgliedstaat über, der um Übernahme ersucht hat. Taucht der Antragsteller unter oder befindet er sich in Strafhaft, kann sich diese Frist verlängern.

Wie ist die Zuwanderung von Flüchtlingen nach Wernigerode geregelt?


Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden im Wohnheim am Kohlgarten untergebracht.

Aufnahme in der zentralen Aufnahmestelle in Halberstadt


Ausländer/innen, die sich auf das Asylrecht berufen, (Asylbewerber/innen), müssen ein Anerkennungsverfahren durchlaufen, das im Asylverfahrensgesetz festgelegt ist. Für Sachsen- Anhalt ist die zentrale Aufnahmestelle (ZASt) in Halberstadt, erste Station des Verfahrens. Nach der Aufnahme der Personendaten erfolgt die Entscheidung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach einer Anhörung über die Flucht- und Verfolgungsgründe. Wird der/die Asylbewerber/in als Asylberechtigte/r anerkannt, so erhält er/sie eine Aufenthaltserlaubnis für mindestens ein bis drei Jahre. Ein Asylverfahren dauert in der Regel mehrere Monate. Der/die Bewerber/in erhält in der ZASt ein Ausweisdokument, eine Aufenthaltsgestattung gem. § 55 AsylVfG. Kommt die Anerkennung als Asylberechtigte/r nicht in Betracht, entscheidet das Bundesamt, ob dennoch Abschiebeverbote (nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Aufenthaltsgesetz) vorliegen. Der/die Asylbewerber/in erhält eine sogenannte Duldung gem. § 60a AsylVfG.

Unterbringung in Wernigerode

Im Flüchtlingswohnheim am Kohlgarten in der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes sind unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Langfristig sollen, nach derzeitigem Stand, auch Mütter mit Kindern und Familien dort einziehen. Auch die dezentrale Vermietung von Wohnungen ist angedacht.

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